In seinen Sammlungen von Impromptus und Moments musicaux zeigt Franz Schubert am Ende seines Lebens auf beeindruckende Weise, wie die lyrisch-liedhafte Form auf dem Klavier wiedergegeben werden kann. Schuberts populäre „Impromptus“ op. 90 etwa weisen bei aller Einfachheit die Endgültigkeit vollendeter Kunstwerke auf und zählen zu den beliebtesten Werken der romantischen Klaviermusik überhaupt. Die dritte Nummer aus Op. 90, das Andante in Ges-dur, ist eine geheimnisvolle Träumerei im Pianissimo. Eine ruhige Melodie schwebt über einer raunenden Begleitung von Achteltriolen, während die Harmonien sehr behutsam wechseln. Diese Urtextausgabe liefert das Werk als Einzelausgabe in der originalen Tonart. In anderen Ausgaben wird es zur leichteren Spielbarkeit oft nach G-dur transponiert, was jedoch das gedämpfte Kolorit dieses Stückes abschwächt.