Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen

Wolfgang Amadeus Mozart

Klaviersonate A-dur KV 331 (300i) mit türkischem Marsch (Alla Turca)

Herausgeber: Wolf-Dieter Seiffert
Fingersatz: Markus Bellheim

7,00 €

Urtextausgabe, broschiert
revidierte Ausgabe
ersetzt HN 50
Ausführlicher Kritischer Bericht
(nicht in der Druckausgabe enthalten)
zum kostenlosen Download

Seiten: 30 (V, 25), Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 1300 · ISMN 979-0-2018-1300-4

Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 5/6)

Eine Sensation war Auslöser dieser notwendigen Neuedition: Im Herbst 2014 tauchte in Budapest ein bislang unbekanntes Mozart-Autograph der berühmten A-dur-Klaviersonate (mit dem unverwüstlichen „türkischen Marsch“) auf. Nach gründlichem Studium dieser Handschrift und nach dem minutiösen Vergleich mit allen übrigen Quellen legt der G. Henle Verlag nun einen erstmals verbindlichen Urtext für wesentliche Teile dieses Meisterwerks vor (das neue Autograph enthält nicht die gesamte Sonate). Die Abweichungen zum bis heute bekannten Notentext muss man als gravierend bezeichnen. Wir sind stolz sagen zu können, dass ein ernsthaftes Studium dieser Sonate ohne Kenntnis unserer Urtextausgabe nicht möglich ist.




ERSTER SATZ Schon früh war die A-Dur-Sonate KV 331 eines der beliebtesten Stücke Mozarts. Sie beginnt mit einem Variationssatz über ein inniges Andante grazioso-Thema und unterscheidet sich so durch das Fehlen eines Satzes in Sonatenform von allen übrigen Sonaten. Auch die Beibehaltung der gleichen Grundtonart in allen drei Sätzen lässt formal eher an ein Divertimento als an eine Sonate denken. Sonatenhaft hingegen sind die vielen melodischen und satztechnischen Entsprechungen zwischen den einzelnen Sätzen. Es ist wohl kein Zufall, dass der Schluss des Variationen-Themas notengleich am Ende des Menuetts, dass an Stelle eines langsamen Mittelsatzes steht, zitiert wird, dass das Überkreuzen der Hände in der vierten Variation des Stirnsatzes seine Entsprechung im Menuett-Trio des dritten Satzes bereits in der dritten Variation des Stirnsatzes vorweggenommen wird und ebenso das lautstarke Ritornell des Rondos in der (6.) Schlussvariation des ersten Satzes bereits anklingt.

ZWEITER SATZ Der zweite Satz, ein Menuett, beginnt – ungewöhnlich - mit zwei fünftaktigen Perioden. Solche Abweichungen vom üblichen Viertakt-Schema, selbst in Tanzsätzen, gehören jedoch zu Mozarts besonderen Stil-Eigenheiten.

DRITTER SATZ Der dritte Satz, mit „Alla Turca“ überschrieben, ist ein Marsch in einer Art Rondo-Form, der durch die Bevorzugung der Moll-Tonarten (am Beginn wird von a- nach e-Moll, später von fis- nach cis-Moll moduliert) exotisches Kolorit schafft. Im A-Dur-Ritornell imitiert Mozart auf köstliche Art den Schlagzeug-Charakter der Janitscharen-Musik, jener türkischen Musik, die unserer europäischen Militärmusik als Modell diente. Dabei nahm Mozart eine spätere Wiener Erfindung im Klavierbau vorweg, das „türkische“ Schlagzeug-Pedal, mit dessen Hilfe eine eingebaute Schlagwerk-Batterie zum Klingen gebracht werden kann. Der Effekt ist ähnlich dem, der in der Ouvertüre zur „Entführung aus dem Serail“ vorkommt.

Paul und Eva Badura-Skoda

Weitere Informationen


Hörbeispiel: William Youn
Oehms Classic OC 1830

1300.mp3

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