Die hier erzählte Anekdote ist zwar frei erfunden, könnte sich jedoch so oder ähnlich durchaus abgespielt haben; siehe dazu auch die gesicherten Belege in den Fußnoten[i]

Johann Nepomuk Hummel (1778 – 1837)

Johann Nepomuk Hummel (1778 – 1837)

Als uns der sechzehnjährige Ludwig Beethoven Mitte Februar 1787 besuchte, hing Meister Mozart seinen schönen Erinnerungen an Prag nach. Erst kurz zuvor war er zu uns nach Wien zurückgekehrt[ii] und hatte uns begeistert von seinem Besuch in der böhmischen Hauptstadt erzählt. Überschwänglich gefeiert und auf Händen getragen hätten sie ihn. Meister Mozart schwärmte regelrecht von „seinen Pragern“, die ihn „verstünden“[iii]. Die Gräfin Thun[iv] hatte ihm noch vor seiner Prag-Reise von einem gewissen „Ludwig Beethoven aus Bonn“ vorgeschwärmt, er „müsse“ ihn am Klavier hören. Er sei ein „göttlich Wunder“ (nun, das kennen wir ja …). Ohne seine Eltern werde dieser Ludwig alsbald hier nach Wien kommen, eigens um ihn, Mozart, zu sehen. Dieser Ludwig liebe seine Musik so sehr und er wünsche sehnlichst seinen Unterricht.

Aber Mozart wollte partout nicht: „Ich befass mich halt nit gern mit Unterrichten; ´s nimmt mir zu viel von meiner Zeit und stört mich in meinen Arbeiten“[v]. Bis dann Constanze auf ihn eingeredet hat wie auf einen Kranken: „Wie kannst Du nur der Gräfin Thun diesen Wunsch abschlagen? Du weißt doch, welche Freundin wir an ihr haben. Dieser Ludwig mag begabt sein oder nicht …“ usw. Schließlich willigte Meister Mozart dann doch ein: „Mag er vorbeikommen, wann er will. Aber Unterricht gebe ich ihm partout keinen. Immerhin haben wir hier schon unseren Nepomagnus“, schmeichelte er mir.

angeblich Ludwig van Beethoven (ca. 1783)

Meister Mozart dachte also die ganze Zeit über wehmütig an die schönen Prager Wochen zurück. Den von der Gräfin Thun angekündigten Besuch dieses angeblichen Wunderkinds aus Bonn hatte er völlig vergessen. Plötzlich standen die beiden in der Stube, die Gräfin und der Ludwig. Mozart saß gerade am Klavier und probierte Ideen für seine neue Oper aus, die übrigens „Don Giovanni“ heißen soll. Da stand dann nun also dieser recht klein gewachsene, nicht allzu hübsche Ludwig aus der kurkölnischen Residenzstadt im Raume, aber adrett herausgeputzt muss ich sagen. Neben ihm die elegante Thunin. Ich war sogleich überrascht, denn wider Erwarten blickte der Junge den Meister mit seinen großen schwarzen, fast glühenden Augen nicht etwa bescheiden oder gar unterwürfig an, sondern voller herausfordernder Erwartung.

„Nun, aus Bonn vom Rhein kommt er also eigens hierher an die Donau zu mir gereist?“ beginnt Mozart etwas gelangweilt das Gespräch. Ich stehe die ganze Zeit lang im Eck und werde gar nicht beachtet. „Ja mei, Euer Erzherzog Maximilian Franz hätte mich ja gar zu gerne nach Köln geholt[vi]; aber, gänzlich entre nous, ist er nicht a recht dummer, fetter Kerl?[vii] Ha ha, er wird ihn doch nicht etwa hergeschickt haben, um mich doch noch aus Wien abzuwerben?“[viii] Beethovens Aufmerksamkeit gilt aber von Anfang an dem großen Fortepiano mit dem darunter gestellten Pedal, das mit den Tasten zum Fenster steht[ix]. „Darf ich für ihn spielen? Bitte! Und funktionieren etwa die Pedale wie bei einer Orgel?“ – „Nun mal nicht so rasch mein Junge. Wie alt ist er denn und wer sind seine Eltern? Er ist vermutlich beim Erzherzog in Anstellung? Welche Instrumente spielt er denn noch außer dem Klavier?“ So entspinnt sich erst einmal ein kleiner Dialog, der jedoch nicht recht vom Fleck kommen mag. Der junge Beethoven ist bockig, mag nicht recht reden. Aber nicht etwa, weil er aufgeregt oder unsicher wäre. Nein, es ist offensichtlich, dass er einzig und allein unserem Meister Mozart am Klavier etwas vorspielen will. Na, werden ja gleich sehen, ob er’s so gut kann wie ich.

Mozart äfft kurz den lustigen rheinischen Dialekt des Jungen nach, dann erkundigt er sich noch, ob sein Gast denn auch schon etwas komponiert habe und was es sei. Denn in seinem Alter habe er schon hunderte Sachen produziert, beispielshalber mehrere Opern, Sinfonien, Klavier- und Kammerwerke. Das schüchtert nun den jungen Ludwig, der mir immer sympathischer wird, dann doch kurzzeitig ein wenig ein, denn offenbar kann er als Komponist bisher recht wenig vorweisen[x]. Seine Stärke sei das Klavier: „Des Herrn Mozarts Clavierkonzerten rechne ich zum größten, was je gemacht wurde. Ich werde auch einmal eines aus c moll komponier‘n“. Und ohne weiters zu fragen eilt er ans Klavier und sofort beginnt er in gewaltigem Forte das Unisono des Anfangs des Konzerts in c-moll.[xi] „Halt ein, halt ein!“ unterbricht ihn sogleich der Meister. „Das geht doch anfangs im piano, leise und gefährlich – woher hat er denn überhaupt die Noten? Das hat er ja falsch einstudiert. Moduliere er doch einmal aus dem c-Moll in andere Töne und fantasiere uns etwas Schönes“.

Der Ludwig, zuerst zusammengezuckt, jetzt aber sichtlich angespornt von dieser Anweisung, beginnt also nochmals in zartem Piano die ersten Moll-Takte vom Mozart-Konzert, greift aber sogleich die großen Sprünge des Hauptmotivs auf und moduliert in andere Harmonien. Immer weiter und weiter, ganz anders als es der Meister komponiert hatte. Es ist wirklich staunenswert, wie weit er sich dabei – gewagt, eigensinnig und doch für uns Kenner immer verständlich – aus der Grundtonart entfernt. Meister Mozart wird immer aufmerksamer, seine Spannung steigt. Sichtlich erregt steht er dann plötzlich auf und geht ans Klavier. Beethoven hat seine Umgebung aber völlig vergessen; immer weiter geht es, rasende Läufe und Akkordbrechungen der Rechten, die Finger fliegen über zum Teil schmerzhaft dissonante Akkorde der Linken; in staunenswert sauberem Legato eilen Unisono- und Terzen-Passagen beider Hände hinauf und wieder hinunter, über die ganze Tastatur bis ganz hinab; es erklingt auch rhythmisch allerhand Vertracktes. Einmal, kurz vor Ende seiner Fantasie mündet das Furioso geschickt in eine kurze, ruhige Passage erlesener Klänge: er deutet hierbei zart das himmlische Es-Dur-Thema aus dem langsamen Satz des c-Moll-Konzerts an. Nach einem dominantischen Doppeltriller geht es dann in wilder Jagd dem Ende zu. Noch kurz ein retardierender neapolitanischer Sextakkord als Trugschluss und dann schließt eine mehrfach wiederholte Kadenz in c-moll die spontan improvisierte Vorführung ab.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

Ich bin wahrhaft beeindruckt. Grandios. Er ist mindestens so gut wie ich, eine unglaublich starke linke Hand, vielleicht insgesamt etwas derber im Spiel, aber wirklich ein Wunderknabe; beim Improvisieren ist er viel sicherer und viel wagemutiger als ich. Aber ob das wohl alles dem Meister recht gefiel? „Derart Spiel habe ich noch nie gehört – in ihm steckt wahrlich der Satan, junger Herr“[xii] meint Meister Mozart nach dem letzten verklungenen Akkord. Er legt vertraulich seine Hand auf Ludwigs Schulter. Wie ich weiß, ist dies eine Auszeichnung, ja fast ein Ritterschlag. Ludwig, seine dunklen Haare inzwischen etwas zerzaust, die Wangen gerötet, schaut ihn direkt, ohne Scheu, geradezu provozierend an. „Er spielt bravourös!“ Dann wechselt er ins vertrauliche „Du“. „An Fingerfertigkeit mangelt es Dir nun wirklich gar nicht, vielleicht aber doch noch ein wenig an gutem Geschmack. Ich fürchtete auch ein ums andere Mal um meinen guten Walter. Das Fortepiano, mein Lieber, wie der Name schon sagt, und anders als das Clavicembalo, erlaubt uns Klavierspielern viele Nuancen. Nützen wir sie doch zum Ausdruck. Nun ja, Du bist noch jung. Ich meine, Du solltest noch mehr das feine Spiel aufsuchen; und meide das Grobe. Mehr Singe-Klavier als Hammer-Klavier, mein Bester! Und noch wichtiger: Mehr Ausdruck als hohle Raserei und Kraftmeierei.“

Beethoven ist enttäuscht, schaut auf die Tasten. Er hatte wohl mit größerem Lob und mit weniger Kritik aus dem Mund seines vergötterten Idols gerechnet. Ob er wohl nicht bemerkt hat, dass ihn Meister Mozart mit seinen Worten – wie wenige sonst – als Musikus anerkennt? Selten hörte ich ihn so wohlwollend reden. „Noch einmal: Du bist ein wahrer Virtuos, Dein Talent ist superieur. Man wird noch von Dir hören in der Welt[xiii]. Allein …, es fehlt Dir … ein wenig der Schliff und gutes Vorbild.“

Plötzlich wendet sich der Meister direkt an mich, den Beethoven bisher völlig übersehen hatte. „Nepomukl, magst Du dem jungen Herrn aus Bonn nicht ein paar Variationes aus dem Stegreif spielen? Ich will dem Ludwig zeigen, wie singendes und rundes Klavierspiel gehen kann. Ludwig, Du wirst es kaum glauben: schau, dieser schmächtige Junge, kaum mehr als die Hälfte Deines Alters, ist schon ein ausgewachsener Virtuos, einer unserer Besten. Er geht bei mir, sozusagen, in die Lehre, ja er wohnt auch meist hier bei mir. Ich setze viel auf ihn. Er ist natürlich noch nicht ganz fertig, so auch Du noch nicht. Du wirst gleich hören, wo der Unterschied liegt, woran Du noch arbeiten sollst. Pumukl: Du kennst doch meinen „Figaro“. Wie wär‘s mit Se vuol ballare?“[xiv]

Und Meister Mozart selbst setzt sich auf die Klavierbank, schiebt den Ludwig rutschend auf die Seite und spielt leise das Se vuol ballare-Thema an. F-dur, mit Dämpfung, zart getupft, wie ein pizzicato, fast wie eine Harfe. Ein simpler Triosatz, pure Musik. Den mit der Dominante öffnenden Schlussteil wiederholt er dabei abrundend. Welch ein Kontrast zum zuvor Gehörten. Eleganz, Klangsinn, Form, einfachste technische Mittel, und: wie gemacht für Variationen.

Ich zögere nicht. Setze mich an die Tasten und spiele, so gut es halt geht und wie es mir grad einfällt. Zuerst noch einmal das Thema, um es besser in die Finger und in den Sinn zu bekommen. Und dann in etwa so, wie es mir der Meister als Richtschnur immer wieder angibt: Erst ein paar rasche Figurationes über das Thema, dann auch mal die Melodie verschwinden lassen und nur über die Harmonie improvisiert. Die linke Hand nicht vergessen. Auch eine langsame Variation und eine in der terzia minor ist dabei. Letztere gelingt mir sehr gut. Und zum Beschluss Tempowechsel vom 3/4tel- zum geraden Takt. Der Meister ist es zufrieden, und als ich den jungen Ludwig ansehe, ruft er spontan „Bravo! Formidable. Das hätt‘ ich nie geglaubt. Du bist ein echter Kerl!“

Meister Mozart rät dem scheidenden Ludwig noch, sich insbesondere der Variation anzunehmen und sich darin am Klavier beständig fantasierend zu üben: „Die Variatio setzt doch all unsere Fantasie frei; je einfacher das Material desto besser. Das Variieren lässt uns viele Freiheiten und hält uns doch gleichzeitig in einem engen Käfig. Merk‘ er sich das! Ich glaube, er wird der Welt einstmals Großes in der Variatio leisten“, setzt er lachend-schulterklopfend hinzu und verabschiedet rasch den dankbaren Ludwig und die Gräfin. „Komm er doch recht bald wieder her!“

* * *

Wir haben uns sofort danach ein bisschen angefreundet. Aber leider musste der Ludwig bald wieder nach Bonn zurück, ich weiß bis heute nicht genau warum. Er hat dazu immer geschwiegen. Und als er dann 5 Jahre später wiederkam … war unser Mozart schon tot.

Als Compositeur ist mir der Ludwig heute himmelweit überlegen, das gebe ich gerne zu. Als Virtuos am Klavier aber wohl dann doch nicht[xv]. Wie mir Ludwig erzählte, hatte er – zurück in Bonn – dann oft und viel am Klavier über verschiedene Themen variationsmäßig improvisiert. Vor allem über Themen aus Opern unseres viel zu früh hingeschiedenen Meisters, vornehmlich aus der Zauberflöte, die er sehr liebe. Er will dazu bald einmal etwas auskomponieren, vielleicht mit der Begleitung eines Violoncells, hat er mir neulich erzählt. Noch in Bonn hat der Ludwig dann in Erinnerung an seine einzige und ihm so wertvolle Begegnung mit dem Meister 12 Variationen über „unsere“ Figaro-Cavatina Se vuol ballare richtiggehend komponiert und für‘s Klavier allein aufgeschrieben[xvi]. Kurz bevor der Ludwig dann endlich zu uns nach Wien zurückkam, ergänzte er noch eine Violin-Stimm, somit Variationen für Klavier und Violine – die beiden „Mozart“-Instrumente. Er hat diese Variationen zu Ehren des Meisters in Wien zum Druck geben. Dort kamen sie beim Drucker Artaria schon im Juli 1793 heraus. Nota bene mit der Opuszahl 1[xvii], und mit einer Widmung an seine Freundin Eleonora aus Bonn[xviii].

Aber bevor es der Artaria zum Druck erhielt, setzte der Ludwig hier in Wien noch rasch eine Coda hinzu[xix]. Aber was für eine! Man meint ja zunächst, sie sei nach ein paar Takten beendet und ist erfreut. Aber nein, welcher Schreck: nach einer stillen Pause setzt die Musik erneut ein, jetzt auf dem tiefen D.

Beethoven, Variationen über Mozarts “Se vuol ballare”, Coda T. 28 ff.

Und dann schwingt sie sich erst lombardisch dann chromatisch in glückliche, jubelnd trillernde Höhen auf. Unser viel zu früh verstorbene Meister hätte es nicht schöner hingebracht. Natürlich verleugnet auch diese Coda nicht den neuen Meister: Plötzlich tritt nämlich noch zum hohen Triller in der Rechten vertrackt die Melodiestimme hinzu.

Beethoven, Variationen über Mozarts “Se vuol ballare”, Coda T. 49 ff.

Das kann kaum einer spielen[xx]. Ausgenommen natürlich wir beide, der Ludwig und ich.


[i] In den Jahren ca. 1787/88 lebte der etwa 9-jährige Johann Nepomuk Hummel (1778 – 1837) angeblich in Mozarts Haushalt und war über längere Zeit dessen Schüler. In den einschlägigen Mozart-Briefen oder anderen Primärquellen gibt es dazu keinerlei Beleg; sehr wohl jedoch aus dem Umkreis der Hummel-Biografik. An der Tatsache selbst hegt auch die Mozart-Forschung keinen Zweifel. Siehe: Otto Erich Deutsch, Mozart. Die Dokumente seines Lebens, Kassel 1961 [im Folgenden zitiert als: Deutsch/Dokumente], S. 303, 452, 481 f. („Der kleine Hummel wird 1787 Mozarts Schüler“), in: Johannes Hummel über seinen Sohn Johann Nepomuk (1873). Siehe auch: http://www.jnhummel.info/en/lifeearlylife.php und https://en.wikipedia.org/wiki/Johann_Nepomuk_Hummel
Beethovens erster Wien-Aufenthalt fand, neueren Erkenntnissen zufolge, bereits ab Januar 1787 statt, musste dann aber, angeblich wegen der plötzlichen Erkrankung seiner Mutter, etwa März/April wieder zurück nach Bonn; siehe: Johannes Hoyer, Wann reiste Beethoven erstmals nach Wien?, in: https://en.wikipedia.org/wiki/Beethoven_and_Mozart. Ob er in Wien sein großes Idol, Mozart, tatsächlich persönlich traf, ist umstritten aber gut möglich. Zwar gibt es dazu keine belastbaren Dokumente, und weder er noch Mozart selbst verloren auffälliger Weise je ein Wort darüber. Bekannt ist jedoch die im folgenden verlinkte Anekdote, die sich in der durchaus seriösen Mozart-Biographie von Otto Jahn (S. 306 f.) findet, der in Fußnote noch bekräftigend hinzusetzt: „Der obige Bericht ist mir aus Wien aus guter Quelle mitgetheilt“: https://books.google.de/books?redir_esc=y&hl=de&id=b4UfAAAAYAAJ&q=beethoven#v=snippet&q=beethoven&f=false.

[ii] Mozarts erster Prag-Aufenthalt datiert 11. Januar bis ca. 8. Februar 1787 (Deutsch/Dokumente, S. 250 f.)
[iii] https://www.mozartbiografie.de/uebersicht/prag/prag.htm.

[iv] Maria Wilhelmine von Thun und Hohenstein https://en.wikipedia.org/wiki/Maria_Wilhelmine_von_Thun_und_Hohenstein.

[v] Zitiert aus: „Der kleine Hummel …“ (Deutsch/Dokumente, S. 481).

[vi] Brief Mozarts an seinen Vater, 23.1.1782 http://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1226&cat= „bey diesem [Erzherzog Maximilian Franz] kann ich sagen daß ich alles gelte – er streicht mich bey allen gelegenheiten hervor – und ich wollte fast gewis sagen können, daß wenn er schon Churfürst von kölln wäre, ich auch schon sein kapellmeister wäre“ (Briefausgabe, Bauer-Deutsch Nr. 660, Z. 38 – 41).

[vii] Brief Mozarts an seinen Vater, 17.11.1781 http://dme.mozarteum.at/DME/briefe/letter.php?mid=1207&cat= (Briefausgabe, Bauer-Deutsch Nr. 641, Z. 40 ff.).

[viii] Siehe die entsprechende Spekulation bei Lewis Lockwood, Beethoven. The Music and the Life, New York und London, 2003, S. 40.

[ix] https://mozarteum.at/mozarts-instrumente/#mozarts-originalinstrumente-section (unter: „Mozarts Hammerklavier“)

[x] Gemäß Beethoven-Werkverzeichnis (https://www.henle.de/de/detail/?Titel=Thematisch-bibliographisches+Werkverzeichnis_2207), Band 2, S. 799, sind es bis 1787 nur ca. 12 Kompositionen, darunter die 3 Klaviersonaten WoO 47 („Kurfürsten“) und die drei Klavierquartette WoO 36.

[xi] KV 491.

[xii] Dieser Ausruf Gelineks ist einem Bericht Carl Czernys zu einem angeblichen Klavierwettbewerb zwischen Beethoven und dem Pianisten Abbé Joseph Gelinek entnommen: https://bachtrack.com/de_DE/beethoven-gelinek-duell-competitions-november-2017.
Man sehe sich auch die wunderbare Filmsequenz Daniel Steibelt „gegen“ Beethoven an: https://www.youtube.com/watch?v=qT8cBX893ic&t=4s.

[xiii] Mozart soll ausgerufen haben: „Auf den gebt Acht, der wird einmal in der Welt von sich reden machen!“ (Otto Jahn, S. 307).

[xiv] Figaros Cavatina „Se vuol ballare“ aus Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“: https://www.youtube.com/watch?v=3MdXqtQ1vJQ.

[xv] Beethoven und Hummel galten zeitlebens als ebenbürtige, wenn auch gänzlich unterschiedliche Klaviervirtuosen: https://www.deutschlandfunk.de/der-sozial-engagierte-unterstuetzer-beethovens.871.de.html?dram:article_id=224405

[xvi] Laut Beethoven-Werkverzeichnis ist es gut möglich, dass der endgültigen Fassung der Variationen für Klavier und Violine WoO 40 über Mozarts „Se vuol ballare“ eine ursprüngliche Bonner Fassung für Klavier solo vorausging; Band 2, S. 101 (WoO 40, Zur Geschichte).

[xvii] Tatsächlich trug der Druck in seinen ersten Auflagen diese prominente Opus-Zahl, die erst nach Erscheinen der drei Klaviertrios „Opus 1“, 1795, vom Titelblatt verschwand (Beethoven-Werkverzeichnis, ebenda). Weiterführende Angaben zum Druck und zum Werk: https://da.beethoven.de/sixcms/detail.php?id=15110&template=werkseite_digitales_archiv_de&_eid=1502&_ug=Klavier%20und%20ein%20weiteres%20Instrument&_werkid=205&_mid=Werke&suchparameter=&_seite=1.

[xviii] WoO 40 ist Beethovens Bonner Jugendfreundin Eleonore Brigitte von Breuning gewidmet (getauft 23.4.1771, Bonn, gestorben 13.6.1841, Koblenz): „Composées et Dedies a Mademoiselle Eleonore de Breuning par Mr. Beethoven”: https://da.beethoven.de/sixcms/detail.php?id=15110&template=dokseite_digitales_archiv_de&_eid=1502&_ug=Klavier%20und%20ein%20weiteres%20Instrument&_werkid=205&_dokid=T00002973&_opus=WoO%2040&_mid=Werke&suchparameter=&_sucheinstieg=&_seite=1.

[xix] Tatsächlich finden sich Skizzen zur Coda ausschließlich auf Wiener Notenpapier, während das ganze Übrige auf Bonner Papier notiert ist (Beethoven-Werkverzeichnis, ebenda).

[xx] Aus Beethovens Brief an Eleonore von Breuning vom 2.11.1793 (Widmungsschreiben): „… die Variationen werden etwas schwer zum spielen seyn, besonders die Triller in der Coda, das darf sie aber nicht abschrecken, es ist so veranstaltet, das sie nichts als den Triller zu machen brauchen, die übrigen Noten lassen sie aus, weil sie in der Violin Stimme auch vorkommen. nie würde ich so etwas gesezt haben, aber ich hatte schon öfter bemerkt, daß hier und da einer in Wien war, welcher meistens, wenn ich des Abends fantasirt hatte, des andern Tages viele von meinen Eigenheiten aufschrieb, und sich damit Brüstete; weil ich nun voraus sahe, daß bald solche Sachen erscheinen würden, so nahm ich mir vor ihnen zu vor zu kommen. eine andere Ursache war noch dabey, nemlich: die hiesigen Klawiermeister in verlegenheit zu sezen, manche davon sind meine Todtfeinde, und so wollte ich mich auf diese Art an ihnen rächen, weil ich voraus wußte, daß man ihnen die Variationen hier und da vorlegen würde, wo die Herren sich denn übel dabey produciren würden.“ https://da.beethoven.de/sixcms/detail.php?id=15110&template=dokseite_digitales_archiv_de&_eid=1502&_ug=Klavier%20und%20ein%20weiteres%20Instrument&_werkid=205&_dokid=b188&_opus=WoO%2040&_mid=Werke&suchparameter=&_sucheinstieg=&_seite=1.

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2 Antworten auf »Beethoven bei Mozart zu Besuch. Zur Entstehungsgeschichte von Beethovens Mozart-Variationen WoO 40 aus den Erinnerungen von Johann Nepomuk Hummel (Erstveröffentlichung)«

  1. Jacob Buis sagt:

    Gratuliere. Schön erfundene und geschriebene Anekdote.

    Nur eine kleine Frage: reiste Beethoven wirklich angeblich wegen der plötzlichen Erkrankung seiner Mutter wieder zurück nach Bonn?
    Tatsächlich war die Mutter schon zur Zeit der Abreise nach Wien bestimmt nicht in einer guten Verfassung und letztendlich starb sie denn auch am 17.Juli.

    Aber falls die Krankheit (TBC) wirklich so dramatisch verschlimmerte UND ein Schreiben aus Bonn Beethoven so schnell wie möglich in Wien erreichte, warum reiste Beethoven dann über einen Umweg über München und Augsburg, wo er den Klavierfabrikanten Johann Georg Stein besuchte?
    [s. Büning, Sprechen wir über Beethoven, München (2018) p.53, z.B.]

    • Julia Ronge sagt:

      Seit den Forschungen von Dieter Haberl, der Fremdenlisten im Regensburger Diarium ausgewertet hat, wissen wir ein wenig mehr über Beethovens erste Wienreise, auch wenn immer noch das meiste im Dunkel liegt und archivalische Quellen zum Aufenthalt in Wien fehlen. Demnach hat sich Beethoven auf der Heimreise – er ist spätestens am 28. März 1787 dort abgereist – tatsächlich die Zeit genommen, in München, Regensburg und Augsburg Station zu machen. Der Routenverlauf macht deutlich, dass Beethoven keineswegs auf dem schnellsten Weg nach Bonn zurückgekehrt ist. Joseph von Schaden in Augsburg schrieb Beethoven im September 1787, er habe seine Mutter bei der Rückkehr noch lebend angetroffen. Er schreibt allerdings auch: “je näher ich meiner vaterstadt kam, je mehr briefe erhielte ich von meinem vater, geschwinder zu reisen als gewöhnlich, da meine mutter nicht in günstigen gesundheitsumständen wär”. Diese Briefe müssen ihn aber erreicht haben, als er sich bereits im süddeutschen Raum oder noch näher an Bonn befand, da er sonst eine andere, schnellere Reiseroute für die Rückkehr gewählt hätte.

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