Chopin hat nur wenige Werke in der Hauptform der Klassik, der Sonatenform, hinterlassen – neben dem frühen Klaviertrio nur die beiden Klavierkonzerte, die drei Klaviersonaten und die späte Cellosonate op. 65. Vor allem die beiden Klaviersonaten op. 35 und 58 sind dabei zu seinen bedeutendsten Werken zu zählen.
Die h-moll-Sonate op. 58 komponierte Chopin 1844 in Nohant, auf dem Landsitz George Sands. Das Werk ist vielleicht etwas konventioneller als die frühere b-moll-Sonate. Chopin zeigt darin, dass er entgegen der gelegentlich geäußerten Ansicht, die strenge (Sonaten-)Form sei nicht seine Sache gewesen, doch auch diese Gattung beherrschte und sich in ihr genauso intensiv und echt ausdrücken konnte wie in den kleineren romantischen Charakterstücken.