Urtext von A bis Z! Wissenswertes zu unserer Neuedition von Alexander Zemlinskys Klarinettentrio op. 3

Mit unserer frisch erschienenen Urtext-Ausgabe des hinreißend „brahmsischen“ Klarinettentrios Opus 3 von Alexander Zemlinsky (HN 578) schließen wir gleich zwei Lücken. Zum einen fügen wir damit unserem Angebot für diese klassische Besetzung Klarinette, Klavier und Cello (oder Viola) ein wichtiges Werk hinzu, das sich zusammen mit Mozarts „Kegelstatt-Trio“ KV 498, Beethovens „Gassenhauer-Trio“ op. 11 und Brahms’ Trio op. 114 in illustrer Gesellschaft befindet (nicht zu vergessen Schumanns Märchenerzählungen op. 132 und Max Bruchs Acht Stücke op. 83 für die gleiche Besetzung). Außerdem hat unsere erste Edition eines Werks von Zemlinsky den hübschen Nebeneffekt, dass unser umfangreicher Urtextkatalog nun tatsächlich von A(lbéniz) bis Z(emlinsky) reicht… Weiterlesen

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Weihnachts-Blog

Alle Jahre wieder hält nicht nur die Weihnachtszeit, sondern, spätestens seit dem 19. Jahrhundert, auch der Weihnachtsbaum Einzug in die bürgerlichen Wohnungen. Freunde und Verwandte werden geladen, es muss dekoriert und vieles andere organisiert werden. Auch so mancher Komponistenhaushalt blieb davon nicht verschont. Weiterlesen

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Herbstliche Gedanken zum „Bunten Blatt“ in fis-moll von Robert Schumann

Robert Schumann, Bunte Blätter op. 99, Erstausgabe, Robert-Schumann-Haus Zwickau, Archiv-Nr.: 1996.23-D1; der Download des Bildes ist verboten. Zum Vergrößern anklicken.

Ein kleines Geburtstagsgeschenk
für András Schiff (Dezember 2016)

Bunte Blätter überall in den Bäumen und auf den Wegen. Jedenfalls sieht man sie hier, in der Forstenrieder Allee in München, wo der G. Henle Verlag seinen Sitz hat. Bunte Blätter überall – das gibt mir gleich das ideale Stichwort für Schumanns eher seltener gespielte Bunte Blätter op. 99.
E i n  Blatt aus Op. 99 hat es mir dabei besonders angetan, nämlich das vierte in fis-moll („Ziemlich langsam“). Dieses will ich heute besonders intensiv für Sie betrachten. Seine Schlichtheit, gepaart mit seinem melancholischen Reiz macht, finde ich, dieses Blatt besonders attraktiv. Ich bin da in guter Gesellschaft, denn auch Clara Schumann und Johannes Brahms empfanden das so; beide schrieben bekanntlich ausgedehnte Variationen ausgerechnet über dieses eine Blatt:

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Auch Editionen haben ihre Geschichte. Zur Revision von César Francks Violinsonate

Die Frage warum von Zeit zu Zeit Ausgaben des Henle-Katalogs als Revisionen neu herausgegeben werden, wurde bereits in einem früheren Blogbeitrag behandelt. Daran anknüpfend, möchte ich heute einen besonderen Fall vorstellen, nämlich die in Kürze erscheinende Revision von César Francks berühmter Violinsonate.

Francks Meisterwerk erschien erstmals bei Henle als HN 293 im Jahre 1975, also vor mehr als vierzig Jahren. Die Basis der damaligen Edition bildeten zwei Quellen: das (vermeintlich einzige) Autograph sowie die Erstausgabe, die noch nicht (wie heute üblich) nach Partitur und separater Violinstimme getrennt behandelt wurde. Weiterlesen

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Johann Jacob Froberger zum 400. Geburtstag

Manchem Urtext-Enthusiasten wird schon im Jahr 2014 aufgefallen sein, dass der G. Henle Verlag nun auch die „Vor-Bachische“ Zeit erkundet. In jenem Jahr erschien eine Edition sämtlicher Werke für Tasteninstrument von Johann Kuhnau. Zugegebenermaßen ist Kuhnau nicht allzu weit entfernt von Bach: Er war nur 25 Jahre älter als jener und war zudem sein Vorgänger im Amt des Leipziger Thomaskantors. Weiterlesen

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In voller Länge – Tschaikowskys „Valse-Scherzo“ endlich als ungekürzte Urtext-Ausgabe

Tschaikowsky und die Violine – sicher denkt hier jeder zuerst an sein herrliches Violinkonzert, das natürlich längst im Henle-Urtext erhältlich ist (HN 685). Aber die Geiger lieben auch seine anderen, kleineren Werke für Violine und Klavier, die nun nach und nach unserem Katalog als verlässliche Urtext-Ausgaben hinzugefügt werden. Weiterlesen

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Haydns sämtliche Cellokonzerte bei Henle: 3, 8, 5 oder 2?

Auf die Frage, wieviel Cellokonzerte Joseph Haydn uns hinterlassen hat, gab es in den letzten 200 Jahren erstaunlich unterschiedliche Antworten: Haydns eigenes Werkverzeichnis von 1805 listet drei Konzerte auf, im 19. Jahrhundert wuchs die Zahl auf acht an, bevor sie sich im 20. auf jene fünf reduzierte, die man auch in Anthony van Hobokens Katalog der Werke Joseph Haydns findet. Unser Urtext-Katalog aber verzeichnet nur zwei! Woran das liegt? Die kurze Antwort lautet: Weil unsere Haydn-Urtext-Ausgaben auf die Gesamtausgabe Joseph Haydn Werke zurückgehen – und das nicht nur in dem, was gedruckt wird, sondern auch in dem, was nicht gedruckt wird. Die lange Antwort liefert Einblick in ein spezielles Gebiet der Haydn-Forschung: die Frage nach der Echtheit der unter seinem Namen gehandelten Werke. Weiterlesen

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Die „Henle Library“-App – was war, was wird?

Fast acht Monate steht unsere „Henle Library“-App nun Musikern in aller Welt zur Verfügung und es ist Zeit, einmal Revue passieren zu lassen, was seither alles mit ihr und um sie herum geschehen ist – und einen kleinen Ausblick zu geben, was in nächster Zeit mit ihr geschehen wird.

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Der Reiz der Verstörung. Zu einer besonderen autographen Korrektur Mozarts im Finale des F-dur-Streichquartetts KV 590

Mozart-Kenner und -Liebhaber wissen natürlich um das Ungeheuerliche im Finale seines allerletzten Streichquartetts, KV 590. Besonders dessen Durchführung ist an Härte der Tonsprache im Mozartschen Œuvre einzigartig. Die Verstörung beginnt aber schon kurz vor Ende des ersten Teils: Die sonst so munter perlenden Sechzehntel-Noten erstarren urplötzlich in einer geradezu hilflos in sich repetierenden Dreitonschleife. Just diese Stelle hat Mozart in seiner Handschrift heftig korrigiert. Die Untersuchung dieser Korrektur gibt uns einen analytischen Schlüssel zum Verständnis dieses ganz besonderen Satzes an die Hand. Weiterlesen

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Nur nicht aus dem Takt kommen! Zum ersten Satz von Saint-Saëns’ 2. Klavierkonzert

Gelegentlich wird man als Lektor mit Fragen konfrontiert, die auf den ersten Blick unkompliziert erscheinen. Weiterlesen

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