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Feuilleton

Beethoven aus Sicht der Künstler

© 2020 by Wolf-Dieter Seiffert

 

Eine Einführung zu den Beethoven Filmen finden Sie in unserem Blog.

Thema Leonard Bernstein (19181990) erklärt und spielt die 5. Symphonie (mit dem NBC Orchestra in der Serie "Omnibus Lecture”

Genre Vortrag & Aufführung

Sprache Englisch

Buch Leonard Bernstein

Veröffentlichung 1954

Dauer ca. 33 Minuten

YouTube Film, auch: Film mit spanischen Untertiteln 

Kommentar
Legendär, ein „must see“. Der junge Bernstein analysiert den ersten Satz der V. Symphonie in einer live-TV-Übertragung in seiner unnachahmlich inspirierenden und bis heute begeisternden Art. Der Clou dabei ist, dass Bernstein auch zahlreiche Skizzen Beethovens heranzieht. Er analysiert und erläutert Beethovens mühsamen kompositorischer Weg bis hin zur geradezu unvermeidlich („inevitably“) richtigen Lösung. Bernstein spielt das alles live am Klavier vor und sogar teilweise mit dem Orchester. Eine Sternstunde der Beethoven-Analyse. Ab 25:00 dirigiert Bernstein dann den ersten Satz zusammen mit dem Orchester „Symphonie of the Air“ (siehe auch Film unten, Maximilian Schell, 1979).

 

 

Thema Leopold Stokowski probt und führt Ausschnitte der „Leonoren Overture“ Nr. 3 (mit dem „American Symphonie“ Orchestra auf

Genre Öffentliche Probe

Sprache Englisch

Regisseur Tom Slevin

Buch Peter Moseley

Veröffentlichung 1970

Dauer ca. 11 Minuten

YouTube Film

Kommentar
Stokowski probt 1968 im Alter von 86 Jahren mit der von ihm 1962 gegründeten „American Symphonie“ in Madison Square Gardens (New York). Er ist streng und unerbittlich, bricht immer wieder mit Faustschlag auf’s Pult ab. Nicht viel Worte. Bei 9:25 ff. kommentiert plötzlich ein Sprecher (Michael Kane) aus dem Off, denn die Beethoven-Probe ist lediglich ein Ausschnitt aus einer umfangreichen TV Produktion von 1970 „Stokowski at 88“. Etwas dumpfer Sound, aber unbedingt hörens- und sehenswert.

 

 

Thema Bernstein spielt, probt und erklärt: Klavierkonzert Nr. 1, Fidelio, und Finale der 9. Symphonie – in einem Film namens „Beethoven's Birthday: A Celebration in Vienna with Leonard Bernstein“

Genre Kurze Biographie, Probe, Aufführungen, Erläuterungen

Sprache Englisch

Regisseur Humphrey Burton

Buch Leonard Bernstein und Humphrey Burton

Veröffentlichung 1970

Dauer 80 Minuten

YouTube Film

DVD Beethoven, IX. Symphonie

IMDb Filmdetails

Kommentar
„Beethoven: The greatest composer, let’s face it, who ever lived“ (Bernstein). Aufwändig produzierte TV Sendung (CBS, Amberson Production and ORF) aus Anlass des 200sten Geburtstag von Beethoven. Bernstein berichtet aus dem Off über Beethovens (unglückliches) Leben und hinterlegt es mit zahlreichen (mehr oder weniger passenden) Werkausschnitten, kombiniert mit vielen Abbildungen (Portraits, Stadtpläne, Landschaften, Manuskripte etc.) – und natürlich kommen auch zahlreiche Ausschnitte seines Dirigats und Klavierspiels vor (u.a. IX. Symphonie; Fidelio, Klavierkonzert Nr. 1). 40 Minuten lang Ausschnitte aus Proben der Wiener „Fidelio“-Produktion (13:10 – 53:20) – das hätte gerne ein wenig kürzer ausfallen können, gibt andererseits wunderbare Einblicke in Bernsteins hochprofessionelles und oft ekstatisches Arbeiten sowie Einsichten in Beethovens einzige und „problematische“ Oper; ab 53:25 steht dann die IX. Symphonie (Finale) im Zentrum des Films, zunächst mit Bernsteins wundervollen Worten zur universalen Bedeutung von Beethovens Musik, dann in der grandiosen Live-Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern, dem Wiener Staatsopernchor, und den Solisten Martti Talvela, Plácido Domingo, Shirley Verrett und Gwyneth Jones.

 

 

Thema Yvonne Lefébure [1898-1986] lehrt und spielt Ausschnitte aus op. 110.

Genre Meisterkurs

Sprache Französisch (mit englischen Untertiteln)

Veröffentlichung 1974

Dauer ca. 15 Minuten

YouTube Film

DVD Une leçon de vie ('A Lesson in Life')

Kommentar
Es handelt sich um einen Ausschnitt aus der ausführlichen Dokumentation 'Une leçon de vie' zur großen französischen Pianistin und Lehrerin Yvonne Lefébure. Mit unglaublicher Intensität und Begeisterung spielt und spricht die Pianistin in verschiedenen öffentlichen Meisterkursen und Interviews über Beethovens Musik sowie die ihrer Meinung nach angemessene Interpretation. Auf Dauer etwas anstrengend, dieser Emphase standzuhalten, aber zweifellos lohnend.

 

 

Thema Leonard Bernstein dirigiert die 5. Symphonie (mit Wiener Philharmonikern), eingeführt von Maximilian Schell

Sprache Englisch (mit japanischen Untertiteln)

Veröffentlichung 1979

Dauer ca. 50 Minuten

YouTube Film

Kommentar
Der österreichische Schauspieler Maximilian Schell (19302014) leitet in ungemein sympathischem Plauderton, intelligent und charmant in die Entstehung der Symphonie ein. 4:50 – 11:38 spielt er dann Ausschnitte aus Bernsteins legendärer Analyse und Interpretation von 1954 vor (siehe oben), bevor dann die komplette Symphonie in einer Live-Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern aus dem Großen Musikvereinssaal (1977) erklingt.

 

 

Thema Leonard Bernstein dirigiert die 6. Symphonie (mit Wiener Philharmonikern), eingeführt von Maximilian Schell und Bernstein selbst

Sprache Englisch (mit japanischen Untertiteln)

Veröffentlichung 1979

Dauer ca. 60 Minuten

YouTube Film
11:15 1 - Allegro ma non troppo
23:13 2 - Andante molto mosso
36:58 3 - Allegro
42:43 4 - Allegro
46:28 5 – Allegretto

Kommentar
Bevor ab 10:30 ff. die komplette Symphonie in einer Live-Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern aus dem Großen Musikvereinssaal (1978) erklingt, spannt der Film zwei, ca. 1985? produzierte Werkeinführungen voran: Das gut 5minütige Gespräch Bernsteins mit Maximilian Schell am Klavier sowie Bernsteins kurze „Privat“-Einführung (siehe beides unten, separat).

 

 

Thema Bernstein führt die 7. Symphonie auf und gibt eine kurze Einführung in Beethovens Biografie; Erklärung/ Rezitation von Maximilian Schell

Genre Kurze Beethoven-Biographie, Live-Aufführung, historische Einführung

Sprache Englisch (mit japanischen Untertiteln)

Veröffentlichung ca. 1970

Dauer 60 Minuten

YouTube Film

Kommentar
Die einleitenden Worte zu Beethovens Biographie sind, einschließlich der eingeblendeten Dokumente etc., aus dem groß angelegten Beethoven-Film von 1970 (siehe oben) entnommen. Die Live-Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern (1978) aus dem Großen Musikvereinssaal ab 7:10 ff.
Ab 49:30 ff. führt uns der Schauspieler Maximilian Schell in einem Museum den Erard-Flügel Beethovens aus der Zeit um 1803 vor, indem er auch aus der „Appassionata“ und der „Mondschein“-Sonate etwas vorspielt. Schell erzählt ein wenig über Beethovens Leben in Wien und rezitiert aus dem „Heiligenstädter Testament“ in Englisch (zusammen mit der wunderbaren Dialogpartnerin Marianne Nentwig).

 

 

Thema Bernstein führt die 9. Symphonie (mit Wiener Philharmonikern) auf, eingeführt von Maximilian Schell

Genre Live-Aufführung plus 2 Einführungen (Schell zitiert Rossini; und Bernstein)

Sprache Englisch (mit japanischen Untertiteln)

Veröffentlichung 1980

Dauer 90 Minuten

YouTube Film

Kommentar
Der österreichische Schauspieler Maximilian Schell (1930–2014) schlüpft – unbedingt sehens- und hörenswert – in die Person Rossinis und rezitiert aus dessen lebendigen Erinnerungen an sein einstiges Zusammentreffen mit Beethoven in dessen Wiener Wohnung 1822. Ab 7:50 kommt Leonard Bernstein mit sehr persönlichen Einleitungsworten zur IX. Symphonie zu Wort (auch separat auf Youtube), bevor dann (ab 14:10 ff.) die komplette Symphonie in einer Live-Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern aus dem Wiener Musikverein (1979?) erklingt.

 

 

Thema Leonard Bernstein spricht zu Hause kurz über alle Beethoven Symphonien (außer Nr. 5 und 9)

Genre Vortrag

Sprache Englisch

Veröffentlichung ca. 1985 (?)

Dauer 1–9 Minuten

YouTube
Symphonie 1 (ca. 3 Minuten)
Symphonie 2 (ca. 3 Minuten)
Symphonie 3 (ca. 3 Minuten)
Symphonie 4 (ca. 2 Minuten)
Symphonie 6 (ca. 1 Minute)
Symphonie 6 & 7 (ca. 9 Minuten, am Klavier zusammen mit Maximilian Schell)
Symphonie 8 (ca. 3 Minuten)

Kommentar
Kurzinterpretationen „zu Hause“ stets aus dem persönlichen Blickwinkel des großen, alten Beethoven-Dirigenten. Die Unterhaltung mit Maximilian Schell über die VI. und VII. dabei vielleicht am sehenswertesten.
Ergänzung: Auf Youtube findet sich auch eine ca. 30minütige Radio-Sendung mit einer Analyse Bernsteins der III. Symphonie:
Teil 1, Teil 2, Teil 3

 

 

Thema Sergiu Celibidache probt die 9. Symphonie, 2. Satz (Scherzo)

Genre Öffentliche Probe

Sprache Deutsch (mit englischen Untertiteln)

Regisseur Jan Schmidt-Garre

Veröffentlichung 1991

Dauer ca. 7 Minuten

YouTube Film 

Kommentar
Es ist eine einzige Freude, diesen genialen Dirigenten beim intensiven Proben mit den Münchner Philharmonikern zu erleben. In diesem extrem kurzen Ausschnitt aus der ca. 100minütigen, unbedingt sehenswerten Celibidache-Hommage steht der Anfang des Scherzos aus der IX. Symphonie auf dem Programm – ein langsameres Tempo wird man nie gehört haben. Dafür aber erleben wir jeden einzelnen Instrumenteneinsatz, unterlegt mit Bedeutung und Kraft, ein Crescendo der Superlative: „Diese unglaublich geniale Frische von Beethoven“, sagt Celibidache an einer Stelle – und genau so, als hätten wir dieses Scherzo nie zuvor gehört, klingt seine Interpretation.

 

 

Thema “In search of Beethoven”. Ansatz verschiedener berühmter Dirigenten zu Beethovens Musik

Genre Öffentliche Probe, Interviews, Konzertausschnitte

Sprache Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch, Russisch (mit französischen Untertiteln)

Regisseur Andy Sommer

Buch Andy Sommer und Gaia Varon

Veröffentlichung 1996

Dauer ca. 60 Minuten (2 x 30 Minuten)

YouTube Film 1, Film 2

Kommentar
Den Rahmen des ersten Teils dieser wunderbaren TV-Produktion des Senders „Mezzo“  bilden Probeausschnitte aller vier Sätze der II. Symphonie mit Sir Georg Solti und den Wiener Philharmonikern im Großen Saal des Mozarteums in Salzburg. Ihm geht es dabei oft um Tempofragen im Zusammenhang der sehr schnellen Metronom-Angaben Beethovens. Hochinteressant sind die integrierten Vergleichseinspielungen (auch zur VII. Symphonie, 1. Satz) von Furtwängler, Giulini, Norrington, Kleiber, Karajan, Toscanini, Walter. Zur Tempofrage äußern sich im Interview auch Gardiner, Boulez, Liebermann, Abbado, Muti, Wiener Philharmoniker (Herzer und Schulz) und Mikhail Kopelman (damals Borodin-Quartett).
1. Satz: ab 4:25, 2. Satz: ab 14:38, 3.+4. Satz: ab 23:11.
Den Rahmen des zweiten Teils (der etwas zu vollmundig überschrieben ist mit „The Eagle’s Fervour. The roots of interpretation“) bildet Riccardo Mutis Probe aller Sätze der V. Symphonie mit den Wiener Philharmonikern. Wie im ersten Teil kommen zu Interpretationsfragen neben Muti selbst (Italienisch) zu Wort: Maazel (in perfektem Italienisch), Solti, Abbado, Wiener Philharmoniker (Herzer und Resel), Liebermann; kurze Vergleichseinspielungen werden eingeschliffen von Karajan (1966 und 1971), Harnoncourt (1990), Bernstein (1983), Toscanini (1952), Furtwängler (1943 und 1954), Strauss. Ein besonderes Schmankerl ist dabei der hintereinander geschnittene Vergleich des mysteriösen Übergangs zum Finale ab 23:23 ff.
1. Satz: ab 2:45, 2. Satz: ab 14:48, 3. Satz: ab 21:40, 4. Satz: ab 24:50.

 

 

Thema “Anne-Sophie Mutter. A Life with Beethoven”

Genre Öffentliche Proben, Interviews, Konzertausschnitte

Sprache Englisch

Regisseur Reiner E. Moritz

Veröffentlichung 1999

Dauer ca. 60 Minuten

YouTube Film

Kommentar
Für alle Fans der Geigerin Anne-Sophie Mutter ein Highlight. Sie spricht in einem langen Interview zu Ihrem Verhältnis zu Beethovens Musik und ihrer „lebenslangen“ Auseinandersetzung mit dessen Werken. Zusammen mit dem Pianisten Lambert Orkis werden ausführliche Ausschnitte aus ihrem Pariser Beethoven-Zyklus 1998 gezeigt (Op. 12, 23, 24, 30, 47, 96), auch Probenausschnitte dazu. Bewunderer der Mutter wie Paul Sacher und Etienne Vatelot kommen zu Wort. Man sieht die blutjunge Anne-Sophie zu Beginn des Films in Ausschnitten aus Beethovens Violinkonzert zusammen mit Herbert von Karajan spielen, oder sie wird von Kamera und Mikrofon begleitet, wenn sie das Bonner Beethoven-Haus besucht.

 

 

Thema Claudio Abbado spricht über Beethoven

Genre Interview, Konzertausschnitte

Sprache Italienisch (mit englischen Untertiteln)

Regisseur Paul Smaczny

Veröffentlichung 2002

Dauer ca. 26 Minuten

YouTube Film 

Kommentar
In einem Münchner Hotelzimmer im August 2002 spricht der große italienische Dirigent und Musiker Claudio Abbado (1933–2014) über wesentliche Voraussetzungen des Musikmachens, des Dirigierens. Viele Aspekte kommen sehr intelligent zur Sprache: Dynamik, Tempo, Sprache, Variation, Wiederholung, Form usw. Immer wieder werden kürzere Konzertausschnitte mit ihm eingeschnitten: aus der III., V., VII. und VIII. Symphonie. Wunderbar formuliert, vergleicht er zum Beispiel die musikalische Form mit einem Körper (12:20 ff.). „Eine vorgeschriebene Wiederholung nicht zu machen, ist wie einen Arm zu amputieren“ oder zur unbedingt notwendigen Texttreue des Interpreten (17:22 ff.): „We must keep interpreting what the composer says. … He is our ultimate resource. The composer knows best. We can always discover something new in his statements”.

 

 

Thema “Daniel Barenboim on Beethoven Piano Sonatas” (Chicago/ Symphonie Hall).

Genre Meisterkurse

Sprache Englisch

Regisseur Allan Miller

Veröffentlichung 2005

Dauer 7 x ca. 60 Minuten

YouTube
1 Lang Lang: op. 57/1
2 David Kadouch: op. 31/1/1
3 Jonathan Biss: op. 109/3
4 Alessio Bax: op. 106/4
5 Javier Perianes: op. 110/1
6 Saleem Abboud Ashkar: op. 53/1
7 Shai Wosner: op. 31/2/1
Zusammenschnitt

DVD Film

Kommentar
Im Januar 2005 fanden in Chicago öffentliche Klavier-Meisterkurse von und mit Daniel Barenboim statt. Sieben hochbegabte Pianisten spielten ihm und dem Publikum je einen Beethoven-Satz vor, darunter Lang Lang, Jonathan Biss, David Kadouch u.a.
Diese stets knapp 60 Minuten Unterricht gehören mit zum Besten, was je über Beethoven-(Klavier)spiel gesagt wurde. Barenboim ist höchst präsent und engagiert. Was er freundlich kritisierend sagt, ist für den „Studenten“, wie alle Zuhörer ungemein inspirierend. Barenboim hat ein unerschöpfliches Wissen, einen fast erschreckenden Tiefenblick in Beethovens Kosmos. Er schöpft aus seiner lebenslangen, intellektuellen und manuellen Auseinandersetzung mit jedem Beethoven-Takt.
Auch als Nicht-Pianist profitiert man von Barenboims Einsichten und Reflektionen; ihm zuzuhören ist beglückend. Kein Handbuch zu Beethovens Klaviersonaten könnten auch nur annähernd so informativ und überzeugend sein. Darüber hinaus spielt Barenboim selbst viel vor (2005 noch auf dem Gipfel seiner pianistischen Fähigkeiten), zur Verdeutlichung seiner Intentionen und konkreten Kritik. Wer als (werdender) professioneller Pianist diese Sternstunden des Klavierunterrichts nicht kennt, sollte sie sich schnellstens ansehen (es gibt die Meisterkurse auf 2 DVDs, allerdings, merkwürdigerweise, ohne den Pianisten Javier Perianes). Eine besondere Reflektion erfahren die Kurse dadurch, dass das Publikum Fragen stellen darf und Barenboim sie alle so persönlich und intelligent beantwortet, dass es eine reine Freude ist. Einer der vielen Höhepunkte für mich ist die Antwort Barenboims auf die Frage eines jungen Manns nach den „most important aspects in Beethoven sonatas“ (Lang Lang-Meisterkurs ab 39:15 ff.).

 

 

Thema “Keeping Score: Beethoven's Eroica”. Michael Tilson Thomas und das San Francisco Symphony Orchestra erklären, proben und bringen die 3. Symphonie zur Aufführung

Genre Vortrag, Proben, Interviews, Konzertausschnitte, Konzert

Sprache Englisch

Regisseur David Kennard und Joan Saffa

Buch Michael Tilson Thomas

Veröffentlichung 2006

Dauer ca. 55 Minuten (im Anschluss Live-Konzert der III. Symphonie)

YouTube Film

DVD Film

Kommentar
Der großartige amerikanische Dirigent Michael Tilson Thomas führt uns in locker amerikanischem Tonfall, aber inhaltlich seriös in Beethovens „Eroica“ ein. Er stellt fest, dass vieles darin gar nicht „heroisch“ ist. Man erlebt den von der Sache sichtlich begeisterten Tilson Thomas beim Proben mit dem San Francisco Symphonie Orchestra, aber er sitzt auch spielend und erklärend am Klavier, und auch Ausschnitte aus dem anschließenden Live-Konzert werden eingeschnitten (das komplette Konzert folgt dann ab ca. 57:00 ff.). Auch Orchestermusiker kommen zu Wort.
Tilson Thomas stellt bei der Betrachtung der Musik häufig konkrete Bezüge zu Beethovens Leben aus der Zeit der Entstehung der III. Symphonie her (1803/4) und springt dabei freilich gelegentlich ein wenig zu kurz. Über musikalische Aspekte im eigentlichen Sinne wird leider gar nicht gesprochen. Dennoch können Tilson Thomas Schlagworte zu den einzelnen Sätzen einen sehr guten Einstieg in die Beschäftigung mit dieser außerordentlichen Symphonie bilden, vor allem für interessierte Laien; der 1. Satz ist nach seinen Worten „about life, youth, joy, frustration, …“, der 2. Satz „concerns death”, der 3. Satz „is the joy of creativity” (die erste Flöte des San Francisco Symphonie Orchestra charakterisiert ihn frappierend richtig als “the best day of your life”), der 4. Satz “is a shameless show-off piece”.
Der ungemein sympathische und intelligente Dirigent besucht diverse österreichische Schauplätze wie zum Beispiel Heiligenstadt und den „Eroica“-Saal des Wiener Palais Lobkowitz. Die bekannten biographischen Hintergründe kommen mehr oder weniger ausführlich zur Sprache: die beginnende Taubheit (treffend festgestellt: weniger ein Problem für den Komponisten als vielmehr für den Menschen Beethoven: beginnende soziale Isolation), der Wettbewerb mit dem Supervirtuosen Daniel Steibelt, und Napoleon als ursprünglicher Widmungsträger der III. Symphonie.
Insbesondere Steibelt gewinnt bei Tilson Thomas an Profil, nicht nur, weil er dessen Leben ein wenig Revue passieren lässt und dessen Klavierquintett anspielt, sondern vor allem, weil er aus der berühmten Begebenheit mit dem umgedrehten Notenblatt fruchtbare Konsequenzen zieht: die kopfstehenden Bassnoten, auf die Beethoven aus dem Stegreif improvisiert hatte, bilden letztlich das banale Thema des Finales der „Eroica“. Beethoven errichtet in seiner III. Symphonie über der immer wiederkehrenden Basstonfolge variierend die triumphale Demonstration seiner kolossalen kompositorischen Überlegenheit. Die „Eroica“ bildet nicht zufällig den entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der Symphonie.
1. Satz: 7:21 ff., 2. Satz: 23:00 ff., 3. Satz: 34:30 ff., 4. Satz: 41:51 ff.

 

 

Thema Nikolaus Harnoncourt probtdie 5. Symphonie mit dem Chamber Orchestra of Europe (Graz/ Styriarte Festival)

Genre Probe

Sprache Englisch und Deutsch

Veröffentlichung 2007

Dauer ca. 68 Minuten

YouTube Film

Kommentar
Harnoncourt probt mit dem exzellenten „Chamber Orchestra of Europe“ die V. Symphonie. Er lässt die Musik viel laufen und ruft hinein, lobt, gibt etliche Anweisungen, erklärt (in mäßigem Englisch), singt mit, grummelt und vor allem: Er dirigiert nicht mit gewöhnlichem Schlag, sondern in seiner ganz eigentümlich suggestiven, die Musik nachmalenden Art, mit ganzem Körper das Tempo (in den Außensätzen) antreibend. Dadurch ist das Orchester manchmal hörbar nicht wirklich zusammen, insbesondere beim sehr schnellen Kopfsatz. Auch in kurzen Interviewausschnitten kommt Harnoncourt zu Wort; da spricht er Deutsch (untertitelt in Englisch).
Ein köstliche Stelle (halb auf Deutsch) ist die Frage an die Kontrabassisten, warum „moderne“ Orchester-Kontrabässe (anders als die hier probenden) mit Stahlsaiten spielen (was seiner Meinung nach insbesondere beim Pizzicato scheußlich klingt): 20:40 ff. Besonders aus dem Herzen spricht mir Harnoncourt, wenn er die oft insbesondere in angelsächsischen Ländern anzutreffende, geradezu naive Gleichsetzung von Biographie und Komposition ablehnt (29:42 ff.); grandios die deutliche Verbesserung des Trio-Anfangs: „that‘s dance music … that must absolutely sound Austrian“ – und auf einmal spielen die Bässe, Violen etc. geradezu schunkelnd auf: ab 42:20 ff. Und dann natürlich der berühmte Übergang ins Finale, ab 45:45 ff.: Harnoncourt bittet den Pauker um einen mehr „hölzernen“, „gefährlicheren“ Klang, und dieser benützt daraufhin andere Schlägel und ein Seidentuch. In 53:52 ff. dann nochmals der Übergang. Und was für ein (Blechbläser-) Sound im Finale …
2. Satz: ab 17:21 ff.; 3. Satz: 36:46 ff; 4. Satz: 48:29 ff.

 

 

Thema “Beethoven Bootcamp”. Meisterkurs mit John O’Conor (in Positano/ Italien)

Genre Meisterkurs

Sprache Englisch

Regisseur Bill Hughes

Veröffentlichung 2007

Dauer ca. 53 Minuten

YouTube Film 

Kommentar
Wilhelm Kempff begründete 1957 in seiner Sommervilla in Positano/ Amalfi-Küste (Süd-Italien) eine bis heute jährlich stattfindende Beethoven-Meisterkurs. Bei angehenden Pianisten und Pianistinnen aus aller Welt erfreut sie sich seither starker Nachfrage, weil die Teilnehmer handverlesen eingeladen werden ist. Zwischen 1997–2011 unterrichtete dort der irische Pianist und Klavierpädagoge John O’Conor, selbst Schüler Kempffs.
Dieser knapp einstündige Film bietet uns in Ausschnitten Einblick in das zweiwöchige “Beethoven Bootcamp” 2007, in traumhafter Lage. Vom 4–14 September 2007 nahmen folgende Pianisten daran teil: Yoahn John Kwon, Korea/USA; Peter Ovtcharov, Russia; Marie-Charline Foccroulle, Canada; Amanda Gessler, USA; Kevin Kaukl, USA; William Hong-Chun Youn, Korea; Dharshini Tambiah, England. Der Film stellt zunächst den Lehrer, dann hintereinander die meisten Schüler in konkreten Unterrichtssituationen am Klavier vor. O’Conor hat eine sehr direkte, fast derbe Art des Unterrichtens, macht in Worten und Taten immer wieder auf die Bedeutung des Körperlichen, der Hände, Arme, Schultern, Rücken etc. aufmerksam und fordert mehr als einmal stärkere Emotionalität des Spielens ein.
Kurze Ausschnitte aus dem Unterricht (ausschließlich Sonaten und Klavierkonzerte Beethovens) wechseln sich geschickt mit kurzen Interviews einiger Schüler ab. Auch O’Conor wird immer wieder, den Sinn seiner Tätigkeit als Lehrer reflektierend, interviewt. Besonders eindrucksvoll ist seine sichere Beurteilung der pianistischen, musikalischen und menschlichen Fähigkeiten seiner konkreten Studenten von 2007, wenn er in seinem Wohnzimmer vor dem Fernseher gezeigt wird, die Meisterkurs-Teilnehmer rückblickend in einem Video beurteilend. Dem einzigen der damaligen Teilnehmer, dem O’Conor eine veritable Karriere als Konzertpianist zutraut, William Youn, hat sie auch tatsächlich inzwischen gemacht (und er ist heute selbst im Leitungsteam der Beethoven-Meisterkurse von Positano): Wir erleben ihn – etwas schüchtern auftretend, aber gut spielend – ab 17:06 ff. und dann nochmals 27:42 ff. sowie in einem Konzertausschnitt aus einer Kirche Positanos (Schluss der „Mondschein“-Sonate). Ein Film mehr für angehende Pianisten als für den bloßen Beethoven-Liebhaber.

 

 

Thema „Beethoven entdecken. Die 9 Symphonien“. Joachim Kaiser und Christian Thielemann im Expertengespräch“. Ausschnitte von live Aufführungen mit den Wiener Philharmonikern unter Thielemann („Beethoven 9 – The Complete Symphonies“)

Sprache Deutsch

Regisseur Christoph Engel

Veröffentlichung 2010

Dauer ca. 9 x 90 Minuten

YouTube
Full Playlist, Film 1, Film 2, Film 3, Film 4, Film 5, Film 6, Film 7, Film 8, Film 9

DVD Film (= komplette live-Aufnahmen [Filme] der Symphonien, plus Missa solemnis, plus alle 9 Gespräche mit Joachim Kaiser) 

IMDb Filmdetails 

Kommentar
Es handelt sich, genau besehen, um einen klingenden Konzertführer auf Plauderton-Niveau. Hin und wieder blitzen in den Dialogen faszinierende Aspekte der Herangehensweise und Deutungen Thielemanns von Beethovens Partituren auf. Oft ist ihm die Form und Struktur, vor allem auch der große Bogen wichtig. Er zieht Parallelen zu anderen Komponisten und Werken heran, immer wieder zu Wagner, und findet gelegentlich auch wunderbare, weil einfache Bilder zur Veranschaulichung seiner Sichtweise. Joachim Kaiser hingegen, der einst so wort- wie schreibmächtige Großmeister des deutschen bürgerlichen Feuilletons ist wohl schon durch Krankheit gezeichnet und schwingt sich leider an keiner Stelle in seine, ihm einstmals erreichbare Höhen auf. Man sitzt sich in nobler Räumlichkeit gegenüber und reagiert gegenseitig auf Stichworte. Im Zentrum steht aber ganz eindeutig die Bewerbung der Gesamteinspielung aller Symphonien Thielemanns mit den Wiener Philharmonikern live im Großen Saal des Wiener Konzertvereins.
Immer wieder erlebt man auch Ausschnitte aus gefilmten Proben. Man bewundert das teils florettgleich-elegante, oft höchst energisch-robuste, dann blickintensiv sensible Dirigat Thielemann, dem ein Orchester auf Höchstniveau mit weichem, konturiertem Klang gegenübersteht.
Der Konzertführer-Stil wird dadurch unterstrichen, dass die beiden Protagonisten jeweils „chronologisch“ durch die je 4 Sätze jeder Symphonie hindurchgehen und sogar während der teilweise minutenlangen Aufführungsmitschnitte Tafeln mit den erreichten Formteilen eingeblendet werden (z.B. „2. Thema“ oder „Durchführung“). Anregend sind zwischengeschaltete Filmaufnahmen anderer Dirigenten, z.B. Karajan mit den Berliner Philharmonikern (1971), aber auch Furtwängler (1944 mit den Wienern), Bernstein (1978 mit den Wienern) usw.
Um ein Beispiel für den Duktus und die Ausrichtung dieser Filme zu geben, sei die Folge zur „Eroica“, III. Symphonie, empfohlen. Um nur mit einem Beispiel das außerordentliche Niveau der Aufführungen (siehe oben DVD) von Thielemanns Wiener Philharmonikern zu demonstrieren, sei eine einzige Stelle hervorgehoben, gar nicht einmal eine spektakuläre: das Trio der VIII. Symphonie (ab 32:45 ff.). Nicht oft erleben wir live einen solch begeisternden Orchesterklang. Jeder aufgeschlossene und interessierte Konzertgänger wird also diese neun beeindruckend produzierten Filme mit Gewinn konsumieren, zum Beispiel als Vorbereitung auf ein bevorstehendes Beethoven-Symphonie-Konzert.

 

 

Thema Iván Fischer, Beethoven Interview

Genre Interview

Sprache Englisch

Veröffentlichung 2012?

Dauer ca. 15 Minuten

YouTube Film 

DVD Film (Symphonien 1 -- 9)

Kommentar
Anlässlich eines Konzerts des Concertgebouw Orchestra mit Iván Fischer (III. und IV. Symphonie), vermutlich vor 2013, gibt der ungarische Dirigent Iván Fischer einem ziemlich unbedarften Reporter des holländischen Musikkanals „VPRO vrije geluiden“ ein 15minütiges Interview. Fischer spricht derart ansteckend begeistert und begeisternd über Beethovens Musik, so, wie es nur ein ganz großer Künstler und Pädagoge tun kann. Wer Tiefes und Gültiges über Beethovens Musik zu erfahren sucht, darf dieses Interview nicht verpassen. Fischers Credo: „Beethoven is always extraordinary“. Anhand zweier konkreter Hörbeispiele offenbart Fischer sein Verständnis für die Tiefenschichten der Beethovenschen Musik, aber auch seine unerhörte Gabe, diese Erkenntnisse in verständliche Worte zu fassen: 9:45 ff. zum mysteriösen Übergang in der V. Symphonie zum Jubel des Finales, und ab 13:00 ff. zur suchenden Bewegung inmitten des Kopfsatzes der IV. Symphonie.

 

 

Thema Sir András Schiff Meisterkurs zu Beethoven Sonaten (London/ Royal College of Music).

Sprache Englisch

Veröffentlichung 2013

Dauer 3 x ca. 60 Minuten

YouTube Film
1) Pavel Kolesnikov, Beethoven Sonata in C sharp minor “Moonlight” op. 27/2 (Schiff ab 15:30 ff.)
2) Kausikan Rajeshkumar, Beethoven Sonata in E flat op. 31/3 (1:01:31) (Schiff ab 1:24:50 ff.)
3) Anna Fedorova, Beethoven Sonata in f minor op. 57 “Appassionata” (2:10:09) (Schiff ab 2:21:00)

Kommentar
Drei – durchweg hochbegabte, vielleicht der erste am begabtesten – Klavierstudenten des Londoner Royal College of Music hatten im März 2013 das Privileg, mit dem Ausnahmekünstler Sir András Schiff in einer jeweils einstündigen, öffentlichen Privatstunde an einer vorbereiteten Beethoven-Sonate zu arbeiten. Der Mitschnitt bietet zunächst jeweils den Konzertvortrag des/der Studierenden, dann folgt Schiffs Unterricht.
Schiff reagiert – wunderbar Englisch sprechend und auch (viel) selber spielend – auf das jeweils Gehörte mit seinem immensen Wissen und Können, vor allem auch mit extrem wachem, den jungen Menschen freundlich zugewandtem Geist und mit unbestechlichen Ohren. Immer wieder beharrt Schiff auf Texttreue: „This is the minimum I have the right to ask of you“. Dann steigt er an unterschiedlichen Stellen der Sonaten in interpretatorische und (weniger) rein technische Erörterungen ein. Auch analytische Betrachtungen kommen nicht zu kurz. Warum nur klingt alles, was Schiff selber (vor)spielt so unendlich viel berührender, tiefer, wahrer? Eine rhetorische Frage, natürlich, aber je länger man sich in diese 3 Stunden Film vertieft, desto klarer wird, welchen weiten Weg diese jungen Pianisten noch vor sich haben dürften.
Ergänzung: Auf Youtube finden sich auch Vorträge von Sir András Schiff zu jeder einzelnen Beethoven-Sonate: „The Lectures on Beethoven Sonatas. Wigmore Hall from 2004 – 2006” 

 

 

Thema Gerard Schwarz, Analyse und Aufführungsausschnitte der 5. Symphonie (mit “All Star Orchestra”)

Sprache Englisch

Veröffentlichung 2013

Dauer ca. 30 Minuten

YouTube Film

Kommentar
Der amerikanische Dirigent Gerard Schwarz, mit einer enormen Diskographie, schafft es in ca. 30 Minuten, dem interessierten Hörer einen vertieften Einblick in die außergewöhnliche Komposition der so bekannten V. Symphonie zu geben. Er schöpft dabei offenkundig aus einem großen musikanalytischen Wissen, das er luzide am Klavier und vor dem (ganz ordentlich spielenden) Orchester ausbreitet. Manches kommt ein wenig zu unbedarft rüber (so ca. 15:00 ff: „Beethovens checklist“ oder 25:00 ff., wo ihm zum berühmten Übergang zum Finale lediglich das übliche „vom Dunkel zum Licht“-Gerede einfällt, das sei „remarkable“).

 

 

Thema „Beethoven for Kids“ mit Sarah Willis

Genre Kinderkonzert und Erläuterungen

Sprache Englisch und Deutsch (mit Untertiteln in Englisch)

Regisseur Simone Lauenstein

Buch Sarah Willis

Veröffentlichung 2015

Dauer ca. 12 Minuten

YouTube Film

Kommentar
Die wunderbare Hornistin der Berliner Philharmoniker, Sarah Willis, begeistert ihr Publikum eines „Familienkonzerts“ in der Dresdener Philharmonie (unter Michael Sanderling) bei der Aufführung und Erklärung der VI. Symphonie. Sie besucht aber auch (mit drei musikinteressierten Kindern das Bonner Beethoven-Haus (Museum) und findet ohne jede falsche Anbiederung mit Leichtigkeit den richtigen Ton. Empfehlung: Sarah Willis „Horn Hangouts

 

 

Thema „Leben mit Natur“. François-Xavier Roth und das Gürzenich Orchester proben die 6. Symphonie

Genre Probe, Interviews

Sprache Deutsch

Regisseur Michael Ciniselli. Produktion: Johannes Wunderlich

Veröffentlichung 2016

Dauer ca. 10 Minuten

YouTube Film

Kommentar
Es macht Spaß, diesem charmanten Dirigenten kurz einmal bei der Arbeit zuzuschauen und seinen so gar nicht akademischen Erläuterungen zuzuhören. Sehenswert ist diese Dokumentation aber vor allem wegen der Erläuterungen (ab 5:35 ff.) des damaligen Kurators des Beethoven-Hauses in Bonn, Michael Ladenburger, zur Originalhandschrift der VI. Symphonie.

 

 

Thema Meisterkurs mit Miriam Fried und Jonathan Biss über die Violinsonate Nr. 7, c-moll, op. 30/2

Genre Probe

Sprache Englisch

Veröffentlichung 2016

Schnitt Tommy Padan

Dauer ca. 54 Minuten

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Am 20. Mai 2016 fand dieser intensive öffentliche Meisterkurs im „Jerusalem Music Centre“ statt. Es spielen die Studierenden Noga Saham (Violine) und Alon Kariv (Klavier). Aber auch die inspirierenden – vielleicht insgesamt etwas zu viel unterbrechenden und redenden – Lehrer Fried und Biss greifen immer wieder zum Bogen bzw. in die Tasten.

 

 

Thema Sir András Schiff, Meisterkurs zu Beethoven, Klavierkonzert Nr. 4, op. 58 (Clairmont Hall (Israel); Student: Itai Navon

Genre Meisterkurs

Sprache Englisch

Veröffentlichung 2016

Dauer ca. 60 Minuten

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Am 11. Dezember 2016 unterrichtete András Schiff in einem öffentlichen Meisterkurs (Clairmont Hall, Israel) den zweifellos vielversprechenden israelischen Pianisten Itai Navon, Jahrgang 1996. Gespielt und gemeinsam erarbeitet wird, mit einem 2. Klavier „als Orchester“, der Kopfsatz des IV. Klavierkonzerts von Beethoven, op. 58. Der Filmmitschnitt dokumentiert den verblüffend wirkungsvollen Einfluss, den (ab 16:35 ff.) der zugewandte, jedoch immer kritische András Schiff hat. Er spielt gelegentlich am Klavier das Gewünschte vor, wenn der Studierende Schiffs Vorschläge nicht sogleich adäquat umsetzen kann. Ein zentrales Anliegen ist Schiff dabei, wie man das bloß Mechanische des Klaviers quasi überlisten kann, indem sich der Klavierspieler bei gewissen Passagen von der Klangimagination konkreter Orchesterinstrumente leiten lässt. Eine Lehrstunde hierbei ist beispielsweise Schiffs ausdauerndes Arbeiten an den Trillern in Takt 294 ff., die nach seiner Vorstellung nicht wie simple Klaviertriller klingen sollen, sondern wie lang gehaltene Töne, etwa eines Blasinstrumentes.
Eine sehr tief in pianistische Details gehende Meisterkurs-Dokumentation, deren Rezeption für angehende Pianisten (und deren Lehrer) eine Sternstunde darstellt, aber wohl weniger geeignet ist für bloße Beethoven-Konzertgeher.

 

 

Thema Herbert Blomstedt probt die 4. Symphonie (mit Symphonie Orchester des Bayerischen Rundfunks)

Genre Probe

Sprache Deutsch

Regisseur und Buch Eckhart Querner

Veröffentlichung 2015

Dauer ca. 45 Minuten

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Es ist eine einzige Freude, diesem großartigen schwedisch-amerikanischen Dirigenten, Herbert Blomstedt, hier in seinem 87sten Lebensjahr (2015), an drei Probetagen der IV. Symphonie mit dem fabelhaft aufspielenden Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks im Münchner „Herkulessaal“ der Residenz zu begleiten. Er singt sehr viel vor, pocht auf Notentextreue und hat sehr genaue Vorstellungen, die er meist freundlich durchzusetzen weiß. Außer ihm selbst im Interview und vor dem Orchester kommen auch einige Musiker des Orchesters zu Wort. Sie lieben und bewundern ihn, wissen, dass er, ohne „Mätzchen“ zu machen, einer der Größten ist. Aus dem Off hören wir den Sprecher. Genau genommen ist es eine einzige Hommage an diesen großen Künstler, dem es immer und nur um die Sache, die Musik selbst, geht.

 

 

Thema Murray Perahias öffentlicher Meisterkurs zur „Hammerklaviersonate” op. 106 an der Juilliard School, New York

Genre Meisterkurs

Sprache Englisch

Veröffentlichung 2017

Dauer ca. 46 Minuten

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Am 12. Oktober 2017 unterrichtete Perahia (ab 9:20 ff.) in der Juilliard School den ersten Satz der Hammerklavier-Sonate. Der chinesische Student Qi Xu ist außerordentlich begabt, gut vorbereitet und kann vieles von Perahias Hinweisen sogleich umsetzen. Perahia breitet zunächst sein beeindruckendes tiefenanalytisches Wissen aus und verweist auf innere Zusammenhänge des Fugato. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Meisterkurs zu einer Analyse-Sitzung ohne Studierenden ausartet, lässt Perahia (ab 24:20 ff.) Qi Xu spielen. Perahia arbeitet sehr intensiv und extrem text-analytisch. „I don’t want it to be fingerwork“, „I hear accents all over the place. But I wanna hear e flat – f – g”. Perahia korrigiert beständig, er spielt auch sehr viel selbst vor, dirigiert, singt, und findet wunderbare Bilder zur Verbesserung der Klangvorstellung des Studierenden (z.B. „fountain“, „heaven“, „for a moment he looks at the dark side“).

 

 

Thema Mitusko Uchida gibt einen öffentlichen Vortrag über das 4. Klavierkonzert und Mozarts Klavierkonzert KV 503

Genre Vortrag

Sprache Englisch

Veröffentlichung ca. 2017

Dauer ca. 90 Minuten

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Es gibt vermutlich niemanden unter all den großen Musikern unserer Zeit, die mit einer solchen vehementen Begeisterung, einer solch glühenden Bewunderung und mit solch mitreißendem Charme über Musik sprechen (und sie spielen) können wie Mitsuko Uchida. In diesem absolut sehenswerten Mitschnitt ihrer „public lecture“ im Rahmen des „Weidenfeld-Hoffmann Scholarships and Leadership Programms“ (Oxford) spricht sie über zwei bedeutende Klavierkonzerte der „Wiener Klassik“: Beethovens G-dur- (Opus 58) und Mozarts C-dur-Konzert (KV 503), letzteres ab 41:40 ff.
Nein, sie „spricht“ nicht, sondern sie nimmt uns mit auf ihre vielfältigen Reisen zu den Geheimnissen dieser Musik. Uchidas Wissen um diese Geheimnisse ist nicht akademisch geprägt, sondern gespeist aus ihrer hemmungslosen, fast kindlichen Liebe zur Musik. Ihr Wissen allerdings basiert auf gründlicher analytischer Durchdringung zahlloser kompositorischer Details (nicht zu sprechen von ihrer lebenslangen Erfahrung dieser Werke auf der Bühne). Sie scheut daher in ihren vielen frappierenden Bildern und Analogien nicht vor Pathos und Ekstase zurück. Diese einmalige Vorlesung, die keine eigentliche „Vorlesung“, sondern freies Sprechen – „quasi una fantasia“ – ist, lebt von der authentischen Persönlichkeit der Künstlerin Uchida; eine Mitschrift des Gesprochenen würde kaum derart überzeugen, wie dieser Auftritt.
Nur eines aus „hunderten“ Beispielen sei angeführt, um den Zugang Uchidas zu veranschaulichen: In der Präsentation der Durchführung des Kopfsatzes des Beethoven-Konzerts (ab 32:50 ff.) sieht sie den „key moment“ des ganzen Satzes am Ende der Durchführung, wo der Solist nach wilder Ekstase in Verzweiflung (cis-moll) endet. Die Modulationsstelle in Takt 233, wo die Kontrabässe sich einen Ganzton nach unten auf das H (Dominante zu E-dur) bewegen, ist für sie wie: „from hopeless abyss you look up and you saw light”. Kurze Zeit später trumpft dann befreiend „glorious“ das Klavier mit den G-dur-Anfangsakkorden auf, die zu Satzbeginn bekanntlich noch scheu und ruhig erklangen. Man muss Uchida am Klavier spielend und erläuternd erleben, um die ganze Tragik und Befreiung dieser Stelle wirklich zu verstehen, die Uchida schließlich mit Einsteins Relativitätstheorie in Parallele setzt. Unvergesslich!
Ab 1:20:20 ff. darf dann das an ihren Lippen hängende Publikum Fragen stellen. Gleich die erste gibt Uchida die Gelegenheit zu unterstreichen, wie entscheidend wichtig es ist, dass ein Künstler nicht „bloß“ die Noten „richtig“ spielt (das ist nichts wert), sondern, dass er/sie – subjektiv – zu verstehen sucht, „what is behind the notes“, dass er/sie jede Note und Phrase erfühlt („through my body“); nur dann ist sein/ihr Tun gerechtfertigt und nur dann wird er/sie die Zuhörer erreichen. „What remains is what is written“.

 

 

Thema Frederic Chiu, Pianist, analysiert die 7. Symphonie in the Klavierfassung von Franz Liszt

Genre Vortrag

Sprache Englisch

Veröffentlichung ca. 2018

Dauer ca. 48 Minuten

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Am Klavier sitzend, spielend und erläuternd zieht Frederic Chiu aufführungsrelevante und analytische Rückschlüsse aus Franz Liszt Bearbeitung der VII. Symphonie für Klavier.

 

 

Thema Chairat Chongvattanakij analysiert genau die Noten der 3. Symphonie

Genre Analyse

Sprache Englisch

Veröffentlichung ca. 2018

Dauer ca. 33 Minuten

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Kommentar
Eine erhellende, jedoch leider weitgehend trockene, und erhebliche analytische Vorkenntnisse voraussetzende Takt für Takt-Analyse der III. Symphonie. Ihr Autor, Chairat Chongvattanakij, spricht aus dem Off und wir sehen durchgehend lediglich die Partitur, meist mit farblich gekennzeichneten Passagen, über die gerade gesprochen wird. Natürlich erklingt auch die entsprechende Musik durch Rückgriff auf verschiedene Aufnahmen (die auf Youtube unterhalb des Post gelistet werden).