Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen
Ludwig van Beethoven
Klaviersonate Nr. 16 G-dur op. 31 Nr. 1
Herausgeber: Norbert Gertsch, Murray Perahia
Fingersatz: Murray Perahia
6,50 €
Urtextausgabe, broschiert
Seiten: 39 (VII, 32), Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 754 · ISMN M-2018-0754-6
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7/8)
Seit nunmehr 50 Jahren ist Henles Ausgabe der Beethoven-Sonaten anerkannter Standard bei jeder ernsthaften Auseinandersetzung mit diesem ‚Neuen Testament‘ der Klavierliteratur. Mit dem Erscheinen der drei Sonaten op. 31 in überarbeiteten Einzelausgaben möchten wir nun die Messlatte noch um ein entscheidendes Stück höher legen: Kein Geringerer als der Pianist und Dirigent Murray Perahia hat sich erstmals überhaupt überzeugen lassen, seine Fingersätze zu veröffentlichen und als Mitherausgeber seine tiefen Einblicke in die Welt der Quellen jedem Musikinteressierten anzuvertrauen. Der nach allen Regeln der Editionskunst herausgegebene Notentext wird flankiert von einem umfangreichen, informativen Vorwort und detailliertem Bericht zu Quellen und Lesartenproblemen. Fortsetzung folgt!
Pressestimmen
Twenty years ago, in an article comparing all the available Beethoven piano sonata editions, I judged that the winner of the competition was Henle’s Wallner. Since then, little has surfaced in the way of sources and, barring the sudden appearance of autographs for the early sonatas (or the much-lamented ‘Hammerklavier’ autograph), new editions will be assessed more on judgement than discovery. Seen from this angle, Henle’s new Beethoven edition, though still in its infancy, gives every indication of giving players and scholars a great deal to learn from.
[Nineteenth Century, 2006]
Es fascinate leer en el prólogo de esta edición crítica de la Sonata Opus 31,1, de Beethoven, la historia de las erratas de esta obra. Lo que sin duda desesperó a Beethoven hasta la furia es hoy una auténtica novela que desenredan cuidadosamente (hasta donde es posible) los editores, Norbert Gertsch y Murray Perahia.
[Doce Notas, 2005]
De uitgave is een pronkstuk geworden: een uitgebreid en vemakelijk historisch voorwoord, een grondig kritisch commentaar en vingerzettingen van Murray Perahia.
[Pianowereld, 2005]
Perahia’s edition also differs from the old Henle version because it prints both dashes and staccato dots and the layout is more spacious and user-friendly. With so many sources to choose from, editorial decision-making will always provoke controversy, but Perahia and co-editor Norbert Gertsch’s introductory notes present clear explanations behind their editorial choices … Strongly recommended.
[International Piano, 2005]
Die Schwierigkeitsgrade der
Klaviermusik im G. Henle Verlag
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| leicht | mittel | schwer | ||||||
Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag
| Stufe | Grad | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Nr. 4 und 5 |
| 2 | Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Nr. 1 Präludium C-dur | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonaten op. 49,1 und 2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12, Nr. 4 |
| 5 | Schumann, Fantasiestücke op. 12, Nr. 1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27, Nr. 1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10, Nr. 3 |
| 8 | Beethoven, Klaviersonate op. 81a | |
| 9 | Schumann, Toccata op. 7 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Während der Bewertungsarbeit hat sich herausgestellt, dass der Bereich der mittleren Schwierigkeitsgrade (4–6) am heikelsten ist. Hin und wieder führt das dazu, dass ein Stück zum Beispiel mit der Kategorie „3/4“ zu bewerten ist, obwohl es allein vom Klaviertechnischen her eine „3“ verdient hätte. Als Beispiel für solch eine „Grenzüberschreitung“ (leicht/mittel) diene das erste Stück der Schumannschen „Kinderszenen“ op. 15 Von fremden Ländern und Menschen oder in die andere Richtung „6/7“ ein Teil der Bachschen „Englischen Suiten“. Und selbstverständlich gibt es auch innerhalb einer Hauptkategorie „Von-bis“-Wertungen (z. B. 7/8).
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Prof. Rolf Koenen © 2010

