Beethoven berichtete einst, dass er seine letzten drei Klaviersonaten (op. 109, 110, 111) in den Jahren 1820 bis 1822 in einem Zuge niedergeschrieben habe. Tatsächlich bilden sie eine innerlich zusammengehörige Gruppe. Die As-dur-Sonate Nr. 31 op. 110 ist dabei von einer elegisch-schwärmerischen Stimmung geprägt. Im geradezu vokal orientierten Finalsatz erinnern Rezitativ- und Arioso-Figuren daran, dass Beethoven gleichzeitig an seiner berühmten „Missa Solemnis“ arbeitete. Wer sich dieser Sonate in der sorgfältig editierten Henle-Urtextausgabe widmet, kann demonstrieren, wie brillante Technik und innerliche Ausdruckskraft miteinander zu verschmelzen sind.