Die beiden als „Sonates faciles“ erschienenen Klaviersonaten op. 49 sind häufig die ersten Beethoven-Sonaten, mit denen fortgeschrittene Klavierschüler ihr Können beweisen dürfen. Die recht hohe Opuszahl täuscht, denn die beiden zweisätzigen Stücke entstanden etwa zur gleichen Zeit wie die Klaviersonaten op. 10, also 1796 bis 1798. Dass sie sieben Jahre später tatsächlich gedruckt wurden, verdanken wir vermutlich dem geschäftlichen Engagement von Beethovens Bruder Carl, der sie zunächst mehreren Verlegern vergeblich anbot. Endlich erbarmte sich 1805 ein Wiener Verlagshaus – nicht ahnend, welcher Schatz ihm damit in die Finger geraten war. Denn diese kleinen Meisterwerke in gut zu bewältigender Form stießen schon damals auf regen Zuspruch. Mit dieser Henle-Urtextausgabe setzen Murray Perahia und Norbert Gertsch ihre erfolgreiche Revision des Beethoven’schen Sonatenkosmos’ fort.