Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen
Robert Schumann
Paganini-Etüden op. 3 und op. 10
Herausgeber: Ernst Herttrich
Fingersatz: Klaus Schilde
25,50 €
Urtextausgabe, broschiert
Seiten: 92 (XXII, 70), Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 614 · ISMN M-2018-0614-3
Wie viele Komponisten seiner Zeit war auch Robert Schumann fasziniert von der Gestalt des „Zaubergeigers“ Nicolò Paganini. Als er in den Jahren 1832/33 eine Klavierschule plante, die sowohl eigene als auch fremde Stücke enthalten sollte, setzte er sich intensiv mit Paganinis virtuosen Violin-Capricen auseinander. In diesem Geist entstanden Schumanns eigene Capricen op. 3, die sich sehr eng und in pädagogischer Absicht an das Original Paganinis anlehnen. Opus 10 geht dagegen freier mit der Vorlage um und ist stärker im Hinblick auf eine effektvolle Aufführung konzipiert. Unsere Urtextausgabe sämtlicher Paganini-Etüden wird ergänzt durch eine umfangreiche Erläuterung des Komponisten zur Ausführung, die dieser seinem Opus 3 voranstellte.
Pressestimmen
Inhalt: außergewöhnlich (5 Sterne)
Druck: außergewöhnlich (5 Sterne)
Layout: außergewöhnlich (5 Sterne)
Vorbildliche Edition in quellenkritischer Hinsicht wie auch im Druck.
[Music Manual]
Eine schöne Urtext-Ausgabe der Paganini-Etüden von Robert Schumann! Wie gewohnt bietet der [Henle] Verlag nebem einem exzellenten Druckbild auch einen reichhaltigen Anmerkungsapparat, der neben dem Kritischen Bericht auch Schumanns originales Vorwort zu Opus 3 und dessen eigene (!) Rezension von Opus 10 in der April-Ausgabe der Neuen Zeitschrift für Musik von 1836 enthält.
[Piano News]
The Schumann Paganini Studies op 3 and 10 may be just the compilation you’re looking for: the all-trilingual backup includes Schumann’s own written prefaces to each opus, while the variant readings fill four more pages alone.
[Music Teacher, 2002]
Inhalt
- Paganini-Etüden op. 3
-
Caprice 1, Agitato op. 3
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7/8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Caprice 2, Allegretto op. 3
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Caprice 3, Andante op. 3
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 6/7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Caprice 4, Allegro op. 3
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Caprice 5, Lento. Allegro assai op. 3
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Caprice 6, Allegro molto op. 3
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7/8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » - Paganini-Etüden op. 10
-
Etude 1 op. 10
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 9)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Etude 2 op. 10
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 7)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Etude 3 op. 10
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 9)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Etude 4 op. 10
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 9)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Etude 5 op. 10
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 9)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades » -
Etude 6 op. 10
Schwierigkeitsgrad (Klavier): schwer (Stufe 8)weitere Titel dieses Schwierigkeitsgrades »
Die Schwierigkeitsgrade der
Klaviermusik im G. Henle Verlag
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| leicht | mittel | schwer | ||||||
Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag
| Stufe | Grad | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Nr. 4 und 5 |
| 2 | Bach, Wohltemperiertes Klavier I, Nr. 1 Präludium C-dur | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonaten op. 49,1 und 2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12, Nr. 4 |
| 5 | Schumann, Fantasiestücke op. 12, Nr. 1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27, Nr. 1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10, Nr. 3 |
| 8 | Beethoven, Klaviersonate op. 81a | |
| 9 | Schumann, Toccata op. 7 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Während der Bewertungsarbeit hat sich herausgestellt, dass der Bereich der mittleren Schwierigkeitsgrade (4–6) am heikelsten ist. Hin und wieder führt das dazu, dass ein Stück zum Beispiel mit der Kategorie „3/4“ zu bewerten ist, obwohl es allein vom Klaviertechnischen her eine „3“ verdient hätte. Als Beispiel für solch eine „Grenzüberschreitung“ (leicht/mittel) diene das erste Stück der Schumannschen „Kinderszenen“ op. 15 Von fremden Ländern und Menschen oder in die andere Richtung „6/7“ ein Teil der Bachschen „Englischen Suiten“. Und selbstverständlich gibt es auch innerhalb einer Hauptkategorie „Von-bis“-Wertungen (z. B. 7/8).
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Prof. Rolf Koenen © 2010

