Sein ganzes Leben lang beschäftigte Chopin sich mit dem Walzer als Gattung und schuf von tiefmelancholischen Stimmungsbildern bis hin zu virtuosen Paradestücken ein breites Spektrum musikalischer Möglichkeiten. Ungeachtet seines Titels „Grande Valse brillante“ schlägt der zweite Walzer aus Opus 34 einen träumerischen Tonfall in ruhigem Tempo (Lento) an – womit er gewissermaßen als langsamer Satz zwischen den beiden auftrumpfenden Vivace-Sätzen an erster und dritter Stelle in Opus 34 fungiert. Ein vollständiges Autograph ist zu diesem Werk zwar nicht mehr erhalten, aber mehrere Exemplare der 1838 bei Schlesinger erschienenen Erstausgabe enthalten Korrektureintragungen Chopins, die in der Urtextausgabe selbstverständlich berücksichtigt werden.