Der Verlag
Deutscher Musikeditionspreis
Wir sind dankbar dafür, von besonders kenntnisreicher und unabhängiger Seite, nämlich vom Deutschen Musikverleger-Verband, eine hohe Auszeichnung erhalten zu haben: Der G. Henle Verlag wurde nämlich im Jahr 2000 als "beispielgebend für seine Qualitätsentwicklung" und für seine "editorische Gesamtleistung" mit dem Sonderpreis des renommierten Musikeditionspreises für seinen gesamten Urtext-Katalog geehrt. Darüber hinaus werden immer wieder auch Ausgaben aus unserem Bereich Wissenschaft und Faksimiles mit dem Deutschen Musikeditionspreis ausgezeichnet.
2012
Haydn
210,00 €
Haydn, Joseph
Die Schöpfung Hob. XXI:2
Wissenschaftliche Gesamtausgabe mit Kritischem Bericht, Leinen, Reihe XXVIII, Band 3 III, HN 5837

Begründung der Jury
Eines der wichtigsten Werke der abendländischen Musikliteratur liegt hier in einer qualitativ hochwertigen ebenso bibliophilen wie wissenschaftlich bedeutenden Ausgabe vor. Die Skizzen waren bislang unveröffentlicht und bilden so eine wichtige Ergänzung zur Haydn-Literatur. Sehr schöne Übertragung des Faksimiles, auffallende Präsentation in einer Leinen-Schatulle.
Begründung der Jury
Eine Leuchtturmausgabe unter den Werkverzeichnissen und eine herausragende wissenschaftliche Leistung. Die Werke sind ausführlich und umfassend kommentiert, keine leichte Aufgabe bei einem Komponisten wie Reger. Die beiden Bände zeichnen sich zudem durch hervorragende Lesbarkeit aus. Dem Verlag gebührt besondere Anerkennung für die Publikation eines solch komplizierten und kaum Gewinn bringenden Werkes.
2010
Haydn
94,00 €
Haydn, Joseph
Die Oratorien - 4 Bände im Schuber
Urtextausgabe, Studien-Edition, Hardcover, HN 9845

Begründung der Jury
Diese optisch ansprechende Ausgabe mit einem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis erfüllt höchste editorische Ansprüche und umfasst das vollständige oratorische Werk von Haydn. Die Bände, die einen vorzüglichen Einblick in das Werk Haydns geben, sind hervorragend gebunden und verarbeitet.
2008
Liszt
56,00 €
Liszt, Franz
"Wenn die letzten Sterne bleichen" Lied für Singstimme und Klavier op. post.
Faksimile der Handschrift, Hardcover, HN 3220
Begründung der Jury
In dem vorliegenden Büchlein vereinen sich wissenschaftlicher Anspruch und bibliophiler Geist auf das Beste. Aufgrund der liebevollen Gestaltung ein wahres Schmuckstück für jeden Sammler und Wissenschaftler.


2007
Sonderpreis der Jury
Mozart
23,00 €
Mozart, Wolfgang Amadeus
Sinfonia concertante Es-dur KV 364
Urtextausgabe, Klavierauszug, broschiert, HN 798
Ditters von Dittersdorf
22,50 €
Ditters von Dittersdorf, Karl
Kontrabasskonzert "E-dur" Krebs 172
Urtextausgabe, Klavierauszug, broschiert, HN 759
Begründung der Jury
Ausgehend von diesen beiden Einreichungen, die in den entsprechenden Kategorien für sich schon preiswürdig wären, weil sie mit verlegerischem Aufwand einer historischen Aufführungspraxis Rechnung tragen, erkennt die Jury dem G. Henle Verlag einen Sonderpreis zu. Der Verlag steht seit Jahren für exzellente Qualität, die von Laien, professionellen Musikern und Wissenschaftlern gleichermaßen geschätzt wird. Alle Titelbilder folgen einem kontinuierlichen Raster, die mittlerweile dem G. Henle Verlag ein unverwechselbares Gesicht gegeben haben. Der Sonderpreis soll Lob für den G. Henle Verlag und Ansporn für andere Verlage sein.
2005
Ysaÿe

Dvorák

2002
Die Oper
224,00 €
Die Oper
Band 6: Gaspare Spontini: Agnes von Hohenstaufen - 1. Halbband
Kritische Ausgabe von Hauptwerken der Operngeschichte, Band 6, Leinen, HN 3110


2000
Sonderpreis des Musikeditionspreises
Mit diesem Sonderpreis soll ein über Jahre realisiertes verlegerisches Konzept, also eine editorische Gesamtleistung, gewürdigt werden. Solche Leistungen sind häufig - national und international - beispielgebend für die Qualitätsentwicklung verlegerischer Tätigkeit insgesamt.
Die Jury hat in diesem Jahr erstmals und einstimmig den Sonderpreis vergeben. Sie würdigt damit die 50jährige Arbeit des Henle Verlags, der die Urtext-Idee zum verlegerischen Leitmotiv erhoben hat. Wie es im kompositorischen Bereich keine creatio ex nihilo gibt, so gibt es auch in der verlegerischen Kreativität keine tragenden Idee ohne Voraussetzungen, ohne Vorgeschichte. Aber hier wurden zum ersten Mal in großer Breite und systematisch wissenschaftliche Erkenntnisse in qualitätsvolle Ausgaben für die Musizierpraxis umgesetzt.
International renommierte Künstler erhielten nach dem 2. Weltkrieg oft erstmals einen unverfälschten, bearbeitungsgereinigten Blick auf die ursprüngliche "Absicht" des Komponisten. (Wir wissen heute, und sind da auch etwas bescheidener geworden, dass dies oft nur eine "Annäherung" an die sog. authentische Textgestalt sein kann.) Die größte Leistung war aber, Pädagogen mit ihrem ungeheuren Beharrungsvermögen, ja geradezu einer Nibelungentreue gegenüber alten Ausgaben (für manchen Verlag natürlich positiv), also diese Pädagogen davon zu überzeugen, dass ein "Urtext-Zeitalter" angebrochen sei und sie alle dieses "blaue Wunder" miterleben müssten. Es ist dem Henle Verlag also gelungen, Lehrer selbst einem pädagogischen Prozess zu unterwerfen.
Ich möchte meine kurze Begründung mit einem Zitat von Günter Henle abschließen. Sein Konzept war nicht primär von ökonomischem Interesse geleitet, sondern von einer Verantwortung für die Musikkultur: "Und gerade darin, dass durch die echte, unverfälschte Sprache unserer großen musikalischen Genies der Geschmack eines möglichst breiten musikausübenden Publikums für das wirklich Große gebildet und entwickelt wird, liegt - neben der im engeren Sinne wissenschaftlichen - die große kulturgeschichtliche Aufgabe einer Urtextausgabe."
Ich denke, diese Zielsetzung ist vorbildlich verwirklicht worden.
20.06.2000, Professor Dr. Andreas Eckhardt



