Zur Uraufführung von Sergej Rachmaninows 2. Klaviersonate op. 36

Moskau, St. Petersburg, Rostow am Don, Saratow, Smolensk, Woronesch – was haben diese russischen Städte gemeinsam? Nein, es sind nicht die Austragungsorte der Fußballweltmeisterschaft, die gerade in Russland begonnen hat… Weiterlesen

Veröffentlicht unter 2. Klaviersonate op. 36 (Rachmaninow), Klavier solo, Montagsbeitrag, Rachmaninow, Sergej | Verschlagwortet mit , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Zur „picardischen“ Dur-Terz im todtraurigen cis-moll-Nocturne von Chopin

Welch befreiende, ja erlösende Wirkung die unerwartete Durterz zum Schluss eines Mollstücks haben kann, wissen vor allem Bach-Spieler und -Hörer. Um nur ein Beispiel zu nennen, das jeder kennen dürfte: Das streng und unerbittlich in Moll voranschreitende c-moll-Präludium aus dem ersten Band des „Wohltemperierten Klaviers“ endet im allerletzten Takt mit einem wunderbar aufblühenden C-dur-Dreiklang. (Auch mein Lieblingspräludium von Bach, dasjenige in fis-moll aus dem zweiten Band, endet erlösend in Fis-Dur.) „Picardisch“ nennt Rousseau solche Terzauswechslung zum Schluss eines Mollstückes. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Abschrift, Autograph, Chopin, Frédéric, Klavier solo, Montagsbeitrag | Verschlagwortet mit | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Debussy im Urtext – Teil 3: Debussys Aufnahmen seiner Klaviermusik

Debussy am Klavier

Für Editoren von Urtext-Ausgaben tritt für den Zeitraum ab etwa 1890 ein neues Medium als mögliche Quelle hinzu: historische Aufnahmen, sei es von eng mit dem Komponisten verbundenen Interpreten oder gar vom Komponisten selbst gespielt. Das gilt insbesondere für Aufnahmen der eigenen Klavierwerke, waren doch die meisten Komponisten der Zeit auch gute Pianisten, die selbst in Konzerten auftraten. Peter Cossé hat im Zusammenhang mit Debussys und Ravels Aufnahmen eigener Klavierwerke das schöne Bonmot vom „akustischen Blick unter den pianistischen Rock der Musikgeschichte“ hinterlassen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Debussy, Claude, Montagsbeitrag, Tonquelle | Verschlagwortet mit , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Verwirrung um Chopins Scherzi – Folge 4

F. Chopin (1810–1849)

Anfang des Jahres habe ich von meiner Arbeit an den beiden Scherzi Nr. 2&3 von Frédéric Chopin berichtet. Schon damals konnte ich ankündigen, dass Folge 4 nicht mehr lange auf sich warten lassen wird – und jetzt löse ich mein Versprechen ein! Das E-dur-Scherzo op. 54 wird bald in Revision erscheinen, gefolgt vom revidierten Gesamtband mit allen vier Scherzi Frédéric Chopins. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Chopin, Frédéric, Fassungen, Montagsbeitrag, Quellen, Scherzo op. 54 | Verschlagwortet mit , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

La Vega – Die fruchtbare Ebene: Isaac Albeniz’ Hommage an Granada und das Vorland der Sierra Nevada

Isaac Albéniz (1860–1909)

Vor einigen Wochen berichtete an dieser Stelle mein Kollege Peter Jost über unser Engagement für die spanische romantische Musik. Mit Freude erinnere ich mich zurück an meine frühen Jahre im Verlag, als wir mit dem ersten Band der Iberia-Suite von Isaac Albéniz im Jahr 2002 dieses neue Programmsegment einläuteten. Doch nicht nur die bekannten Meisterwerke aus seiner Feder fanden den Weg in unseren Katalog. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Albéniz, Isaac, Montagsbeitrag | Verschlagwortet mit , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ja, ist denn schon Weihnachten? Neue Bartók-Titel bei Henle

Nein, von Weihnachten kann eine Woche nach Ostern natürlich keine Rede sein. Aber ein wenig lässt der reiche Segen von inzwischen zwölf Bartók-Urtextausgaben schon an einen Gabentisch denken – zumal mit den jüngst erschienenen Rumänischen Weihnachtsliedern sogar ein veritabler Weihnachtstitel dabei ist. Aber schauen wir doch mal genauer hin… Weiterlesen

Veröffentlicht unter Bartók, Béla, Fassungen, Montagsbeitrag, Urtext | Verschlagwortet mit , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Debussy im Urtext – Teil 2: Unklare Harmonik im Klavierstück „Nocturne“

Claude Debussy (1862–1918)

Eines der herausragenden Qualitätsmerkmale der Henle-Editionen besteht ja darin, dass bei jedem anstehenden Nachdruck kontrolliert wird, ob im Noten- oder in den Worttexten etwas korrigiert, getilgt oder ergänzt werden muss. Eine ähnliche Überprüfung findet selbstverständlich auch dann statt, wenn Werke in anderer Form neu herausgegeben werden. Dies trifft nun auch für das kürzlich erstmals als Einzelausgabe aus dem Sammelband Klavierstücke (HN 404) erschienene frühe Klavierstück Nocturne (HN 1087) zu. Ernst-Günter Heinemann steuerte jetzt nicht nur ein erheblich erweitertes Vorwort bei, sondern ergänzte auch eine Bemerkung (auf die zusätzlich durch eine Fußnote im Notentext hingewiesen wird) – und damit sind wir mitten im Thema dieses zweiten Teils unserer Reihe „Debussy im Urtext“. Es behandelt ein Phänomen, das zwar nicht nur, aber doch in besonderer Weise bei Debussy zu Tage tritt: eine unklare Harmonik, die sich nicht eindeutig auflösen lässt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Debussy, Claude, Montagsbeitrag, Nocturne (Debussy), Urtext | Verschlagwortet mit , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Kein Fehler im System – ein kurzes Lob auf unsere Korrekturleser

Im heutigen Blogbeitrag soll es einmal nicht um tiefschürfende editorische Fragen, Quellenprobleme oder um die verwickelte Entstehungsgeschichte einer Komposition gehen. Nein, ich möchte eine scheinbar triviale Tätigkeit ins gebührende Licht setzen: das Korrekturlesen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Urtext | Verschlagwortet mit , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

„Richtig“? – „Falsch“? Zu einer fragwürdigen Note in Mendelssohns c-moll-Klaviertrio op. 66

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)

Gelegentlich kommt es im Editionsgeschäft zu unlösbaren Konflikten zwischen eindeutigem Quellenbefund und musikalischer „Logik“. Auf einen solchen besonders spannenden Fall machte mich der eminente Pianist, Hochschulprofessor und Freund Michael Schäfer aufmerksam. Der Sachverhalt ist in wenigen Sätzen dargestellt und meinen geneigten Lesern hiermit zur Diskussion überreicht. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Autograph, Erstausgabe, Klaviertrio, Klaviertrio c-moll op. 66 (Mendelssohn), Mendelssohn Bartholdy, Felix, Montagsbeitrag, Urtext | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

Sprechende Henle-Ausgaben: Eine Faschingsgeschichte

Die Jahreszeiten ziehen weiter und die fünfte Zeit im Jahr ist da. Die Kneipen sind brechend voll mit Feierwütigen, alle haben einen Haydn Spaß. Es gibt ordentlich zu trinken, auch wenn das ein oder andere wohltemperierte Bier mal eine Bruchlandung hinlegt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Montagsbeitrag | Verschlagwortet mit , | Hinterlassen Sie einen Kommentar