Während zahlreiche französische Komponisten seiner Zeit versuchten, die großen Formen der Instrumentalmusik zu erneuern, widmete sich Chabrier lieber den Kleinformen von Tanz- und Charakterstücken. Die „Bourrée fantasque“ entstand 1891 als krönender Abschluss seines Klavieroeuvres. Der ehemals streng regulierte, lebhafte Hoftanz wird durch ungewöhnliche Harmonien und Rhythmen angereichert und erscheint dadurch in ganz neuem Licht. Die hier erstmals in einer kritischen Ausgabe unter Berücksichtigung aller Quellen vorgelegte „Bourrée fantasque“ (d. h. „launenhafte Bourrée“) ist besonders charakteristisch für den zwischen Nostalgie, Avantgarde und Parodie changierenden Stil Chabriers.