Ein „fauler Apfel“ in Camille Saint-Saëns’ 2. Cellosonate?

Vom Genie-Gedanken der Romantik war Saint-Saëns denkbar weit entfernt. Musik sei die Kunst, Töne nacheinander beziehungsweise miteinander zu kombinieren, äußerte er einmal, und was seine künstlerische Produktion angehe, so bringe er gemäß seiner naturgegebenen Anlage musikalische Werke hervor – so wie ein Apfelbaum Äpfel hervorbringe. Dieser Vergleich mag zunächst befremden, entspricht aber vollkommen der Ästhetik von Saint-Saëns, der Form und Handwerk beim Komponieren in den Vordergrund stellte. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Autograph, Erstausgabe, Fassungen, Klavier + Violoncello, Lesart, Montagsbeitrag, Saint-Saëns, Camille, Violoncellosonate Nr. 2 F-dur op. 123 (Saint-Saëns) | Verschlagwortet mit | Hinterlassen Sie einen Kommentar

„… die äußerste Leistungsgrenze dieser Art auf dem Pianoforte“: Busoni bearbeitet Bach

In Kürze wird die zweite Ausgabe im Henle-Katalog erscheinen, die auf dem Cover den doppelten Komponistennamen Bach · Busoni trägt. Busonis berühmtes Arrangement der nicht minder berühmten Chaconne ist bereits länger bei uns erhältlich. Nun folgen die 10 Choralvorspiele.

Fast müsste man von 11 ½ Choralvorspielen sprechen, denn unsere Edition bringt zusätzlich zu den bekannten 10 Orgel-Übertragungen einerseits eine zweite Version der Nr. 1 („Komm, Gott, Schöpfer“), die seit der Erstveröffentlichung 1916 nun erstmals wieder zugänglich gemacht wird; diese Zweitfassung, die nur in Teilen einen wirklich neuen Notentext enthält, mag man als „halbes“ neues Choralvorspiel zählen. Ein vollgültiges neues Werk ist andererseits die Transkription des Orgelchoralvorspiels „Aus tiefer Not schrei‘ ich zu dir“. Unsere Herausgeber haben das Stück im Nachlass Busonis (Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz) entdeckt. Die Quelle ist inzwischen als Digitalisat einzusehen; in einer Urtextausgabe erscheint das Werk nun allerdings zum ersten Mal. Weiterlesen

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Die Henle Library App – ein Blick hinter die Kulissen. 2. Teil

Im ersten Teil dieses kleinen „Making of“-Berichts sprach ich von dem Anspruch, unsere Urtextausgaben mediengerecht in einer App umzusetzen. Was dies für das Layout des Notentextes bedeutet und wie wir hier große Flexibilität erreichen, habe ich dort bereits dargelegt. Nun soll es um einige zusätzliche Funktionen und um die Präsentation der Textanteile in unseren Ausgaben gehen. Weiterlesen

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Blick durchs Schlüsselloch – Bartóks „Allegro barbaro“ als Vorbote der Gesamtausgabe

Mit Béla Bartók reiht sich 2016 ein neuer Komponist in unseren Katalog ein – immer ein besonderes Ereignis für einen Urtext-Verlag, und in diesem Fall gleich ein doppeltes Vergnügen: Denn zum einen starten wir in diesem Jahr eine große, auf 48 Bände angelegte Kritische Gesamtausgabe sämtlicher Werke des Komponisten, zum anderen erscheinen (zunächst) seine Klavierwerke für die musikalische Praxis in blauen Urtext-Ausgaben.

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Der Schicksalstriller – András Schiffs erhellende Überlegungen zu Schuberts letzter Klaviersonate in B-dur D 960

Gastbeitrag von Alex Ross[1]

„Welches andere Werk ist so sehr erfüllt von Stille?“ (András Schiff)

Vor einigen Tagen saß ich mit Sir András Schiff, dem aus Ungarn stammenden, in Großbritannien lebenden Pianisten, im Probenraum der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles. Wir sinnierten gemeinsam über ein großes musikalisches Rätsel, nämlich den Triller im achten Takt von Schuberts B-dur-Sonate D 960. Weiterlesen

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Verwirrung um Haltebögen in Chopins Scherzo h-moll

Es ist hinlänglich bekannt, dass Chopin-Varianten einen Herausgeber – der alles daran setzt, dem Musiker einen gültigen Text an die Hand zu geben – zur Verzweiflung bringen können. Der Gedanke, dass man in seiner Verzweiflung nicht allein ist, kann jedoch eine tröstliche Wirkung haben. So erging es jedenfalls mir, als ich begann, eine revidierte Ausgabe (HN 1334) des 1. Scherzos h-moll vorzubereiten. Ich stieß dabei auf ein Dokument, das den berühmten Chopin-Schüler und Herausgeber Karol Mikuli in ziemlicher Ratlosigkeit zeigt. Weiterlesen

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Henry Vieuxtemps’ 5. Violinkonzert in neuem Gewand – Gespräch mit Marie Cornaz und Ray Iwazumi

Unter den knapp hundert Kompositionen, die der Geigenvirtuose Vieuxtemps hinterlassen hat, stellt das 5. Violinkonzert a-moll op. 37 sicherlich das mit Abstand bekannteste und beliebteste Werk dar. Seine Popularität verdankt es nicht nur dem brillanten Geigenpart, sondern auch der originellen Form in drei Sätzen, die pausenlos ineinander übergehen. Weiterlesen

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Die Henle Library App – ein Blick hinter die Kulissen. 1. Teil

Wann ist bei uns im Verlag eigentlich der Groschen gefallen, dass eine Henle-Ausgabe nicht bis in alle Ewigkeit nur auf Papier das Licht der Welt erblicken muss? Für mich geschah das im März 2011, als ich bei einer Konferenz der Music Teachers National Association (MTNA) in Milwaukee unser Urtext-Konzept vorstellte – und alle nur über das iPad mit mir reden wollten! Weiterlesen

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Rosenmontags-Quiz

Fasching, Karneval, Fassenacht: auch in München feiern wir heute den Rosenmontag, wenngleich nicht ganz so ausgelassen wie in Köln oder Mainz…

Passend dazu haben wir für den heutigen Blogbeitrag einmal unseren Urtext-Katalog unter die Lupe genommen, denn auch darin verstecken sich einige „närrische“ Kompositionen. Können Sie sich denken, welche? Weiterlesen

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„Henle Library“-App. Noten neu definiert.

Alle Gerüchte haben mit dem heutigen Tag ein Ende. Ja, es stimmt: Henle Urtext wird digital. Der weltweite Launch in deutscher, englischer und chinesischer Sprache der „Henle Library“-App für iPads erfolgt am 3. Februar 2016 (für Android-Tablets ab Mai 2016). Unsere App wird Musikern beim Üben, Proben und Spielen als wertvolles Werkzeug dienen.

Im Folgenden ein kleiner Überblick und „App-etizer“. Exklusiv für unsere Blog-Leser:

Für uns im Henle Verlag war von Anfang an klar, dass es nicht damit getan ist, unsere Urtextausgaben als digitale Dateien für PDF-Reader anzubieten. Weiterlesen

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