Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen
Claude Debussy
Douze Etudes
Herausgeber: Ernst-Günter Heinemann
Fingersatz: Hans-Martin Theopold
Vorwort: François Lesure
23,00 €
Urtextausgabe, broschiert
Seiten: 96 (VI, 90)
Bestell-Nr. HN 390 · ISMN M-2018-0390-6
Debussy komponierte den Zyklus wie auch andere seiner meisterlichen Spätwerke im Sommer des Kriegsjahres 1915. Er hatte sich mit seiner Familie in ein Landhaus in der Nähe von Dieppe zurückgezogen und komponierte in eiliger Konzentration. Auf seine Etüden war der selbstkritische Komponist sehr stolz: „Ich muss sagen, dass ich zufrieden bin, ein Werk geschaffen zu haben, das – ohne falsche Eitelkeit – einen besonderen Platz einnehmen wird. Diesseits der Technik bereiten diese Études die Pianisten wirkungsvoll auf die Einsicht vor, dass man nur mit ganz fürchterlichen Händen Zugang zur Musik finden kann.“ Debussys Etüden sind heute fester Bestandteil im Lehrplan der Ausbildung zum Konzertpianisten.
Inhalt
- Douze Etudes
-
Pour les "cing doigts" d'après Monsieur Czerny
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7/8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les tierces
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les quartes
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les sixtes
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7/8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les octaves
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les huit doigts
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les degrés chromatiques
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 8/9)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les agréments
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les notes répétées
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les sonorités opposées
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7/8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les arpèges composés
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 8/9)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pour les accords
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades »
Die Schwierigkeitsgrade der
Klaviermusik im G. Henle Verlag
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| leicht | mittel | schwer | ||||||
Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag
| Stufe | Grad | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Nr. 4 und 5 |
| 2 | Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Nr. 1 Präludium C-dur | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonaten op. 49,1 und 2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12, Nr. 4 |
| 5 | Schumann, Fantasiestücke op. 12, Nr. 1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27, Nr. 1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10, Nr. 3 |
| 8 | Beethoven, Klaviersonate op. 81a | |
| 9 | Schumann, Toccata op. 7 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Während der Bewertungsarbeit hat sich herausgestellt, dass der Bereich der mittleren Schwierigkeitsgrade (4–6) am heikelsten ist. Hin und wieder führt das dazu, dass ein Stück zum Beispiel mit der Kategorie „3/4“ zu bewerten ist, obwohl es allein vom Klaviertechnischen her eine „3“ verdient hätte. Als Beispiel für solch eine „Grenzüberschreitung“ (leicht/mittel) diene das erste Stück der Schumannschen „Kinderszenen“ op. 15 Von fremden Ländern und Menschen oder in die andere Richtung „6/7“ ein Teil der Bachschen „Englischen Suiten“. Und selbstverständlich gibt es auch innerhalb einer Hauptkategorie „Von-bis“-Wertungen (z. B. 7/8).
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Prof. Rolf Koenen © 2010

