Nach den drei Klaviersonaten op. 2 aus den Jahren 1794/95 plante Beethoven vermutlich ohne Verzögerung eine weitere Dreiergruppe. Die Grande Sonate op. 7 wurde aufgrund ihres enormen Umfangs aus diesem neuen Projekt ausgeschieden und separat veröffentlicht. Doch mit den Sonaten c-moll, F-dur und D-dur lag Anfang 1798 die nächste Trias vor, die noch im selben Jahr als Opus 10 in Wien auch im Druck erscheinen sollte. Wie schon die Sonate in c-moll, op. 10 Nr. 1, umfasst auch diejenige in F-dur nur drei Sätze und weicht von dem durch Opus 2 und 7 etablierten viersätzigen Modell ab - das Ergebnis eines intensiven Experimentierens mit verschiedenen Menuett-Varianten, die schließlich alle verworfen wurden. Beethovens Handschriften sind zu Opus 10 nicht erhalten, so dass auch diese Urtextausgabe aus der Werkstatt Perahia/Gertsch primär auf die Originalausgabe zurückgreift, wie immer ausführlich kommentiert und ergänzt durch den bewährten Fingersatz von Murray Perahia.