Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen
Milij Balakirev
Islamey - Fantaisie orientale
Herausgeber: Norbert Gertsch
16,00 €
Urtextausgabe ohne Fingersatz, broschiert
Seiten: 33 (VI, 27), Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 793 · ISMN M-2018-0793-5
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 9)
„Ein wunderbares Stück, aber es ist sehr schwer – nur wenige werden es meistern können …“ Seit diesen Worten von Nicolai Rubinstein – dem dann aber die Uraufführung mit Bravour gelang – haftet dem Werk zu Unrecht der Ruf des „Unspielbaren“ an. Sicherlich hat der wilde, fast dämonische Grundcharakter dieser „Orientalischen Fantasie“ dazu beigetragen: Unter Verwendung von kaukasischen und armenischen Volksweisen entfacht Balakirev hier ein Tastenfeuerwerk, das selbst den Titanen Liszt zu Bewunderung veranlasste. Heutige Pianisten dürfen sich bei unserer Ausgabe nicht nur auf Texttreue verlassen, sondern werden auch den lupenreinen und übersichtlich gestalteten Notentext zu schätzen wissen.
Pressestimmen
Die neue, mustergültige Henle-Urtextausgabe bietet erstmals eine präzise Notenvorlage im kritischen Abgleich von Autograph (1869) und den jeweils vom Komponisten revidierten Ausgaben von Rather (1902) und Jurgenson (1909). Der Anhang bringt die verschiedenen Lesarten, einschließlich der Druckfehler, und bietet somit eine verlässliche Neuorientierung für Konzertpianisten und Meisterklassenschüler.
[Neue Musikzeitung, 2006]
The superiority of the new edition is evident in the clarity of its presentation. The fact that the notes are elegantly spaced over 23 pages as opposed to the squashed and compressed 18 of the old … version says it all. Additionally, Henle provides a highly informative preface, sketching the origins of the folk material and the evolution of the piece itself.
[International Piano, 2006]
If you never reach a quarter of the metronome marking, I nevertheless urge you to pick up a copy of Henle’s unfussy edition. … The ingenuity of the writing easily matches ‘Scarbo’ … and Henle’s Norbert Gertsch certainly helps us to see much of what is important in this music.
[Piano Professional, 2005]
Les pianistes d’aujourd’hui peuvent non seulement se fier à la fidélité de l’édition Henle à l’égard de l’original, mais ils apprécieront aussi la perfection et la clarté d’agencement du texte musical.
[Crescendo, 2005]
Tot aan het einde van zijn leven bleef Balakirev aan het stuk schaven. In de nieuwe Urtext van Henle zijn al deze wijzigingen, varianten en vingerzettingen minutieus verantwoord. Bovendien zijn de door Balakirev opgetekende originele melodieën opgenomen. Wie het aandurft om dit stuk op de lessenaar te zetten, kan zich geen betere uitgave wensen.
[Pianowereld, 2005]
Die Schwierigkeitsgrade der
Klaviermusik im G. Henle Verlag
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| leicht | mittel | schwer | ||||||
Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag
| Stufe | Grad | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Nr. 4 und 5 |
| 2 | Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Nr. 1 Präludium C-dur | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonaten op. 49,1 und 2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12, Nr. 4 |
| 5 | Schumann, Fantasiestücke op. 12, Nr. 1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27, Nr. 1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10, Nr. 3 |
| 8 | Beethoven, Klaviersonate op. 81a | |
| 9 | Schumann, Toccata op. 7 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Während der Bewertungsarbeit hat sich herausgestellt, dass der Bereich der mittleren Schwierigkeitsgrade (4–6) am heikelsten ist. Hin und wieder führt das dazu, dass ein Stück zum Beispiel mit der Kategorie „3/4“ zu bewerten ist, obwohl es allein vom Klaviertechnischen her eine „3“ verdient hätte. Als Beispiel für solch eine „Grenzüberschreitung“ (leicht/mittel) diene das erste Stück der Schumannschen „Kinderszenen“ op. 15 Von fremden Ländern und Menschen oder in die andere Richtung „6/7“ ein Teil der Bachschen „Englischen Suiten“. Und selbstverständlich gibt es auch innerhalb einer Hauptkategorie „Von-bis“-Wertungen (z. B. 7/8).
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Prof. Rolf Koenen © 2010

