Für seine einzige Oper „Leonore“/„Fidelio“ schrieb Beethoven insgesamt vier Ouvertüren. Die sogenannte Leonoren-Ouvertüre Nr. 2 ist chronologisch die erste der Serie und entstand 1805 für die Uraufführung der Oper in Wien. Sie folgt dem Konzept einer Zusammenfassung der wesentlichen Momente des nachfolgenden Bühnenwerks und verzichtet auf eine formale Abrundung mittels Wiederaufnahme der Exposition. Vielmehr führt das zweimal erklingende Trompetensignal, das in der Oper die Lösung des Konflikts andeutet, hier direkt zur Überleitung in die Coda. Die Ouvertüre erscheint nun als Studien-Edition auf der Basis des Notentexts der Beethoven-Gesamtausgabe mit einem neuen Vorwort.