Schuberts 22 Klaviersonaten spiegeln den kompositorischen Weg, den dieser allzu früh verstorbene Komponist gegangen ist, sehr genau wider. Von den ersten Versuchen des Sechzehn- bis Neunzehnjährigen ist eine kontinuierliche Entwicklung festzustellen hin zu den fünf gro-ßen Sonaten, die er in den Jahren zwischen 1823 und 1826 komponierte und schließlich zu den drei kurz vor seinem Tod entstandenen, meisterlichen Sonaten, die ihn als Sonatenkom-ponisten fraglos auf eine Stufe mit Beethoven stellen.
Band II der dreibändigen Henle-Urtextausgabe enthält nach der G-dur-Sonate, D 894, op. 78, mit ihrem duftigen Klaviersatz voll zarten Ausdrucks die drei großen Meistersonaten in c-moll, A- und B-dur, mit denen Schubert weit in die Zukunft vorausgreift und die zum klassischen Kanon der Klaviersonaten-Literatur gehören.