Vor zwei Wochen feierten wir unseren 200. Blogeintrag und mein Kollege Wolf-Dieter Seiffert warf einen wunderbaren Blick zurück auf die vielen hochinteressanten und hoffentlich unterhaltsamen Beiträge, die unser Blog-Team seit 2011 verfasst hat. Heute werfe ich einen Blick nach vorn, denn das nächste Jahr ist für den Henle Verlag ein ganz besonderes, steht doch der 250. Geburtstag des Allergrößten bevor: LUDWIG VAN BEETHOVEN. Auch unser Blog kann sich dem Sog nicht entziehen, hier wird 2020 eine Huldigung der besonderen Art für den Wiener Meister stattfinden: Denn ab sofort bis Weihnachten des nächsten Jahres werden sich sämtliche der über 20 anstehenden Blog-Beiträge um Ludwig van Beethoven drehen!

Sie wissen alle, dass der Henle Verlag und die Werke Beethovens in einem beinahe symbiotischen Verhältnis zueinanderstehen, eine Tatsache, die mich als Beethoven-Forscher natürlich besonders glücklich macht. Seit der Gründung des Verlags 1948 stand Beethoven in vielerlei Hinsicht an erster Stelle: Seit 1961 erscheint nur bei uns die neue wissenschaftliche Gesamtausgabe seiner Werke, herausgegeben von unserem engen Partner, dem Beethoven-Haus Bonn, der bedeutendsten Forschungsstelle zu seinem Werk weltweit. Unzählige praktische Urtextausgaben haben wir seitdem auf der Basis dieser akribisch erarbeiteten Notentexte in unseren Katalog aufgenommen, von den Kompositionen für Klavier solo bis zur groß besetzten Kammermusik, von den Liedern bis zu so ungewöhnlichen Werken wie den Stücken für Mandoline und Klavier. Unser Lizenz-Partner Breitkopf & Härtel kümmert sich um die groß besetzten symphonischen Werke aus der Gesamtausgabe, sei es die Messen, die Symphonien oder Ouvertüren, und die Kollegen bei Alkor in Kassel halten das Material zu „Leonore“, „Fidelio“ und zur Schauspielmusik „Egmont“ bereit, ebenfalls erstellt auf der Basis der bei Henle erscheinenden wissenschaftlichen Gesamtausgabe.

In einer Symbiose profitieren beide Seiten, und tatsächlich ist auch heute Beethovens Musik die ertragreichste für unseren Verlag. Unser verlegerischer Dienst für Beethoven auf der anderen Seite ist – in aller Bescheidenheit – einzigartig, denn wo sonst finden Sie, liebe Musiker, sein komplettes Œuvre in auf höchstem Niveau erarbeiteten, für die Praxis optimal präsentierten Notenausgaben? Nicht zu vergessen das 1955 von Georg Kinsky und Hans Halm in unserem Verlag veröffentlichte Beethoven-Werkverzeichnis, Grundlagenwerk aller Beschäftigung mit seinem Werk. Es wurde 2014 durch die Neuausgabe der Herausgeber Kurt Dorfmüller, Julia Ronge und meiner Wenigkeit auf über 2.000 Seiten auf den aktuellen Stand der Forschung gebracht. Und schließlich die wissenschaftliche Briefausgabe und die ebenfalls wissenschaftlich erarbeiteten Zeitgenossenberichte – allesamt Primärquellen ersten Ranges für die Beethoven-Forschung.

Es gibt also mehr als genug Grund, bei Henle Beethoven zu feiern, und unser Blog soll dazu ab sofort ganz unterschiedliche Schlaglichter auf sein Leben und Werk werfen (natürlich haben wir in der Vergangenheit bereits zahlreiche Blog-Beiträge zu Beethoven verfasst, schauen Sie nur ins Register). Ein Blick auf die vorläufige Planung für 2020 ist vielverheißend, die Spannbreite weit: „Beethoven als Verfasser von Kadenzen“, „Der ungesicherte Text der Hammerklaviersonate“, „Beethoven vokal“, „Authentische Bearbeitungen“, „Beethoven und die Bratsche“, „Die neue Perahia-Ausgabe der Klaviersonaten“ und, und, und … ich hoffe, es wird für Sie alle etwas Interessantes dabei sein!

In zwei Wochen geht es los! Viel Freude in unserem Beethoven-Jubiläums-Blog-Jahr 2020!

Ihr

Norbert Gertsch

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4 Antworten auf »Das Beethoven-Jubiläum im Henle Blog«

  1. Dr. Jacob Buis sagt:

    Als Besitzer beider Kinsky-Halm Verzeichnisse, der Briefausgabe und der Zeitgenossenberichte (alle im gleichen „Henle“-Format), Benutzer vieler Notenausgaben und Leser dieser Blogs bemerke ich: Was, wenn es keinen Henle-Verlag gegeben hätte?
    Nur schade, dass die Briefausgabe auf CD-ROM nicht mehr unterstützt wird und deshalb nicht mit Windows 10 funktioniert. Na ja, man kann im Leben nicht alles haben.
    Nichtsdestoweniger: Das alles ist und bleibt eine großartige Leistung.

    • Patrick Schönbach sagt:

      Wäre es nicht möglich, die Briefe in PDF-Format auf CD-ROM herauszugeben? Dann wäre man Betriebssystemprobleme los.

      • Norbert Gertsch sagt:

        Lieber Herr Schönbach,
        die CD-Version hatte einige besondere Funktionen, die sich in einem normalen PDF-Format nicht umsetzen lassen. Wir denken stattdessen über eine Online-Lösung nach. Das könnte aber leider noch eine Weile dauern.
        Herzlicher Gruß
        Ihr
        Norbert Gertsch

    • Norbert Gertsch sagt:

      Lieber Herr Buis,
      angeblich gibt es eine Möglichkeit, die CD-Rom auch unter Windows 10 zum Laufen zu bringen. Wir übernehmen hier keine Garantie, dass es funktioniert, aber vielleicht ist es einen Versuch wert (dank an den anonymen Tippgeber)?
      „1. Vollständiges Verzeichnis einer lauffähigen Version vom alten Rechner in einen Programmordner auf den Computer kopieren, z.B. unter C:\Programme (x86)\Henle (vermutlich genügt es auch, den vollständigen Inhalt der CD-Rom in dieses Verzeichnis zu kopieren); im folgenden als bezeichnet.
      2. Regedit für WOW64 (Windows on Windows 64bit) aufrufen (wichtig: nicht die „normale“ Regedit nehmen) über „Ausführen“ (Windows-Taste + R) mit dem Befehl: %systemroot%\syswow64\regedit, dort über Datei–Importieren folgende Datei importieren: C:\\Henle\Bin\EBTCOM.REG
      3. In der Dynatext.ini (in C:\\Henle\Bin) alle Pfade anpassen, so daß sie jeweils mit C:\\Henle\… beginnen.“
      Herzlicher Gruß
      Ihr
      Norbert Gertsch

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