Dem merkwürdigen Titel des 1899 entstandenen kleinen Klavierstücks, „Pavane für eine verstorbene Infantin“, soll man nach Ravels eigener Aussage nicht zu viel Bedeutung beimessen. Er wählte ihn vor allem aus Freude an der Alliteration der Formulierung. Zugleich räumte er aber ein, die Musik beschwöre „eine Pavane, die eine kleine Prinzessin einst am spanischen Hof hätte tanzen können“. Nach der Uraufführung 1902 errang das einfache, aber wirkungsvolle Werk eine beispiellose Popularität, die sich nicht zuletzt in den zahllosen Bearbeitungen niederschlug, wovon diejenige für kleines Orchester von Ravel selbst stammt. Wir bringen das Werk in seiner Originalfassung als treffliche Erweiterung unseres Ravel-Programms.