Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen
Alexander Skrjabin
Klaviersonate Nr. 7 op. 64
Herausgeber: Valentina Rubcova
Fingersatz: Michael Schneidt
14,00 €
Urtextausgabe, broschiert
Seiten: 31 (V, 26), Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 747 · ISMN M-2018-0747-8
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 9)
Skrjabin nannte seine 7. Sonate „Weiße Messe“ – dies weist auf die mystische Grundstimmung hin, die diese Klaviersonate prägt wie alle seine Spätwerke. Er wagt hier, sein Ideal eines „Mysteriums“ – eines Gesamtkunstwerks aus künstlerischen und theologisch-philosophischen Ideen – in Klang umzusetzen. Ziel ist seiner eigenen Aussage zufolge die Erhöhung des menschlichen Geistes. Nicht mehr die Sonatenhauptsatzform bildet das formale Gerüst, sondern die Idee der „evolutionären Entwicklung aus dem Chaos bis hin zur Ekstase“. Für unsere Ausgabe konnte erstmals auch das Autograph, das sich heute in den USA in Privatbesitz befindet, ausgewertet werden.
Hörbeispiel: Roberto Szidon
Deutsche Grammophon 028947704928GTR3
Pressestimmen
La casa de Munich Henle ofrece como botón de muestra esta Sonata n° 7 en donde los criterios urtext nunca inundan el plano de la partitura pese a su eficacia.
[Doce Notas, 2005]
Many troublesome details muddied the waters for Valentina Rubcova, Henle’s editor, who undertook the formidable task of reconciling countless stray pedal markings, vagaries of dynamics and so on. We are presented with a satisfyingly coherent score, one that allows Skryabin’s personalised tonal (and expressive) vocabulary to articulate itself straightforwardly …
[Piano Professional, 2005]
Pour la première fois, les éditions Henle ont pu se baser sur l’autographe, en possession aujourd’hui d’un particulier, aux Etats-Unis.
[Crescendo, 2005]
This current edition is a model of scholarly endeavour, being the first to make use of the autograph as well as the first edition (published by Editions Russe de Musique in 1913). Most importantly of all it clarifies, via generous layout, the extraordinary technical demands of the closing pages, including an exemplary layout of the notorious four-stave passage near the climax. It is also good to have a clear table of translations for some of the most outlandish directions marked on the score by this most visionary of composers, including gems such as ‘comme des éclairs’ (like lightening) and ‘avec une volupte radieuse’ (with radiant pleasure). …Full marks to Henle for exemplary presentation and outstanding editorship from Valentina Rubcova.
[Sheet Music, 2005]
De niewe Urtext van Henle, waarbij voor het eerst sinds lange tijd gebruik kon worden gemaakt van het oorspronkelijke handschrift, is een kunststukje in menig opzicht. De ongelooflijke complexiteit van de partituur is zeer overzichtelijk over twee tot vier notenbalken verdeeld, waardoor de structuur van de compositie helder in beeld gebracht wordt.
[Pianowereld, 2005]
Die Schwierigkeitsgrade der
Klaviermusik im G. Henle Verlag
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| leicht | mittel | schwer | ||||||
Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag
| Stufe | Grad | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Nr. 4 und 5 |
| 2 | Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Nr. 1 Präludium C-dur | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonaten op. 49,1 und 2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12, Nr. 4 |
| 5 | Schumann, Fantasiestücke op. 12, Nr. 1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27, Nr. 1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10, Nr. 3 |
| 8 | Beethoven, Klaviersonate op. 81a | |
| 9 | Schumann, Toccata op. 7 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Während der Bewertungsarbeit hat sich herausgestellt, dass der Bereich der mittleren Schwierigkeitsgrade (4–6) am heikelsten ist. Hin und wieder führt das dazu, dass ein Stück zum Beispiel mit der Kategorie „3/4“ zu bewerten ist, obwohl es allein vom Klaviertechnischen her eine „3“ verdient hätte. Als Beispiel für solch eine „Grenzüberschreitung“ (leicht/mittel) diene das erste Stück der Schumannschen „Kinderszenen“ op. 15 Von fremden Ländern und Menschen oder in die andere Richtung „6/7“ ein Teil der Bachschen „Englischen Suiten“. Und selbstverständlich gibt es auch innerhalb einer Hauptkategorie „Von-bis“-Wertungen (z. B. 7/8).
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Prof. Rolf Koenen © 2010

