Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen
Franz Liszt
Harmonies poétiques et religieuses
Herausgeber: Ernst-Günter Heinemann
Fingersatz: Klaus Schilde
24,00 €
Urtextausgabe, broschiert
Seiten: 104 (X, 94)
Bestell-Nr. HN 639 · ISMN M-2018-0639-6
Der umfangreiche Zyklus, erschienen 1853, vereinigt großartige Konzertstücke (Bénédiction und Funérailles) und schlichte und kurze Kompositionen, teils unter Einbezug gregorianischer Weisen. Der Band umfasst einen langen Entstehungszeitraum. Bereits 1835 war die Nr. 4 in einer kompositorisch revolutionären Erstfassung als Harmonies poétiques et religieuses nach dem gleichnamigen Gedichtband von Lamartine erschienen. 1853 distanzierte sich Liszt von dem bedeutenden frühen Stück und legte es leicht geglättet als Pensées des morts vor, immer noch von beträchtlicher Brisanz. Henle stellt das kühne Frühwerk in den Anhang des Bandes (Bénédiction und Funérailles sind als Einzelausgaben HN 984 und 748 erhältlich).
Hörbeispiel: Krystian Zimmermann, Funérailles
Deutsche Grammophon 028947796978GM2
Pressestimmen
Das 1835 erschienene, äußerst revolutionäre Stück zählt zu den bemerkenswertesten Kompositionen Liszts überhaupt...
... hervorragende Ausgabe. Zum ersten Mal wird hier dem interessierten Spieler Einblick in das Liszt'sche Kompositionslabor gewährt.
[Piano News]
Inhalt
-
Invocation
Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 6)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Ave Maria
Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 5)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Bénédiction de Dieu dans la solitude
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pensée des morts
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Pater noster
Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 4)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Hymne de l'enfant à son réveil
Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 5/6)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Funérailles
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Miserere d'après Palestrina
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 6/7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Andante lagrimoso
Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 6)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Cantique d'amour
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Anhang: Pensée des morts (Erstfassung)
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades »
Die Schwierigkeitsgrade der
Klaviermusik im G. Henle Verlag
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| leicht | mittel | schwer | ||||||
Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag
| Stufe | Grad | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Nr. 4 und 5 |
| 2 | Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Nr. 1 Präludium C-dur | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonaten op. 49,1 und 2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12, Nr. 4 |
| 5 | Schumann, Fantasiestücke op. 12, Nr. 1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27, Nr. 1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10, Nr. 3 |
| 8 | Beethoven, Klaviersonate op. 81a | |
| 9 | Schumann, Toccata op. 7 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Während der Bewertungsarbeit hat sich herausgestellt, dass der Bereich der mittleren Schwierigkeitsgrade (4–6) am heikelsten ist. Hin und wieder führt das dazu, dass ein Stück zum Beispiel mit der Kategorie „3/4“ zu bewerten ist, obwohl es allein vom Klaviertechnischen her eine „3“ verdient hätte. Als Beispiel für solch eine „Grenzüberschreitung“ (leicht/mittel) diene das erste Stück der Schumannschen „Kinderszenen“ op. 15 Von fremden Ländern und Menschen oder in die andere Richtung „6/7“ ein Teil der Bachschen „Englischen Suiten“. Und selbstverständlich gibt es auch innerhalb einer Hauptkategorie „Von-bis“-Wertungen (z. B. 7/8).
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Prof. Rolf Koenen © 2010

