Die Entstehungsgeschichte der Vierten Symphonie reicht möglicherweise zurück in die 1870er Jahre, als Brahms sich mit der Bach-Kantate „Nach dir, Herr, verlanget mich“ befasste, deren Chaconne-Thema die Keimzelle zum Finale bildet. Um den 29. August 1885 schrieb Brahms an Hans von Bülow aus Mürzzuschlag in der Steiermark: „Ein paar entr’actes aber liegen da – was man so zusammen gewöhnlich eine Sinfonie nennt. […] Ich fürchte […], sie schmeckt nach dem hiesigen Clima – die Kirschen hier werden nicht süß.“ Um „bittere“ Kirschen handelt es sich jedoch keineswegs. Das Werk gehört heute zum Kanon klassisch-romantischer Symphonik. Unsere handliche und preisgünstige Studien-Edition basiert auf dem Text der Johannes Brahms Gesamtausgabe (HN 6015).