Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen
Claude Debussy
La cathédrale engloutie
Herausgeber: Ernst-Günter Heinemann
Fingersatz: Hans-Martin Theopold
6,00 €
Urtextausgabe, broschiert
Seiten: 7, Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 643 · ISMN M-2018-0643-3
Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 6)
Diese Einzelausgabe, die Nr. 10 aus dem ersten Heft der Préludes (HN 383) von 1910, zeigt den Fantasiereichtum Debussys, der die alte, im Meer versunkene Stadt Ys beschwört. Debussy hat dieses Stück gern selbst gespielt und auch in einer Einspielung auf Klavierrolle hinterlassen. Sie erlaubt wichtige Einsichten in seine Tempogestaltung. Die Bezeichnung Prélude, man denkt an Chopin, macht den Rückbezug auf traditionelle Formen deutlich, denen sich der mittlerweile arrivierte Komponist allmählich wieder zuwandte. So wird denn auch der programmatische Titel, wie bei allen Préludes, erst am Schluss des Stückes wiedergegeben, womit seine lediglich andeutende Beiläufigkeit zum Ausdruck kommt.
Pressestimmen
... is nu verkrijgbaar als losse uitgave in de Urtext-editie van het gerenommeerde Henle Verlag. Zoals we gewend zijn van deze uitgever is het notenbeeld zeer rustig en overzichtelijk: het is een genot om muziek uit deze uitgave te spelen of om de partituur mee te lezen bij het beluisteren van opnamen.
[Piano Wereld]
This is a worthwhile publication, ... it is a magnificent composition in its own right. ... In this Henle edition, there is a specific reference that Debussy doubles the speed between bars 7 and 12, and between 22 and 83, being completely contrary to what is printed. Since these sections take up most of the 89 bar piece the eternal question is – why did he write it this way if he intended to interpret it otherwise? ... Even though the piano world is very much aware of the "discrepancy", this is the first time that I have seen it referred to in an edition of the piece. Henle are to be applauded for doing this, ... I recommend that all students of the piano obtain a copy of this separate publication. ...
[Music Teacher Magazine]
Die Schwierigkeitsgrade der
Klaviermusik im G. Henle Verlag
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| leicht | mittel | schwer | ||||||
Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag
| Stufe | Grad | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Nr. 4 und 5 |
| 2 | Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Nr. 1 Präludium C-dur | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonaten op. 49,1 und 2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12, Nr. 4 |
| 5 | Schumann, Fantasiestücke op. 12, Nr. 1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27, Nr. 1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10, Nr. 3 |
| 8 | Beethoven, Klaviersonate op. 81a | |
| 9 | Schumann, Toccata op. 7 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Während der Bewertungsarbeit hat sich herausgestellt, dass der Bereich der mittleren Schwierigkeitsgrade (4–6) am heikelsten ist. Hin und wieder führt das dazu, dass ein Stück zum Beispiel mit der Kategorie „3/4“ zu bewerten ist, obwohl es allein vom Klaviertechnischen her eine „3“ verdient hätte. Als Beispiel für solch eine „Grenzüberschreitung“ (leicht/mittel) diene das erste Stück der Schumannschen „Kinderszenen“ op. 15 Von fremden Ländern und Menschen oder in die andere Richtung „6/7“ ein Teil der Bachschen „Englischen Suiten“. Und selbstverständlich gibt es auch innerhalb einer Hauptkategorie „Von-bis“-Wertungen (z. B. 7/8).
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Prof. Rolf Koenen © 2010

