Neues zu Liszts h-moll-Sonate

"Finale furioso" aus: Wilhelm Busch: Ein Neujahrskonzert

Clara Schumann schreibt am 25. Mai 1854 mit kaum zu überhörender Verzweiflung in ihr Tagebuch: „Liszt sandte heute eine an Robert dedizierte Sonate und einige andre Sachen mit einem freundlichen Schreiben an mich. Die Sachen sind aber schaurig! Brahms spielte sie mir, ich wurde aber ganz elend. … Das ist nur noch blinder Lärm – kein gesunder Gedanke mehr, alles verwirrt, eine klare Harmoniefolge ist da nicht mehr herauszufinden! Und da muß ich mich nun noch bedanken – es ist wirklich schrecklich.“ Weiterlesen

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Ein Böhme in Amerika: Hat Dvořáks F-dur-Streichquartett falsche Akzente?

Das Streichquartett F-dur op. 96 komponierte Antonín Dvořák im Frühsommer 1893 in Spillville/Iowa, wo er seine Ferien als Direktor des New Yorker National Conservatory of Music (1892–95) verbrachte. Weiterlesen

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Weitere neue Erkenntnisse zum Autograph der Klaviersonate A-dur KV 331

Regelmäßige Henle-Blog-Leser werden sich erinnern: Mein letzter Beitrag behandelte den sensationellen Budapester Fund des autographen Doppelblatts der berühmten A-dur-Klaviersonate KV 331 Mozarts sowie die Ankündigung meiner inzwischen erschienenen neuen Urtext-Ausgabe dazu. Weiterlesen

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Citius, altius, fortius – schneller, höher, stärker! Beethovens olympisches Streben im Diskant

Im Mai dieses Jahres schrieb ich über die tiefen Töne, heute möchte ich Balance schaffen und über Beethovens Streben nach Höherem schreiben. Litt er unter der Beschränkung der Tastatur der Klaviere des 18. und frühen 19. Jahrhunderts nach oben bis f3 (heute geht’s immerhin bis c5)? Beim genaueren Hinschauen möchte man fast den Eindruck haben. Weiterlesen

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„Smfz“ – Zu einigen ungewöhnlichen Dynamik­anweisungen in unseren Urtext-Ausgaben

Die Dynamik ist gewissermaßen das Salz in der musikalischen Suppe: ohne sie würde auch die interessanteste Komposition fade wirken. So ist es bei der Erarbeitung eines musikalischen Urtexts oberstes Gebot, nicht nur Noten, Vorzeichen und Artikulation, sondern auch die dynamischen Anweisungen der Komponisten genau zu beachten. Weiterlesen

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Urtext und Ur-Kontext

leinen cover UrtextDas Urtext-Prinzip ist in unserem Blog ja bereits hinlänglich diskutiert worden und kann so als bekannt vorausgesetzt werden – aber kennen Sie den Ur-Kontext? Dieser spielt nämlich bei Henle ebenfalls eine große Rolle (auch wenn wir ihn nicht auf’s Cover schreiben…). Weiterlesen

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Ab welchem Tempo „stirbt“ Ravels „Pavane“?

Maurice Ravel (um 1906, Quelle: PD)

Während meiner Assistenzzeit als Henlidin durfte ich im vergangenen Jahr im G. Henle Verlag die unterschiedlichsten Aufgaben übernehmen, Neues entdecken, kreativ sein, die schönsten Noten lesen, Feste feiern, viel lernen und eine eigene blaue Urtext-Edition herausgeben: HN 1260. Die Pavane pour une infante défunte ist eine kleine Komposition von Maurice Ravel, die er 1899 für Klavier geschrieben und später für Orchester umgearbeitet hat. Als schöne Ergänzung unseres Ravel-Repertoires und mit einer vermeintlich „einfachen“ Quellenlage sollte dieses Projekt für mich auch ein guter Einstieg in die Arbeit einer Herausgeberin sein, aber mit jedem Lesen der Quellen tauchten neue Fragen auf. Eine davon beschäftigt mich noch jetzt, nach Erscheinen der Ausgabe, denn auf sie habe ich keine endgültige Antwort gefunden: Ab welchem Tempo „stirbt“ Ravels Pavane? Weiterlesen

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Sommerpause

Wir packen unseren Koffer und nehmen mit: natürlich unsere Urtextausgaben. Und wohin nehmen Sie Ihre Noten mit?

Unser Blog macht eine kleine Sommerpause. Freuen Sie sich auf den nächsten Beitrag am 31. August 2015!

G. Henle Verlag

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Wer tritt? Vom Pedalgebrauch bei Klaviermusik zu vier Händen

Musik für Klavier zu vier Händen bringen wir heutzutage unwillkürlich mit dem 19. Jahrhundert in Verbindung. Es handelt sich um die Hausmusik-Gattung schlechthin. Klavierspielen konnten in der biedermeierlichen Welt viele, und zu vier Händen lässt sich mit wenig Aufwand – will sagen mit bescheidenem technischen Können – doch recht klangvoll musizieren. Gerade im Klavierunterricht wird daher das Vierhändigspiel noch immer gern und viel praktiziert. Meist spielt der Lehrer den Secondo-Part (und sorgt damit für eine orchestrale Grundierung), während der Schüler den leichter zu bewältigenden, Melodie tragenden Primo-Part beisteuert (man denke nur an die Werke des unvermeidlichen Anton Diabelli). Erfolgserlebnis garantiert! Und damit das Ganze noch besser klingt, tritt der Lehrer beim Musizieren das rechte Pedal. Weiterlesen

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„Bitte nicht so spielen, wie es in den Noten steht!“ – Urtext und Spielbarkeit

Eine Szene aus dem Musikunterricht, an die wir uns alle höchst ungern erinnern: Eine bestimmte Stelle misslingt uns immer wieder, und der Lehrer ruft, bereits der Verzweiflung nahe: „Einfach so spielen, wie es in den Noten steht!“

Klingt einfach und selbstverständlich. Wenn es trotzdem nicht klappt, muss es ja wohl an den Fingern liegen, nicht an den Noten. Insbesondere wenn man aus einer Urtext-Ausgabe spielt, aus einer Edition, deren Noten ja kritisch geprüft wurden und daher in Ordnung sein müssen.

Aber ist dies tatsächlich immer der Fall? Kann es nicht doch auch an den Noten liegen, wenn sich Spielprobleme ergeben? Weiterlesen

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