Die Bedeutung Beethovens als Schöpfer monumentaler Orchesterwerke sowie bedeutender Kammermusik und Solosonaten ist so groß, dass sein reiches Liedschaffen daneben oft kaum wahrgenommen wird. Dabei bieten die Lieder Beethovens ein höchst unterhaltsames Repertoire, in dem sich Liebes- und Scherzlieder mit ernsten Stücken philosophischen oder religiösen Inhalts abwechseln. Neben Goethe lieferten unter anderem Claudius, Herder, Lessing, Gellert und Rousseau das lyrische Textmaterial. So entsteht ein Zeitpanorama des ausgehenden 18. und des beginnenden 19. Jahrhunderts mit seiner spezifischen Verbindung von Naturgefühl, aufklärerischem Denken und religiösem Empfinden. Die auf der Beethoven-Gesamtausgabe basierende Henle-Urtextausgabe in zwei Bänden enthält auch jene Lieder, die erst lange nach Beethovens Tod wiederentdeckt wurden und daher lange kaum bekannt waren. Ein ausführliches Vorwort zur Geschichte und Quellenlage der Beethoven’schen Lieder rundet die Ausgabe ab.