HN 555 – Ein Druckfehler in CPE Bachs Sonate für Flöte solo?

HN 555In diesen Tagen kommt unser neuestes Urtext-Produkt frisch aus der Druckerei: eine Ausgabe der Sonate a-moll für Flöte solo von Carl Philipp Emanuel Bach (HN 555). Von den praktischen Besonderheiten dieser Ausgabe soll an dieser Stelle nicht ausführlich die Rede sein (Klapptafel zum blätterfreundlichen Musizieren; vollständige Reproduktion der Erstausgabe für all diejenigen, die sich in die Quelle dieses zentralen Flöten-Werkes vertiefen und möglicherweise daraus spielen wollen; aufführungspraktische Bemerkungen vom Traverso-Spezialisten Karl Kaiser, der die Edition mit vielen Hinweisen begleitet hat und auf den wichtige Anregungen zum folgenden Text zurückgehen). Nur um eine einzige Note im 2. Satz soll es in den folgenden Überlegungen gehen. Weiterlesen

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„Pour Piano et Violon ou Violoncelle“ – Gibt es eine Cellosonate von César Franck?

César FranckIm Anschluss an den allgemeinen Blogbeitrag von Dominik Rahmer über „Besetzung, Fassung, Bearbeitung – wie weit darf Urtext gehen?“ (Oktober 2012) geht es hier um einen speziellen Fall von Bearbeitung. Wer im Internet nach „César Franck Cellosonate“ sucht, erhält mehr als 80.000 Ergebnisse. Schon bei den Überschriften der angebotenen Seiten wird aber schnell klar, dass es sich um die Bearbeitung der berühmten Violinsonate in A-dur handelt. Weiterlesen

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„Des Waldhorns süßer Klang“ – Entdeckungen in Schumanns Konzert­stück Opus 86

Vor allem für Pianisten und Streicher steht der Name Henle für verlässliche Urtext-Ausgaben ihres klassischen Repertoires – da der Verlagsgründer Günter Henle selbst Pianist war, lag der Schwerpunkt der frühen Verlagsjahre auch auf der entsprechenden Literatur. Doch inzwischen haben sich ebenfalls die Blasinstrumente einen festen Platz im Katalog gesichert. Weiterlesen

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Wieniawskis Scherzo-Tarantella op. 16: Entwürfe für eine Synthese zwischen einer Tarantella und einem Scherzo?

Wie im Vorwort der Henle-Ausgabe von Henryk Wi­e­ni­aws­kis Scherzo-Tarantella (HN 553) vermerkt, gibt es von diesem Werk eine Fassung für Vi­o­li­ne und Orchester in einer unvollständig erhaltenen Kopie des verlorenen Au­to­graphs. Diese Fassung wurde nicht ver­öf­fent­licht und weist erhebliche Unterschiede zur ge­druck­ten Fas­sung für Vi­o­li­ne und Klavier auf. Leider ist kein weiteres Autograph der Scherzo-Tarantella ü­ber­lie­fert, und ohne entsprechende Hinweise zu Wieniawskis Arbeit an dem Werk konn­ten wir die Orchesterfassung nicht für die E­di­ti­on der Klavierfassung in Betracht zie­hen. Weiterlesen

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Eine Fälschung? Und wenn: Von wem? Zu den Schlusstakten in Mozarts Bläserquintett KV 452

Das Au­to­graph von Mo­zarts Kla­vier­quin­tett für Kla­vier und vier Blä­ser KV 452 barg mehr als 200 Jah­re lang ein Ge­heim­nis. Ich konn­te es im Zu­ge mei­ner Ur­text­e­di­ti­on
(HN 665 und HN 9665) im Jahr 2000 erst­mals lüf­ten. Weiterlesen

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Höchste Zeit für die tiefe Lage

Neben dem Hauptinstrument Klavier spielen die Streicher im Henle-Katalog von jeher eine große Rolle. Bereits unter den ersten Veröffentlichungen des Hauses aus den 40er Jahren finden sich mit Beethovens Cellovariationen und Violinsonaten (HN 5 und HN 7/8, beide inzwischen natürlich nach der Neuen Beethoven-Gesamtausgabe revidiert) Standardwerke des Streicherrepertoires, das in den folgenden sechs Jahrzehnten von Bach bis Berg systematisch ausgebaut wurde.  (Wie übrigens auch an unseren 13 Video-Interviews mit 13 international renommierten Geigern zu 13 großen Violinwerken abzulesen ist.) Der Kontrabass hingegen kam erst mit dem neuen Jahrtausend zu Henle, und  das hat viele Gründe … Weiterlesen

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Ossia und Da Capo – Verwirrung in Schumanns Papillons op. 2

Manchmal lösen sich Rätsel nicht auf, selbst wenn die Quellenlage dem Herausgeber einer Urtextausgabe üppiges Material an die Hand gibt – wie etwa bei Robert Schumanns Papillons op. 2, von denen eine „Fassung letzter Hand“ wohl kaum ermittelt werden kann. Weiterlesen

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Geklaute Melodien – Sarasates „Zigeunerweisen“ unter Plagiatsverdacht

Die Verwendung volksmusikalischer Elemente in der Kunstmusik hat bekanntlich eine lange, bis auf das Spätmittelalter zurückreichende Tradition. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erhielt diese Praxis vor dem Hintergrund des aufstrebenden Nationalismus eine neue Bedeutung und Qualität. Diente sie so manchem Komponisten als demonstrativer Verweis auf die Verwurzelung mit seiner Heimat und zugleich als selbstbewusstes Gegengewicht zur damaligen Dominanz deutsch-österreichischer Musik – man denke etwa an Edvard Grieg oder Antonín Dvořák –, so führten andere Musiker mit großem Erfolg den exotischen Reiz fremdländischer Klänge vor.

Wie kaum ein anderer profitierte von der Mode solcher nationalen Idiome der Geigenvirtuose Pablo de Sarasate (1844–1908), der in seinen eigenen Kompositionen Anleihen an die Volksmusik zahlreicher europäischer Länder und Regionen machte. Weiterlesen

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Liebestod, die zweite – weitere Probleme in Franz Liszts Wagnerbearbeitung

Vor einiger Zeit hatten wir unserer neuen Urtext-Ausgabe von Liszts Klaviertranskription Isoldens Liebestod (HN 558) bereits einen Blogbeitrag gewidmet, der sich mit unterschiedlichen Lesarten der Quellen befasste (siehe Wagner, Liszt, und die „verunglimpfte“ Isolde). Das Stück soll heute erneut unter die Lupe genommen werden, denn es hat nicht nur für Pianisten, sondern auch für Philologen viel zu bieten… Weiterlesen

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Schubert streicht, Brahms öffnet. Zum ersten der drei nachgelassenen Klavierstücke (Impromptus) D 946 von Franz Schubert

Schubert hat die Veröffentlichung seiner im Mai 1828 komponierten drei Impromptus nicht mehr erlebt. Erst 40 Jahre später (!) wurden sie gedruckt, und kein Geringerer als Johannes Brahms war der Herausgeber dieser bis heute von Pianisten und Publikum geliebten Klavierstücke. Weiterlesen

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