Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen

Wolfgang Amadeus Mozart

Klaviersonate B-dur KV 281 (189f)

Herausgeber: Ernst Herttrich
Fingersatz: Hans-Martin Theopold

6,50 €

Urtextausgabe, broschiert
Ausführlicher Kritischer Bericht
(nicht in der Druckausgabe enthalten)
zum kostenlosen Download

Seiten: 21 (I, IV,1, 17)
Bestell-Nr. HN 1053 · ISMN M-2018-1053-9

Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 5/6)

In seinen Briefen lesen wir, dass Mozart seine frühen Klaviersonaten KV 270-284 als die "schweren Sonaten" bezeichnete. Dabei meinte er wohl weniger spieltechnische Finessen als besondere ästhetische und interpretatorische Ansprüche. Er versah diese Werke denn auch mit einer ungewöhnlich reichen dynamischen und artikulatorischen Bezeichnung. Auffällig ist die für Mozart untypische Tempobezeichnung "Andante amoroso" für den Mittelsatz seiner B-dur-Sonate KV 281 - doch könnte man diese zart-gesangliche Musik schöner überschreiben? Bisher nur im Gesamtband erhältlich (HN 1), ist dieses klangschöne Werk nun auch in dieser preisgünstigen Einzelausgabe zu haben.

ERSTER SATZ Diese Sonate ist ein relativ unbekanntes, aber bezauberndes Werk. Sie steht in jener Tonart, die Mozart für Klavierwerke mehr als alle anderen geschätzt zu haben scheint – gibt es doch gleich drei Klaviersonaten und nicht weniger als vier Klavierkonzerte und sechs Sonaten für Klavier und Violine in B-Dur! Reizvoll ist der Kontrast zwischen Sechzehntel-Triolen und Zweiunddreißigstel-Noten im Thema des ersten Satzes. Diese Sonate kommt übrigens besonders gut auf Hammerflügeln der Zeit Mozarts mit ihrem zarten, klaren und obertonreichen Klang zur Geltung. Wenn sie auf einem modernen Klavier gespielt wird, besteht die Gefahr, dass die Durchsichtigkeit des Klanges und die vorgeschriebene, kleingliedrige und lebhafte Artikulation verlorengehen.

ZWEITER SATZ Der Mittelsatz der Sonate gehört zu den anmutigsten Stücken des jungen Mozart. Die Tempovorschrift hieß im Autograph ursprünglich Andantino, sie wurde von Mozart in Andante amoroso geändert, eine Anweisung, deren Befolgung die zarte und innige Stimmung erzeugt, die so gar nichts mit einer pathetischen Leibeserklärung zu tun hat. Gefühlvolle „Seufzer“ wechseln mit zarten Cantabile-Melodiephrasen.

DRITTER SATZ Meisterhaft gestaltet ist auch das schöne Schlussrondo im Gavotten-Rhythmus, weniger filigran als die vorhergehenden Sätze, dafür aber voll fröhlicher Laune und prachtvoller Effekte, wie etwa jenem, der bei der Wiederkehr des Themas durch die Triller-Begleitung in Takt 114 ff. entsteht. Das Thema dieses Rondos ist übrigens zweiteilig, wobei der zweite Teil eine „veränderte Reprise“ im Sinne Carl Philipp Emanuel Bachs, also eine variierte Wiederholung des ersten Teils ist. Die italienischen, in Mannheim beliebten „Seufzer“ im dritten Takt des Themas tauchen in der ersten Episode wieder auf. Es folgt als nächstes eine Moll-Episode, die vor allem in ihrem zweiten Teil einen Wehmuts-Gedanken in das heitere Geschehen bringt, während die dritte Episode das graziöse Spiel durch einen dramatisch zerlegten verminderten Septakkord im forte (Takt 102 104) unterbricht. Mit einer heiter-zierlichen Coda schließt der Satz, der nicht nur formal mit den Finalsätzen der Sonaten KV 332 und KV 570 und des Konzerts KV 238 verwandt ist.
Paul und Eva Badura-Skoda

Weitere Informationen
YouTube-Empfehlung: Vadim Chaimovich, Satz 1–3

Hörbeispiel: Maria João Pires
Deutsche Grammophon 028947752004GB6

1053.mp3

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