Tasteninstrumente > Klavier zu zwei Händen

Wolfgang Amadeus Mozart

Klaviersonate F-dur KV 332 (300k)

Herausgeber: Ernst Herttrich
Fingersatz: Hans-Martin Theopold

9,00 €

Urtextausgabe, broschiert
Ausführlicher Kritischer Bericht
(nicht in der Druckausgabe enthalten)
zum kostenlosen Download

Seiten: 25 (V, 20), Größe 23,5 x 31,0 cm
Bestell-Nr. HN 178 · ISMN 979-0-2018-0178-0

Schwierigkeitsgrad (Klavier): mittel (Stufe 6)

Viele Jahre später als die ältere Mozart-Forschung annahm, sind die drei Klaviersonaten Mozarts KV 330–332 entstanden, nämlich wohl im Sommer 1783 in Wien oder in Salzburg. Die F-dur-Sonate KV 332 wurde zusammen mit ihren beiden „Schwestern“ KV 330 und 331 schon im Jahr darauf, 1784, in Wien gedruckt. Die textlichen Abweichungen dieses Erstdrucks gegenüber dem Autograph sind derart gravierend, dass sich der Herausgeber der Henle-Urtextausgabe dazu entschloss, sowohl dessen dynamisch reichere Bezeichnung im Kleinstich zu übernehmen als auch die üppigeren Verzierungen der Erstausgabe im langsamen Satz in den Haupttext zu übernehmen (die schlichtere autographe Version wird dort als „Ossia“ dargeboten). Eine der technisch schwierigeren Sonaten Mozarts, vor allem im Finale.

*****

ERSTER SATZ Die F-Dur-Sonate KV 332 beginnt ähnlich wie die F-Dur-Sonate KV 280 im Dreivierteltakt. Das kantable Anfangs-Thema dehnt sich im Nachsatz ungewohnt aus und wird von einer Fülle melodiöser Gedanken gefolgt, von denen manche an Haydn erinnern (Takt 13 ff.). An diesem Satz lässt sich wieder einmal keine Lehrbuch-Analyse demonstrieren, obwohl die Hauptmerkmale der Sonatenform wie die Dreiteilung in Exposition, Durchführung und Reprise natürlich vorhanden sind und auch der Tonarten-Plan annähernd zutrifft – sieht man von der stürmischen d-Moll-Passage und der Modulation nach c-Moll vor dem Eintritt des „Seitenthemas“ im regulären C-Dur ab. Aber eine Fülle origineller Einfälle, wie die Hemiolen-Bildung in Takt 64/65, der Beginn der Durchführung mit einem neuen thematischen Gedanken, etc., zeugen von Mozarts Freiheit in der Anwendung der Sonatenform.

ZWEITER SATZ Im darauffolgenden Adagio in B-Dur zeigt sich Mozarts Kunst im Variieren der Wiederholungen. Wie so oft hat er gerade bei solchen Sätzen noch kurz vor der Drucklegung einige ornamentale Bereicherungen angebracht. Eine zweimalige dramatische Moll-Wendung bringt eine ernste, fast tragische Note in diesen sonst eher idyllischen Satz.

DRITTER SATZ Der ungewöhnlich ausgedehnte Schluss-Satz in Sonatenform ist einer der virtuosesten und schwierigsten Klavierstücke Mozarts. Allein an der Setzweise dieses Satzes kann man erkennen, dass Mozart der größte Pianist seiner Zeit gewesen sein muss. Der 6/8-Takt-Rhythmus nimmt so manche Passage der späteren „Jagdfinale“ einiger Klavierkonzerte (zum Beispiel KV 450, 456, 482) vorweg.
Paul und Eva Badura-Skoda

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0178.mp3

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