„Diener zweier Herren“ – wenn der Herausgeber zwischen zwei Komponisten steht

Der Grundgedanke hinter einer Urtext-Ausgabe ist bekanntlich, eine Komposition so herauszugeben, dass sie dem Willen des Autors entspricht, in der Regel in der abschließenden „Fassung letzter Hand“. Doch wie geht man damit um, wenn man es mit zwei Willen und einem letzten Händepaar zu tun hat…? Weiterlesen

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Zuhörer sind auch nur Menschen

Bemerkungen zur Notwendigkeit von Körpersprache beim Klavierspiel

Wilhelm Busch: „Der Virtuos“, 1865 (Quelle: Wikimedia.org, Lizenz: PD)

Wilhelm Busch: „Der Virtuos“, 1865 (Quelle: Wikimedia.org, Lizenz: PD)

Heute mal ein ganz und gar praktisches Thema für uns Klavierspieler und Pianisten: Vielleicht hat es sich noch nicht überall herumgesprochen: Es kommt beim Klavierspiel mehr auf das Auge als auf’s Ohr an! Als Klavierspieler/in hat man nur dann reelle Chancen auf einen Wettbewerbsgewinn, wenn man sein Spiel durch starke Körperbewegungen und Mimik verstärkt. Eine aktuelle, angeblich seriöse Studie beweist es: Laien wie Fachleute kürten nämlich beim bloßen Zusehen von tonlosen (!) Wettbewerbsaufnahmen dieselben (!) Gewinner wie die Fachjury desselben Wettbewerbs. Anders gesagt: Solides Klavierspiel vorausgesetzt entscheidet das Auge, nicht das Ohr. Oder noch anders: Die Jury hätte auch mit Ohropax in den Ohren dieselben Gewinner nominiert. Das gibt nun wirklich zu denken… Weiterlesen

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Der Herr der tiefen Töne – Tobias Glöckler im Gespräch über Dragonettis „Famous Solo“

Tobias Glöckler

Tobias Glöckler

Mit dem Dresdner Bassisten Tobias Glöckler kam der Kontrabass vor einigen Jahren ins Programm des Henle Verlags. Zunächst mal ganz klassisch mit den Konzerten von Hoffmeister und Dittersdorf, aber bald gesellten sich dazu auch etwas exotischere Titel wie die Zwölf Walzer von Dragonetti für Kontrabass solo oder der berühmte Elefant aus Saint-Saëns’ Karneval der Tiere. Das jüngst erschienene „Famous Solo” von Domenico Dragonetti stellt in der Fassung für Kontrabass und Streichquartett nun gar eine Erstausgabe eines Kontrabasswerks in unserem Verlagsprogramm dar. Lesen Sie hier, wie es dazu kam… Weiterlesen

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Die klingenden Gärten der Henliden – Eine kleine Urtextsage


n einem kleinen Seitental des Olymp schmiegte sich einst ein musikalisches Kleinod an den Götterberg. Kein Odysseus, kein Herakles kam auf einer Irrfahrt oder Prüfung je durch dieses barocke, klassische, romantische Refugium; noch nicht einmal der alte Homer ließ es von seiner Muse besingen. Ob sich jedoch Xerob von Kopyrien mit seiner Anmerkung „Ιχη ωανδερτε εινστ δυρχη φενεσ ωερβοργενε Ταλ.“ (In: Ωανδερν, Athen u. a. 752 v. Chr., Papyrus 7) hierauf bezog, ist unter Fachleuten stark umstritten.
Warum weiß man so wenig über dieses Tal? – Nun, dort lebte ein kleines Völkchen, Henliden genannt, das unermüdlich, schon fast in sisyphosker Manier, Tag für Tag an seiner Bestimmung arbeitete: dem Urtext. Göttervater Zeus selbst gab ihn in Auftrag und hüllte anschließend den Mantel des Schweigens über das Tal. Weiterlesen

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Luxus für die Continuo-Gruppe

Woraus musizieren Continuo-Spieler?

Diese Frage mag zunächst trivial erscheinen. Jeder Pianist hat heutzutage vermutlich schon einmal barocke Kammermusik aus einer Basso-Continuo-Stimme begleitet. Im G. Henle Verlag – und nicht nur bei uns – besteht diese Stimme im Wesentlichen aus einem System für die linke Hand. Es enthält die Bass-Stimme, zumeist mit Ziffern, die angeben, welche Akkorde jeweils in der rechten Hand zu greifen sind. Weiterlesen

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D oder Cis? Was wollte Ravel den Geiger in „Tzigane“ spielen lassen?

Maurice_Ravel_1925

Maurice Ravel (1875-1937), 1925 (Lizenz: PD)

Maurice Ravels Konzertrhapsodie „Tzigane“ liegt bekanntlich in drei Fassungen vor: in der originalen für Violine und Klavier (April/Mai 1924), in der wenig später entstandenen für Violine und Orchester (Juli 1924) sowie in einer Version für Violine und Luthéal (Oktober 1924), eine damals soeben erst entwickelte und rasch wieder aufgegebene Vorrichtung für Saiteninstrumente, die beim Einbau in Klavier oder Flügel die Erzeugung neuer Klangregister ermöglichte, wobei es Ravel hier vor allem auf die klangliche Imitation des ungarischen Cymbals ankam. Weiterlesen

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Ein falsches D geht um die Welt – Rachmaninows cis-moll-Prélude unter der Lupe

Der letzte Blogbeitrag vom 6. Januar hat es schon angedeutet: wir begrüßen Sergej Rachmaninow als neuen Autor im Henle-Katalog! Mit dem Ablauf der Regelschutzfrist am 1.1.2014 sind seine Werke in Deutschland und vielen anderen Ländern der EU und weltweit nun in die Public Domain gefallen, so dass einer kritischen Neuedition seiner Kompositionen nichts mehr im Wege steht. Weiterlesen

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Corelli, La Folia und Rachmaninows Variationen op. 42

Im Mai und Juni 1931 komponierte Sergej Rachmaninow seine berühmten und vielgespielten „Variationen auf ein Thema von Corelli“ op. 42 für Klavier. Nur: Das Thema ist nicht von Corelli! Und wie nennen wir das Kind nun? Vielleicht besser „La Folia“-Variationen … Weiterlesen

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Weihnachts-Blog

Liebe Leser,

wir bedanken uns heute sehr herzlich bei Ihnen für Ihr Interesse am Henle-Blog. Wir freuen uns auch im nächsten Jahr auf Ihre Besuche und versprechen interessante Beiträge rund um Fragen musikalischer Notentexte.
Heute finden Sie hier einen Film, der es in sich hat. Es handelt sich um eine gut 30 Jahre alte Produktion des Weihnachtsoratoriums mit Nikolaus Harnoncourt. Unbedingt hörens- und sehenswert! Weiterlesen

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Wozu eigentlich Faksimiles?

Zwar machen die blauen Urtext-Ausgaben den Löwenanteil unseres Katalogs aus, aber so ganz nebenbei produzieren wir auch noch eine ganz andere Art von Noten, nämlich Faksimiles, also originalgetreue Reproduktionen von besonders bedeutenden Handschriften. Oft genug führen wir zu einem Werk sogar beides, so dass mancher sich fragen mag: Wozu braucht man eigentlich das Faksimile, wenn man doch eine verlässliche Urtext-Ausgabe hat, die gerade diese Quelle wissenschaftlich auswertet und dem Musiker damit die optimale Aufführungsgrundlage für das Werk bietet? Weiterlesen

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