Robert Schumanns Frühlingsnacht („Über’m Garten, durch die Lüfte“) gehörte schon im 19. Jahrhundert zu seinen populärsten Liedern. Franz Liszt schuf darüber eine Klavierbearbeitung, die sich in kaum 70 Takten zu einem veritablen Konzertstück auswächst – und vor allem in den triolischen Akkorden hohe Ansprüche an die Ausdauer des Pianisten stellt. Der Verbreitung tat dies jedoch keinen Abbruch: Die 1872 erschienene Erstausgabe wurde noch zu Liszts Lebzeiten mehrfach aufgelegt, 1895 erfolgte sogar ein Neustich. In ihrer reichen spieltechnischen Bezeichnung, mit mehreren Ossias und dem Abdruck des Gedichttexts über dem Klaviersatz stellt Liszts Bearbeitung damals wie heute höchste Anforderungen an den Notensatz, denen sich die Henle-Urtextausgabe mit Vergnügen stellt.