Sergej Rachmaninow
Vocalise op. 34 Nr. 14
Entstanden 1915 für die Koloratursopranistin Antonina Nezhdanova, avancierte Rachmaninows textlose „Vocalise“ mit ihrem fließenden, sehnsüchtig anmutenden Thema rasch zu einem Welthit. Zahlreiche Bearbeitungen würdigen dieses einzigartige Werk. Nicht nur wegen der tiefen Lage nimmt diejenige für Kontrabass und Klavier darunter eine Sonderstellung ein: Dem Kontrabassvirtuosen und engen Freund Rachmaninows Sergej Koussevitzky gelang es nämlich, sein 1915 mit Zustimmung des Komponisten entstandenes Arrangement bereits vor der Uraufführung des Originalwerks erfolgreich auf die Bühne zu bringen.
Unsere praxisorientierte Edition basiert auf einer von Koussevitzky sorgfältig revidierten Abschrift und bietet neben der unbezeichneten Solostimme eine weitere, von Tobias Glöckler in bewährter Manier meisterhaft bezeichnete Version, die neben Fingersatz auch zusätzliche Vortragsanweisungen ergänzt. Beste Voraussetzung für alle tiefen Streicher, an Koussevitzkys Erfolg anzuknüpfen!
Inhalt/Details
Über den Komponisten
Sergej Rachmaninow
Komponist und Pianist, der die spätromantische Tradition fortführte und erweiterte; er bereitete den Weg für Prokofjew und Schostakowitsch. Sein Œuvre umfasst Orchesterwerke, Klavierwerke, Chorwerke, einige Opern und zahlreiche Lieder.
| 1873 | Er wird am 1. April in Semjonowo geboren. Ab 1880 professioneller Klavierunterricht. |
| 1885–92 | Musikstudium am Moskauer Konservatorium. |
| 1890–92 | 1. Klavierkonzert fis-Moll op. 1 mit der für seinen Stil typischen verminderten Quarte im Hauptthema. |
| 1892 | Erfolgreiche Aufführung des Einakters „Aleko“ (Examensarbeit). cis-Moll-Präludium für Klavier. |
| 1897 | Erfolglose Uraufführung der 1. Sinfonie op. 13 (mit schroffen Kontrasten). Erste Erfahrungen als Operndirigent am Moskauer Mamontow-Theater. Er lernt seinen späteren Freund Fjodor Schaljapin kennen. |
| 1900/01 | Komposition des 2. Klavierkonzerts c-Moll op. 18 in verändertem Stil (weite Melodiebögen, durchsichtiger Satz). |
| 1904–06 | Anstellung als Dirigent am Moskauer Bolschoi-Theater. |
| 1906 | Uraufführungen der Opern „Der geizige Ritter“ op. 24 und „Frantscheska da Rimini“ op. 25. |
| 1907 | 2. Sinfonie e-Moll op. 27 mit skurrilen Holzbläserfigurationen; 1. Klaviersonate d-Moll op. 28. |
| 1909 | 3. Klavierkonzert d-Moll op. 30; Sinfonische Dichtung „Die Toteninsel“ op. 29. |
| ab 1910 | Komplexere Kompositionstechnik (gesteigerte Polyphonie, mehrdeutige Harmonien, schnelle rhythmische Wechsel) in 13 Préludes für Klavier op. 32, „Études-Tableaux“ op. 33 (1911), 14 Lieder op. 34 (1910–16). |
| 1917 | Rachmaninow verlässt Russland und lebt in Stockholm, Kopenhagen, den USA (Karriere als Pianist) und in der Schweiz. |
| 1926/41 | 4. Klavierkonzert g-Moll op. 40. 1935/36 3. Sinfonie a-Moll op. 44. |
| ab 1939 | Er emigriert endgültig in die USA. |
| 1943 | Er stirbt am 28. März in Beverly Hills. |
Über die Autoren
Tobias Glöckler (Fingersatz Kontrabass, Strichbezeichnung)
Tobias Glöckler ist stellvertretender Solo-Kontrabassist der Dresdner Philharmonie und Preisträger des Internationalen ISB Kontrabass-Wettbewerbs (USA). Er studierte bei Konrad Siebach an der Hochschule für Musik Leipzig und vervollkommnete sich bei Jeff Bradetich (Chicago) und Ulrich Lau (Stuttgart). Noch während des Studiums war er Solo-Kontrabassist des Internationalen Gustav-Mahler-Jugendorchesters unter Claudio Abbado. Als Solist spielte er mit verschiedenen Orchestern zusammen, so u.a. mit der Dresdner Philharmonie unter Ton Koopman. Darüber hinaus nahm er für den Rundfunk auf und war Gast verschiedener Musikfestivals. Er ist Gründungsmitglied und Solo-Bassist des „ensemble frauenkirche“ und widmet sich mit dem Dresdner Streichquintett intensiv dem Kammermusik-Repertoire.
Glöckler unterrichtet an der Dresdner Musikhochschule. Seine Verdienste um die Wiederbelebung der „Wiener Kontrabass-Stimmung“ wurden mit dem „Sonderpreis für historische Aufführungspraxis“ gewürdigt.
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