Die B-dur-Sonate Nr. 11 erschien als hochvirtuose Komposition nicht in einer Gruppe mit anderen Sonaten, sondern behauptet sich allein als Opus 22 unter dem Titel „Grand Sonate“. Beethoven bot sie seinem Verleger Hoffmeister im Dezember 1800 als „eine große Solo Sonate“ an und warnte kurz darauf noch einmal ausdrücklich: „diese Sonate hat sich gewaschen“. Unter den früheren Sonaten ist die B-dur-Sonate die chronologisch erste, bei der für die Edition auch ein Manuskript zur Verfügung steht. Zwar nicht von Beethoven, aber immerhin eine von ihm überprüfte Abschrift, anhand derer die Originalausgabe auf ihre Zuverlässigkeit geprüft werden kann – ein editorisch wichtiger Faktor, auf den man bei den Sonaten mit niedrigeren Opuszahlen leider verzichten muss. Verantwortlich für diese Neuausgabe sind erneut die Editoren Norbert Gertsch und Murray Perahia, den Fingersatz steuert Murray Perahia selbst bei.