Unter den vielen Werken, die Richard Strauss für seine Ehefrau Pauline de Ahna geschrieben hat, nehmen die Vier Lieder op. 27 einen besonderen Platz ein, denn diese machte der Komponist „meiner geliebten Pauline“ am 10. September 1894 zum Hochzeitsgeschenk. Im Gegensatz zu den früheren Liederzyklen beschränkt sich dieser nicht auf einen Dichter, vielmehr kombiniert Strauss hier Gedichte von Karl Henckell (Ruhe, meine Seele) und Heinrich Hart (Cäcilie) mit zwei Texten von John Henry Mackay (Heimliche Aufforderung und Morgen) zu einem kontrastierenden Ensemble schwärmerischer Lieder. Als vielgefragte Konzertsängerin nahm Pauline die Lieder ihres Mannes gerne ins Programm. Besonders häufig wählte sie dabei das impressionistisch anmutende Schlusslied Morgen, das bis heute bekannteste der über 200 Strauss-Lieder. Für die Urtext-Edition wurde neben der 1894 erschienenen Erstausgabe auch das heute in New York aufbewahrte Autograph des Komponisten sorgfältig ausgewertet.