Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen
Isaac Albéniz
Drei Improvisationen 1903
Herausgeber: Milton Rubén Laufer
Fingersatz: Milton Rubén Laufer
16,50 €
broschiert
Erstausgabe
mit eingelegter CD
Seiten: 16 (VII, 9), Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 953 · ISMN M-2018-0953-3
Aus dem Jahre 1903 stammt die einzige erhaltene Originalaufnahme von Albéniz’ Klavierspiel. Anlässlich eines Besuchs bei Ruperto Regordosa Planas hatte er sich an dessen Klavier gesetzt und drei kürzere Stücke improvisiert. Planas hielt die Klänge auf Wachszylinder fest. Eine Übertragung in Notenschrift hierzu hat es jedoch nie gegeben. Dank moderner technischer Hilfsmittel gelang es nun dem Albéniz-Experten Milton Laufer, den Notentext umsichtig zu rekonstruieren. Unser Erstdruck der Transkription ermöglicht somit einen einmaligen „Blick durchs Schlüsselloch“ in die Werkstatt des begnadeten Pianisten und Komponisten. Als besonderes Bonbon liegt der ersten Auflage dieser Ausgabe auch das faszinierende Tondokument auf CD bei.
Pressestimmen
Insgesamt eine willkommene Bereicherung der Literatur für die Mittelstufe und ein spannender Einblick in eine Kunst, die ihrer Natur nach dem unwiederholbaren Augenblick gehört.
[VdM Literaturempfehlungen für den Unterricht, 2011]
Im Unterricht wird man den Drei Improvisationen durchaus gerne wiederbegegnen.
[Schweizer Musikzeitung, 2010]
Das Vorwort des Herausgebers Milton R. Laufer zeugt von großer Gewissenhaftigkeit bei der Transkription und enthält eine Vielzahl von Hintergrundinformationen. … Das Notenbild ist wie immer bei Henle klar und edel. … Als reines Zufallsprodukt werden diese kleinen Erfindungen als präkompositorisches Rohmaterial fast noch interessanter, da sie die Schnittstelle zwischen dem virtuosen Interpreten und dem Komponisten Albéniz bilden. Darüber hinaus können sie wie eine Keimzelle und ein Kondensat von Albéniz’ Werk wirken, da sie die Summe alles Gelernten – und Vergessenen sein mögen.
[Die Tonkunst, 2011]
Ein reizvoller Blick in die Werkstatt des Komponisten und eine spannende Bereicherung für das pianistische Repertoire...
[Fono Forum, 2010]
Es ist ein Jammer: Von Isaac Albéniz ist so gut wie nichts überliefert, was an seine Rolle als überragender, von Liszt geschätzter Konzertpianist erinnert. Mit dieser Ausnahme.
[Westfälische Nachrichten, 2010]
Excellent music for students on the later grades who will really enjoy playing these! Highly recommended.
[Piano Journal, 2010]
Le Tre improvvisazioni, … non furono mai trascritte e pubblicate; almeno fino alla presente edizione Henle.
[Suonare News, 2010]
Inhalt
- Drei Improvisationen 1903
-
Drei Improvisationen 1903 Nr. 1
Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 4/5)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Drei Improvisationen 1903 Nr. 2
Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 3/4)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Drei Improvisationen 1903 Nr.3
Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 4/5)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades »
Die Schwierigkeitsgrade der
Klaviermusik im G. Henle Verlag
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| leicht | mittel | schwer | ||||||
Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag
| Stufe | Grad | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Nr. 4 und 5 |
| 2 | Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Nr. 1 Präludium C-dur | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonaten op. 49,1 und 2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12, Nr. 4 |
| 5 | Schumann, Fantasiestücke op. 12, Nr. 1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27, Nr. 1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10, Nr. 3 |
| 8 | Beethoven, Klaviersonate op. 81a | |
| 9 | Schumann, Toccata op. 7 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Während der Bewertungsarbeit hat sich herausgestellt, dass der Bereich der mittleren Schwierigkeitsgrade (4–6) am heikelsten ist. Hin und wieder führt das dazu, dass ein Stück zum Beispiel mit der Kategorie „3/4“ zu bewerten ist, obwohl es allein vom Klaviertechnischen her eine „3“ verdient hätte. Als Beispiel für solch eine „Grenzüberschreitung“ (leicht/mittel) diene das erste Stück der Schumannschen „Kinderszenen“ op. 15 Von fremden Ländern und Menschen oder in die andere Richtung „6/7“ ein Teil der Bachschen „Englischen Suiten“. Und selbstverständlich gibt es auch innerhalb einer Hauptkategorie „Von-bis“-Wertungen (z. B. 7/8).
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Prof. Rolf Koenen © 2010

