Schubert streicht, Brahms öffnet. Zum ersten der drei nachgelassenen Klavierstücke (Impromptus) D 946 von Franz Schubert

Schubert hat die Veröffentlichung seiner im Mai 1828 komponierten drei Impromptus nicht mehr erlebt. Erst 40 Jahre später (!) wurden sie gedruckt, und kein Geringerer als Johannes Brahms war der Herausgeber dieser bis heute von Pianisten und Publikum geliebten Klavierstücke. Weiterlesen

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„Adelaide“ – ein Lied geht um die Welt

Das deutsche Kunstlied erfreut sich ja bekanntlich nicht nur im deutschsprachigen Raum großer Beliebtheit – und so stellt sich bei Lied-Ausgaben mit deutschen Texten immer wieder die Frage, ob man nicht für den internationalen Markt eine Übersetzung des Gedichtes beigeben oder womöglich einen Gesangstext in anderer Sprache unterlegen sollte. Dass solche Überlegungen nicht erst mit dem „global trading“ unserer Zeit aufkamen, sondern die Verleger schon vor 200 Jahren umtrieben, lässt sich am Beispiel von  Ludwig van Beethovens Adelaide ersehen. Weiterlesen

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„una corda“ – „con sord.“ – „mit Verschiebung“: Wie dämpfe ich mein Klavier?

Manch ein Klavierschüler wird seinen Augen nicht trauen, wenn er die Bezeichnung una corda (= eine Saite) in den Noten liest.

 

 

 

 

Man könnte meinen, wir wollten uns in das Zeitalter John Cages und seiner präparierten Klaviere versetzen. Denn wie soll der Spieler unter den 1–3 Saiten, die jeder Taste zugeordnet sind, gezielt eine auswählen und diese zum Klingen bringen? Weiterlesen

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Mehr oder weniger Höhepunkt – es oder e in Islamey?

Milij Balakirevs Paradestück Islamey, dem schon der Widmungsträger Nikolai Rubinstein gleichsam Unspielbarkeit bescheinigte, gehört auch heute noch zu den brillanten Schlachtrössern der Klaviervirtuosen. Die beiden zentralen Melodien, um die herum ein mit seinen allgegenwärten Tonrepetitionen fast maschinell wirkendes Feuerwerk entfacht wird, entstammen der Volksmusik der Tscherkessen und Krim-Tataren. Und so wirkt das ganze Stück für klassisch geprägte Ohren entsprechend „exotisch“. Weiterlesen

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Korrektur oder Interpretation? – Johannes und Clara ändern Roberts Noten

Wer Robert Schumanns In der Nacht, die fünfte Nummer aus den Fantasiestücken op. 12, nach der Henle-Ausgabe (HN 91 oder Sammelband HN 922) einübt, stößt an zwei Stellen im Notentext auf Fußnoten, die auf den kritischen Bericht im Bemerkungsteil verweisen. Weiterlesen

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Kommentar zu einer Zehntelsekunde Bach – H oder B in der B-dur-„Corrente“ BWV 825

Vor kurzem wurden wir auf einen vermeintlichen Fehler in unserer Urtextausgabe HN 28 der „Sechs Partiten“ von Johann Sebastian Bach (BWV 825-830) aufmerksam gemacht: In der Corrente der ersten Partita in B-dur stünde zur letzten Note der linken Hand in Takt 12 irrtümlich ein ♮. Weiterlesen

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Ganz im Ernst – Aufräumen gehört dazu!

Wer über unseren Aprilscherz zur aufgeräumten Stimme bei Henle nicht nur herzlich gelacht, sondern sich vielleicht auch selbst schon einmal an einer Reger-Sonate versucht hat, der weiß, dass es mit dem Aufräumen bei Max Reger – und so manch anderem spätromantischen Komponisten – eigentlich eine durchaus ernste Sache ist. Die verschwenderische Vielfalt, mit der Anfang des 20. Jahrhunderts in den Partituren Tempo, Dynamik, Artikulation und Ausdruck bis ins letzte Detail fixiert wurden, begräbt die Musik manchmal regelrecht unter den Zeichen und verträgt sich kaum noch mit der Direktive, dass eine sogenannte praktische Urtext-Ausgabe den Notentext für den Musiker ja auch einigermaßen gut (und schnell!) lesbar präsentieren soll. Weiterlesen

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Achten Sie auf das Kleingedruckte – Die Notation Elgars als Mittel zum Ausdruck

Ein bereits veröffentlichtes Werk neu herauszugeben, ist eine spannende Aufgabe und in mancher Hinsicht sogar anspruchsvoller als die Arbeit an einer Ausgabe, bei der man sich nur auf Manuskripte und Skizzen des Komponisten stützen kann. Selbstverständlich muss man als Herausgeber immer die eigentliche Intention des Komponisten hinsichtlich des jeweiligen Werkes im Auge haben. Dabei kann die Existenz von gedruckten Ausgaben sowohl ein Vorteil wie auch ein Nachteil sein: Weiterlesen

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Frühjahrsputz – neue Gestaltungsrichtlinien im Hause Henle

Das heutige Datum sollten Sie sich rot im Kalender anstreichen: mit diesem Tag führt der G. Henle Verlag neue und bahnbrechende Gestaltungsrichtlinien für ausgewählte Titel des Kammermusikrepertoires ein. Neben den beiden bislang enthaltenen Einzelstimmen – im Urtext sowie mit Fingersätzen und Strichbezeichnungen versehen – wird in Zukunft eine dritte Stimme beigelegt: die sogenannte aufgeräumte Stimme. Weiterlesen

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Wagner, Liszt, und die „verunglimpfte“ Isolde – wie gut lesen Komponisten ihre eigenen Werke Korrektur?

Das aktuelle Wagner-Jahr geht auch am Henle-Verlag nicht spurlos vorüber, selbst wenn Bühnenwerke nicht zu unserem Programmbereich gehören: Weiterlesen

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