Im März 1848 ließ sich Liszt zusammen mit seiner neuen Lebensgefährtin, der Prinzessin Carolyne Sayn-Wittgenstein, in Weimar nieder. Es begann ein Lebensabschnitt der Sesshaftigkeit. Nicht zuletzt von der Partnerin zur Abkehr von der Virtuosenkarriere und zur Konzentration aufs kompositorische Metier angespornt, schloss er die Arbeit an den heute unter Il lamento, La leggierezza und Un sospiro bekannten Etüden im Sommer 1848 ab. Im Gegensatz zu den mehr klaviertechnisch orientierten frühen Etüden Liszt, dominiert in den neuen Konzertetüden die poetische Idee und Klangvorstellung. Sie werden häufig im Konzert gespielt und gehören zu den Pflichtstücken in Musikhochschule und Klavierwettbewerb.