Auch wenn der spanische Komponist Werke in allen Gattungen schuf, stand doch fraglos das Klavier im Zentrum seines Schaffens. Herausragend aus seinem Frühwerk sind die 12 Danzas españolas, die 1890-95 in vier Heften erschienen. „Meine Inspiration fußt vor allem im Gesang des Volkes,“ erklärte Granados. „Dennoch stellen sie [die Tänze] keine bloße Übertragung dar, sondern sind ganz eigenständig.“ So heben sich die Stücke deutlich von der konventionellen Folklore der Zeit ab. Sie stehen vielmehr in der Tradition der Charakterstücke eines Chopin oder Schumann, mit individuellem Kolorit dank rhythmischer und melodischer Anleihen bei Tänzen aus ganz Spanien. Für diese Urtextausgabe wurden alle verfügbaren Quellen gründlich ausgewertet, darunter auch Granados’ eigene Einspielungen.