Diese im Sommer 1848 ausgearbeiteten, aber vermutlich bereits früher entworfenen Klavieretüden erschienen in der deutschen Originalausgabe Anfang 1849 nur mit der Nummerierung 1–3. In der französischen Erstausgabe Ende des gleichen Jahres erhielten sie – möglicherweise auf Wunsch des Verlegers – den neuen Titel „Trois Caprices poétiques“ und zusätzlich jene charakteristischen Einzelüberschriften „Il lamento“, „La leggierezza“ und „Un sospiro“, die sich für die bis heute sehr beliebten Stücke durchsetzen sollten. Gegenüber den frühen Etüden, in denen der rein klaviertechnische Aspekt im Vordergrund steht, bildet hier die poetisch-klangliche Idee das Zentrum dieser dezidiert für den Konzertvortrag geschriebenen Kompositionen. Für die Revision standen mehrere inzwischen neu bekannt oder zugänglich gewordene Quellen zur Verfügung – darunter das als Stichvorlage dienende Autograph.