Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen
Isaac Albéniz
Mallorca op. 202
Herausgeber: Johannes Behr
Fingersatz: Rolf Koenen
7,50 €
Urtextausgabe, broschiert
Seiten: 14 (III, 11), Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 830 · ISMN M-2018-0830-7
Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 4)
Wie bei Albéniz’ berühmtem „Asturias“ wurde auch bei „Mallorca“ die Transkription für Gitarre weitaus populärer als die Originalfassung für Klavier. Albéniz komponierte diese zart-verträumte „Barcarolle“ vermutlich während seiner zweiten Mallorca-Reise im Mai 1890. Damit blieb er der Vorliebe treu, Regionen seines Heimatlandes musikalisch zu porträtieren. Enrique Granados, der Albéniz als Freund und Förderer verehrte, soll sich am Sterbebett des Komponisten ans Klavier gesetzt und ihn mit einer Darbietung von „Mallorca“ sehr bewegt haben. Unsere Ausgabe empfiehlt das feinsinnige Werk heutigen Pianisten in Henle-typischer Texttreue und überzeugender Notenstichqualität.
Pressestimmen
Die Ausgabe ist von gewohnt hoher Henle-Qualität.
[VdM Literaturempfehlungen für den Unterricht, 2010]
Diese Ausgabe ist von gewohnt hoher Henle-Qualität. Ein Vorwort informiert über Hintergründe der Entstehung, die „Bemerkungen” am Ende des Heftes geben Aufschluss über die Quellenlage und machen Entscheidungen des Herausgebers nachvollziehbar.
[NMZ, 2010]
De uitgave is overzichtelijk en goed verzorgd, zoals we van Henle gewend zijn. Bijzondere aandacht is gegeven aan zinvolle oplossingen voor grote grepen. Met haakjes is duidelijk aangegeven waar de handen bepaalde noten van elkaar kunnen overnemen, zodat akkoorden niet onnodig hoeven te worden gebroken.
[Pianowereld, 2008]
Die Schwierigkeitsgrade der
Klaviermusik im G. Henle Verlag
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| leicht | mittel | schwer | ||||||
Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag
| Stufe | Grad | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Nr. 4 und 5 |
| 2 | Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Nr. 1 Präludium C-dur | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonaten op. 49,1 und 2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12, Nr. 4 |
| 5 | Schumann, Fantasiestücke op. 12, Nr. 1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27, Nr. 1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10, Nr. 3 |
| 8 | Beethoven, Klaviersonate op. 81a | |
| 9 | Schumann, Toccata op. 7 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Während der Bewertungsarbeit hat sich herausgestellt, dass der Bereich der mittleren Schwierigkeitsgrade (4–6) am heikelsten ist. Hin und wieder führt das dazu, dass ein Stück zum Beispiel mit der Kategorie „3/4“ zu bewerten ist, obwohl es allein vom Klaviertechnischen her eine „3“ verdient hätte. Als Beispiel für solch eine „Grenzüberschreitung“ (leicht/mittel) diene das erste Stück der Schumannschen „Kinderszenen“ op. 15 Von fremden Ländern und Menschen oder in die andere Richtung „6/7“ ein Teil der Bachschen „Englischen Suiten“. Und selbstverständlich gibt es auch innerhalb einer Hauptkategorie „Von-bis“-Wertungen (z. B. 7/8).
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Prof. Rolf Koenen © 2010

