Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen

Wolfgang Amadeus Mozart

Klaviersonate B-dur KV 333 (315c)

Herausgeber: Ernst Herttrich
Fingersatz: Hans-Martin Theopold

9,50 €

Urtextausgabe, broschiert
Ausführlicher Kritischer Bericht
(nicht in der Druckausgabe enthalten)
zum kostenlosen Download

Seiten: 25 (V, 20), Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 397 · ISMN 979-0-2018-0397-5

Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 6)

Der große Pianist Paul Badura-Skoda zählt den ersten Satz dieser B-dur-Sonate KV 333 „zu den schönsten ... der Klavierliteratur“. Und wer würde ihm widersprechen wollen? Welch ein Feuerwerk wunderbar frei schwingender Melodik im Kopfsatz, kunstvoll verknüpft mit ur-pianistischen Läufen und Figuren! Der grandiose langsame Satz („Andante cantabile“) könnte als Klavierauszug einer Streichquartettbesetzung durchgehen und das abschließende „Allegretto grazioso“ ist ein kecker wie hintergründiger Opera-buffa-„Rausschmeißer“. Wie wir heute wissen, komponierte Mozart dieses Sonatenwunder im Jahr 1783 – die ältere Mozart-Forschung lag mit ihrer wesentlich früheren Datierung komplett daneben. Ein Jahr später erschien sie gedruckt, interessanterweise in Kombination mit der frühe(re)n Klaviersonate KV 284 und der grandiosen Violinsonate (!) KV 454.

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Diese Sonate führt uns erneut in lyrische Bereiche, wie schon durch die Wahl der Tonart B-Dur angedeutet wird. Der erste Satz beginnt mit einer wunderbar kantablen Themengruppe, wie sie nur Mozart schreiben konnte. Es ist bemerkenswert, dass der dritte und vierte Takt des Themas eine variierte Sequenzierung der beiden Anfangstakte darstellt. Ein italienischer Zeitgenosse oder auch Johann Christian Bach (in vieler Hinsicht ein Vorbild für den junge Mozart) hätte wohl einfach den Anfang wörtlich eine Stufe tiefer wiederholt – es hätte immer noch gut geklungen. Durch Mozarts Variierung und durch den unglaublichen Reichtum an nachfolgenden melodischen Einfällen entsteht erst dieses Wunder eines Satzes, der zu den schönsten Sonaten der Klavierliteratur zählt. Wie einfach erscheint im Verhältnis dazu die streng strukturierte Beethoven-Sonate op. 22 in der gleichen Tonart und etwa den gleichen Dimensionen! Beethoven konstruierte seinen ersten Satz aus nur wenigen Motiven, während bei Mozart mindestens zehn verschiedene motivische Einfälle allein schon in der Exposition nachweisbar sind, die aber so organisch ineinander fließen, dass die „große Linie“ nie abreißt. Dieses scheinbar mühelose Dahinfließen nimmt in mancher Hinsicht Schuberts Melodiefülle und seine „himmlische Länge" vorweg.
Paul und Eva Badura-Skoda

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