Brahms’ erste Klavierwerke setzen sich mit der klassischen Form der Sonate auseinander. Das Scherzo op. 4 gehört insofern in diesen Zusammenhang, als es als selbständiger Sonatensatz betrachtet werden kann. Mit der für den langsamen Satz der ersten Sonate verwendeten Me-lodie des altdeutschen Minnelieds „Verstohlen geht der Mond auf“ und den dem zweiten Satz der Sonate op. 5 vorangestellten Zeilen aus einem Gedicht Sternaus gibt sich Brahms jedoch auch als Romantiker zu erkennen. Das Spannungsfeld zwischen Klassik und Romantik ist in den Opera 1, 2, 4 und 5 denn auch deutlich zu hören. – Die nur ein knappes Jahr nach der Sonate op. 5 entstandenen Balladen op. 10 sind dagegen durch und durch romantische Klavierstücke. Am bekanntesten ist sicher Nr. 1 nach der schottischen Ballade Edward aus Herders „Stimmen der Völker“ geworden.