Nachdem die erste Cellosonate von 1872 (HN 1057) rasch populär geworden war, mahnte der Verleger immer wieder die Komposition einer zweiten Sonate für diese Besetzung an. Aber erst im März 1905, im milden Klima Algeriens, gab Saint-Saëns dem Drängen nach und komponierte eine große viersätzige Sonate. Er selbst hielt sie der ersten für überlegen, glaubte gar, mit dem dritten Satz „Romanza“ ein Gegenstück zum berühmten „Schwan“ aus dem „Karneval der Tiere“ (HN 943) für die Cellisten zu liefern. Jedoch blieb das neue Werk bis heute im Schatten der ersten Sonate, nicht zuletzt wegen der höheren Ansprüche in technischer und gestalterischer Hinsicht. Unsere Henle-Urtextedition, die erste textkritische Ausgabe des Werkes überhaupt, bietet nun die Gelegenheit zur Wiederentdeckung der Komposition.