„Der künftige Löwe zeigt bereits seine Pranken“ – Zur Revision von Beethovens Klaviervariationen Band I

Der G. Henle Verlag ist dafür bekannt, seine älteren Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls auf den aktuellen Stand zu bringen. Zuletzt wurde hier im Blog über die revidierte Neuausgabe von César Francks Violinsonate berichtet. Heute möchte ich auf die Revision von Beethovens Klaviervariationen hinweisen, deren erster Teil in Kürze erscheinen wird (HN 1267). Weiterlesen

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Sturm – Les Adieux – Hammerklavier. Sinn und Unsinn der Namensgebung bei Beethovens Klaviersonaten

Es macht das Leben so viel einfacher: Wir sagen „Sturmsonate“, „Pathétique“ und „À Thérèse“ und verstehen uns viel schneller als durch mühsames Wiedergeben von Zahlenwerk – 17. Sonate d-moll op. 31 Nr. 2, 8. Sonate c-moll op. 13 oder 24. Sonate Fis-dur op. 78. Doch wie authentisch, wie echt sind diese bekannten Beinamen? Und führen sie uns nicht doch vielleicht manchmal in die Irre? Eine kleine Zusammenstellung in zwei Teilen. Weiterlesen

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Kleiner Fehler, große Wirkung! Über ein „Im Nebel“ herumgeisterndes Wiederholungszeichen

Leoš Janáčeks großartige Kammermusik, die wir in Kooperation mit der Wiener Universal Edition veröffentlichen, bereichert ja nun schon seit einigen Jahren unseren Katalog mit dem Bläsersextett Mládi (HN 1093) und dem originellen Marsch der Blaukehlchen für Pikkoloflöte und Klavier (HN 1143). Aber nun dürfen auch die Pianisten sich auf Janáček in bester Urtext-Qualität freuen, denn inzwischen ist der vierteilige Klavierzyklus Im Nebel (HN 1247) erschienen. Auch hier war philologische Gründlichkeit für unseren Janáček -Spezialisten Jiří Zahrádka wieder mit großem Aufwand verbunden, da das Werk nicht nur in mehreren autographen Niederschriften sowie zwei zum Teil stark überbearbeiteten Abschriften vorliegt, sondern auch noch verschiedene Druckausgaben existieren.

Erstausgabe, Brünn 1913 (Brünn, Mährisches Landesmuseum, Janáček -Archiv)

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Gidon Kremer zum 70. Geburtstag

Es war bereits im Septemer 2015, als der Geschäftsführer des G. Henle Verlags, Dr. Wolf-Dieter Seiffert, und Prof. Friedemann Eichhorn, Direktor des Kronberg Academy Masters, Pläne schmiedeten, Gidon Kremer zu seinem 70. Geburtstag mit einer Sonderedition zu ehren. Es war beiden ein Anliegen, den Ausnahmemusiker mit einer Henle-Urtextausgabe zu feiern, die Gidon Kremers künstlerische Ambitionen widerspiegeln sollte. Etwas Besonderes sollte es also sein, das gleichzeitig dem klassischen Profil unseres Kataloges entsprach. Friedemann Eichhorn gelang es, Gidon Kremer „ins Boot“ zu holen, und vor ungefähr einem Jahr stand das Projekt: Es sollte eine Ausgabe des Violinkonzerts von Ludwig van Beethoven werden, basierend auf dem Henle-Urtext. Zur Gidon Kremer Edition wurde die Ausgabe durch die persönliche Handschrift des Geigers. So steuerte Kremer Fingersatz und Strichbezeichnungen für die Violinstimme bei, stellte einen Essay über Beethoven-Interpretation zur Verfügung und wählte selbst Kadenzen aus, die ihm besonders am Herzen lagen. Entstanden ist auf diese Weise eine einzigartige Ausgabe, die es nun jedem Geiger ermöglicht, sich mit der persönlichen Sicht Gidon Kremers auf dieses vielleicht großartigste Violinkonzert der Musikgeschichte auseinanderzusetzen. Zu dieser persönlichen Note, die, und darauf legt Gidon Kremer großen Wert, immer ganz im Dienst des Werkes stehen soll, konnte Friedemann Eichhorn mit Gidon Kremer ein kurzes Interview führen: Weiterlesen

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„Am Klavier“ – bringt Farbe in den Henle-Katalog!


Es ist allein schon grafisch eine kleine Revolution: nach fast 70 Jahren Verlagsgeschichte bringen wir zum ersten Mal eine Reihe von Urtext-Klavierausgaben nicht im klassisch-blauen Gewand heraus, sondern setzen gewissermaßen ein gelbes Ausrufezeichen auf das Cover. Und das mit gutem Grund, denn unsere neue Reihe „Am Klavier“ geht in vieler Hinsicht neue Wege. Weiterlesen

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Musiker und der G. Henle Verlag. Ein traditionell enges Verhältnis

Vielleicht bin ich ein wenig altmodisch: ich mag Gästebücher. Ja, in Zeiten von Facebook und Twitter ist das altmodisch. Aber Tweets und Posts vergehen schnell – das Gästebuch bleibt. Fast jedes Mal, wenn ein Musiker zu uns in den Verlag kommt, reiche ich ihm oder ihr das schöne ledergebundene Gästebuch für einen kleinen Erinnerungseintrag. Es ist schier unglaublich, wer uns in den vielen Jahrzehnten in München schon besucht hat. Jeder Eintrag hat seine ganz eigene Handschrift und natürlich unterscheiden sich auch die Einträge inhaltlich: sie können humorvoll sein, oder sie zeigen ganz schlicht nur Datum oder Unterschrift, oder sie loben unsere Urtextausgaben. (Besonders letztere lese ich natürlich am liebsten.)

Aufgeschlagen ist hier zum Beispiel eine Seite, beschrieben von der wundervollen japanisch-britischen Pianistin Mitsuko Uchida:

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„Es würde mich freuen, dieses Stück bald veröffentlicht zu sehen“ – Zur Erstausgabe von Liszts Bearbeitung der Ouvertüre zu Wagners „Tannhäuser“

Das 19. Jahrhundert ist reich an Künstlerfreundschaften. Diejenige zwischen Franz Liszt und Richard Wagner hebt sich nicht nur durch die Bedeutung ihres musikalischen Schaffens, ihre komplexen persönlichen Beziehungen, sondern auch durch ein markantes Ungleichgewicht bezüglich Geben und Nehmen hervor. Pointiert gesagt: Der eine, Liszt, bewunderte, der andere, Wagner, ließ sich bewundern. Liszts Einsatz für Wagners Opern und Musikdramen, für die er vorbehaltlose Begeisterung empfand, kannte keine Grenzen, während Wagner Liszts Werke, von den Symphonischen Dichtungen abgesehen, kaum zur Kenntnis nahm und allenfalls aus Dankbarkeit für die ihm zuteil gewordene Hilfe lobend anerkannte.

Illustration: Aline Bureau

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Luxus für die Continuo-Gruppe – Teil II: Telemann

Vor fast drei Jahren, am 17.2.2014 erschien mein Blog-Beitrag zu einer luxuriös ausgestatteten Henle-Urtextedition von Bachs Triosonate BWV 1038. Damals schrieb ich, wir rüsteten Nachdrucke barocker Kammermusik auf, um auch diese mit Continuo-Partitur, zusätzlicher Basso-Stimme etc. auszustatten. Was in diesem Beitrag unerwähnt blieb, sich aber eigentlich von selbst versteht: Auch Neuausgaben in Continuo-Besetzung erhalten die thematisierte opulente Ausstattung. Kürzlich ist mal wieder eine derartige Luxus-Ausgabe erschienen, und darauf möchte ich an dieser Stelle hinweisen: Telemanns Methodische Sonaten, Teil I, mit den Sonaten 1–6 (HN 1266). Weiterlesen

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Alle Jahre wieder – kommt die Fünfte Jahreszeit!

In diesen Tagen wird weltweit wieder Karneval gefeiert, und den Höhepunkt bildet natürlich der jeweilige Umzug mit möglichst originellen Kostümen und Masken. Der G. Henle Verlag darf da nicht zurück stehen. Das Highlight in der Forstenrieder Allee in München ist daher der Umzug der kostümierten Urtext-Editionen durchs Haus.

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Ein Jahr Henle Library App – ein Jahr digitaler Urtext!

Am 3. Februar 2016 – zum 117. Geburtstag unseres Verlagsgründers Günter Henle – erblickte die Henle Library App das Licht der Welt. Ein Jahr später dürfen wir stolz sein: Sie hat eingeschlagen in der Musikwelt! Tausende Musiker nutzen sie regelmäßig und sind begeistert, besonders von einem zentralen Feature: Den frei auswählbaren Fingersätzen großer Instrumentalisten.

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