Die 1888 nach mehrjähriger Arbeit vollendete Violinsonate d-moll op. 108 ist Brahms’ letzter Beitrag zu dieser Gattung. Im Gegensatz zu den beiden liedhaft-heiteren Sonaten in G-dur und A-dur präsentiert sich seine dritte Violinsonate als einzige in einer Molltonart, groß angelegt mit vier Sätzen und voller spannungsgeladener Dramatik. Das technisch und musikalisch gleichermaßen anspruchsvolle Werk wird gekrönt durch einen fulminanten Finalsatz, an dem schon Brahms’ Zeitgenossen den „fortstürmenden Zug“ bewunderten. Grund genug für den G. Henle Verlag, diese Sonate auch in einer Einzelausgabe anzubieten.
Der Notentext dieser revidierten Urtextausgabe beruht auf dem Band der Neuen Brahms Gesamtausgabe, die höchste wissenschaftliche Genauigkeit garantiert. Die hilfreichen und musikalisch wohlüberlegten Fingersätze stammen vom bewährten Kammermusikduo Frank Peter Zimmermann und Martin Helmchen.