Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen
Alexander Skrjabin
Klaviersonate Nr. 8 op. 66
Herausgeber: Valentina Rubcova
Fingersatz: Michael Schneidt
15,50 €
Urtextausgabe, broschiert
Seiten: 37 (V, 32), Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 354 · ISMN M-2018-0354-8
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 9)
Es war eine erhabene und große Idee, die Skrjabin in seinen letzten Lebensjahren erfüllte: Angeregt vom Studium theosophischer Schriften träumte er davon, Musik, Dichtkunst, Mimik, Architektur, Licht, Farbe und sogar Düfte zu einem Gesamtkunstwerk zu vereinen und den Menschen damit auf eine höhere Bewusstseinsstufe zu heben. Jenes „Mysterium“ genannte Werk wurde nie vollendet, doch seine späten Klaviersonaten – als Vorstufe gedacht – lassen spürbar werden, was Skrjabin bewegte. An seiner achten Sonate arbeitete er besonders lange und las intensiv Korrektur; dennoch schlichen sich später manche Verfälschungen ein. Anhand von Autograph und Erstausgabe konnten zweifelhafte Stellen nun geklärt und für unsere Urtextausgabe berichtigt werden.
Hörbeispiel: Roberto Szidon
Deutsche Grammophon 028947704928GTR3
Pressestimmen
Mit Skrjabins 8. Klaviersonate hat der G. Henle Verlag eine Ausgabe vorgelegt, die in der Tradition seiner seit langem bekannten hohen Qualität steht.
[Neue Musikzeitung, 2008]
The clarity of the Henle edition will facilitate initial learning, as it makes the detail of cross-rhythms and layering of voices easy to comprehend.
[Piano Professional, 2008]
Henle continue their admirable re-branding of Scriabin’s complex music with an especially lucid and expansively presented presentation of the mysterious, wistfully lugubrious Eighth Sonata. … Rubcova has also removed a number of unnecessary reminders of accidentals which had existed in earlier publications. Fingering by Michael Schneidt is subtly spread throughout the work and is generally sensible.
[International Piano, 2008]
Die Schwierigkeitsgrade der
Klaviermusik im G. Henle Verlag
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| leicht | mittel | schwer | ||||||
Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag
| Stufe | Grad | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Nr. 4 und 5 |
| 2 | Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Nr. 1 Präludium C-dur | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonaten op. 49,1 und 2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12, Nr. 4 |
| 5 | Schumann, Fantasiestücke op. 12, Nr. 1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27, Nr. 1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10, Nr. 3 |
| 8 | Beethoven, Klaviersonate op. 81a | |
| 9 | Schumann, Toccata op. 7 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Während der Bewertungsarbeit hat sich herausgestellt, dass der Bereich der mittleren Schwierigkeitsgrade (4–6) am heikelsten ist. Hin und wieder führt das dazu, dass ein Stück zum Beispiel mit der Kategorie „3/4“ zu bewerten ist, obwohl es allein vom Klaviertechnischen her eine „3“ verdient hätte. Als Beispiel für solch eine „Grenzüberschreitung“ (leicht/mittel) diene das erste Stück der Schumannschen „Kinderszenen“ op. 15 Von fremden Ländern und Menschen oder in die andere Richtung „6/7“ ein Teil der Bachschen „Englischen Suiten“. Und selbstverständlich gibt es auch innerhalb einer Hauptkategorie „Von-bis“-Wertungen (z. B. 7/8).
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Prof. Rolf Koenen © 2010

