Die 1802 erschienene Komposition stellt ein von Opus 51 Nr. 1 völlig unabhängiges Konzertstück dar. Im Vergleich zum ersten Rondo (op. 51 Nr. 1) ist das zweite wesentlich länger und im Ausdruck deutlich anders gestaltet. Lyrische Züge dominieren hier ohne jeden Einbruch von Dramatik, der für Beethovens Schaffen sonst so charakteristisch ist. So erlangte das eher zurückhaltende Werk auch nicht die gleiche Popularität wie das Rondo op. 51 Nr. 1 und lädt nach wie vor zur Entdeckung ein. Auf Grundlage ihrer Vorarbeiten für die kritische Gesamtausgabe hat Beethoven-Spezialistin Joanna Cobb Biermann den Notentext der Henle-Urtextausgabe sorgfältig revidiert und das Vorwort auf den neuesten Stand der Wissenschaft gebracht.