Der Sommer 1844 war bereits der fünfte, den Frédéric Chopin auf dem Landgut George Sands, in Nohant, verbrachte. Die Zeit fern von Paris verschaffte dem Komponisten den nötigen kreativen Freiraum, der in jenem Jahr neben der h-moll-Sonate die kurze und delikate Berceuse (Wiegenlied) hervorbrachte. Letztere ist für ihre träumerischen, exquisiten Klangwirkungen bekannt – und dennoch zählt sie zu den am stärksten konstruierten Werken Chopins. Ursprünglich war der nüchterne Titel „Variantes“ vorgesehen: Eine Skizze veranschaulicht, wie Chopin diese „Varianten“ entwarf. Entstehungsgeschichte und Quellenlage werden in unserer revidierten Ausgabe auf dem neuesten Forschungsstand dargelegt. Ein Klassiker des Henle-Katalogs im neuen Gewand!