Eines der wichtigsten und schönsten Klavierwerke Mendelssohns wurde von Ullrich Scheideler auf den Prüfstein der Quellenkritik gelegt und mit umfassendem Kommentarteil hiermit neu herausgegeben. In der Erstfassung von 1828 wurde das spritzige Bravourstück noch als „Etude“ bezeichnet. Zwei Jahre später wollte Mendelssohn das Werk der jugendlichen Klaviervirtuosin Delphine von Schauroth überreichen, der er gerade den Hof machte. Für sie gestaltete er das Werk unter dem neuen Titel „Rondo capriccioso“ noch deutlich brillanter und fügte ein – so steht es in einem Brief an Fanny – „rührendes Einleitungsadagio“ hinzu. In dieser Form stellt das Werk bis heute alle fortgeschrittenen Pianisten vor reizvolle und dankbare Aufgaben.