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Die Schwierigkeitsgrade der Klaviermusik im G. Henle Verlag (für Violine sehen Sie bitte weiter unten auf dieser Seite):
| Stufe | Grad | Beispiel |
| 1 | leicht | Bach, Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach Nr. 4 und 5; Bartók, Mikrokosmos Nr. 1-35 |
| 2 | Schumann, Album für die Jugend Nr. 1, 2, 3 und 5 | |
| 3 | Beethoven, Klaviersonate op. 49,2 | |
| 4 | mittel | Grieg, Lyrische Stücke op. 12,4 |
| 5 | Mozart, Klaviersonate KV 283; Schumann, Fantasiestücke op. 12,1 | |
| 6 | Chopin, Nocturnes op. 27,1 und 2 | |
| 7 | schwer | Beethoven, Klaviersonate op. 10,3 |
| 8 | Schumann, Fantasie op. 17; Skrjabin, Klaviersonate Nr. 4, op. 30 | |
| 9 | Beethoven, Klaviersonate op. 106; Reger, Bach-Variationen op. 81 |
Schwierigkeitsgrade als Leitfaden
Gerne habe ich vor knapp zwei Jahren die ehrenvolle Aufgabe, für den G. Henle Verlag die Schwierigkeit von Klavierwerken einzuordnen, von meinem Vorgänger Rolf Koenen übernommen.
Die vielfältigen Aspekte der Schwierigkeit – formale, rhythmische, harmonische Komplexität, Satzdichte, verschiedene Formen des Instrumentaltechnischen (Fingertechnik, Pedalisierung, Griff- und Sprungtechnik, klanglicher Anspruch) und schließlich die Anforderungen an gestalterische Reife – zeigen, dass bei der Bewertung stets ein subjektives Element der Gewichtung all dieser Elemente eine Rolle spielt.
Manche Werke haben nur eine oder wenige Stellen, die deutlich anspruchsvoller als der Rest des Stückes sind – dann hat sich die Einstufung natürlich nach den schwierigsten Takten zu richten.
Ich habe die bestehenden neun Stufen gerne übernommen und mit der Zeit ein Gespür dafür entwickelt. Die Stufe 1 behalte ich Stücken vor, die nach einem Jahr guten Klavierunterrichts idealerweise spielbar sind, die Stufe 9 den relativ wenigen Werken, die äußerste strukturelle Komplexität mit extremen technischen Ansprüchen vereinen („Hammerklaviersonate“, Bach-Variationen von Reger, 2. Sonate von Boulez…). So spielen sich 95-98% aller Stücke zwischen den Stufen 2 und 8 ab.
Im Zweifel und bei Zwischenstufen neige ich dazu, die „leichtere“, ermutigende Einordnung zu wählen – an (etwas) zu schweren Stücken wächst man. Mir ist bewusst, dass – je nach den individuellen Stärken und Schwächen eines Spielers oder einer Spielerin – die Schwierigkeit eines Werks auch ganz anders wahrgenommen werden kann als von der von mir gewählten Stufe suggeriert. Wie in allen künstlerischen Dingen bleibt auch hier glücklicherweise ein weiter Raum des Subjektiven. Die numerische Einstufung kann und will nicht mehr als ein Anhaltspunkt sein.
Jacob Leuschner
©
2025
„Was heißt schon ‚schwer‘? Entweder man kann spielen oder man kann nicht spielen“ – so die lapidare Bemerkung des großen Geigers Nathan Milstein, angesprochen auf die unglaublichen Schwierigkeiten der Capricen op. 1 von Niccolo Paganini.
Sofort wird damit die Relativität von „Schwierigkeitsbewertungen“ in der Musik deutlich. Ich stelle mich dennoch gerne dieser großen Herausforderung, die der G. Henle Verlag an mich herangetragen hat. Denn ich weiß von vielen Kollegen und aus eigener Erfahrung, wie hilfreich solch ein Leitfaden sein kann. Vor allem, um „passende“ Stücke aufzufinden. Zum Beispiel für Instrumentallehrer, die auf den unterschiedlichsten Ebenen unterrichten, vom Anfänger bis zur Vorbereitung auf die Hochschulen, aber auch für alle interessierten Laien, denen ein solcher Leitfaden helfen will.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für neun Schwierigkeitsgrade, die ich in drei Gruppen unterteilt habe: 1–3 (leicht), 4–6 (mittel), 7–9 (schwer). In die Schwierigkeitsgrad-Bewertung fließen dabei möglichst viele Parameter ein. Ich bewerte nicht allein die Anzahl von schnell oder langsam zu spielenden Noten oder von Akkordfolgen; ganz entschieden wichtig sind darüber hinaus die Komplexität der Faktur eines Stückes, die Kompliziertheit seiner Rhythmik, die Schwierigkeit der Lesbarkeit beim ersten Erfassen des Notentextes und nicht zuletzt, wie leicht oder wie schwer es ist, die musikalische Struktur des Stückes zu erfassen. Als „Stück“ definiere ich dabei die musikalische Einheit etwa einer Sonate oder eines Einzelstücks im Zyklus, weshalb zum Beispiel Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ Band 1 insgesamt 48 Schwierigkeitsgrade enthält (jedes Präludium und jede Fuge separat), Schumanns fis-moll-Sonate op. 11 jedoch nur eine einzige Ziffer. Maßstab meiner Bewertung ist die vorspielreife Darbietung eines Stücks.
Jedwede Bewertung von Kunst und Musik bleibt selbst bei Vorgabe größter Objektivität immer subjektiv. Bei aller Sorgfalt, um die ich mich bemüht habe, bin ich mir im tiefsten Inneren durchaus der Anfechtbarkeit des Ergebnisses meiner Arbeit im Klaren, so dass ich für Anregungen jederzeit dankbar bin.
Rolf Koenen © 2010
Die Schwierigkeitsgrade der Violinmusik im G. Henle Verlag:
| Stufe | Grad | Beispiel |
| 1 | leicht | Beethoven, 6 Deutsche Tänze WoO 42 |
| 2 | Beethoven, Rondo G-dur WoO 41 | |
| 3 | Mozart, Violinsonate F-dur KV 547 | |
| 4 | mittel | Haydn, Violinkonzert A-dur Hob. VIIa:3 |
| 5 | Bach, Violinkonzert a-moll BWV 1041 | |
| 6 | Brahms, Violinsonate G-dur op. 78 | |
| 7 | schwer | Paganini, Nr. 9 aus Capricci op. 1 |
| 8 | Beethoven, Violinkonzert D-dur op. 61 | |
| 9 | Berg, Violinkonzert |
Die gesamte Violinliteratur im Katalog des G. Henle Verlags wurde von mir von „sehr leicht" bis „sehr schwer" eingestuft. Modell war dabei für mich das von Rolf Koenen für den Henle-Klavierkatalog entwickelte Einordnungssystem in neun Stufen.
Ein solcher Versuch wird in gewissen Punkten immer „relativ" bleiben. Das Werk ist das Werk, relativ ist das technische und musikalische Vermögen des Spielers. Betrachten wir beispielsweise Mozart aus der Ebene eines Arthur Grumiaux oder aus der Entwicklungsphase eines sehr jugendlichen Schülers. Es ist klar, an wen sich meine Schwierigkeitsgrade richten: an den Schüler bzw. dessen Lehrer. Natürlich versuche ich, den rein technischen Schwierigkeitsgrad stets objektiv zu erfassen. Aber alles „zwischen den Zeilen", bleibt bei der Wertung in den Händen eines jeden Musikers. Entsprechend unserer Fähigkeiten werden wir also mit der gleichen Passion immer Violinwerke unterschiedlich „schwierig" empfinden.
War es noch zu Beginn ein gewisses Wagnis und Neuland, Violinliteratur in Schwierigkeitsstufen von 1–9 einzuordnen, so kam ich am Ende meiner Arbeit zu einem auch für mich sehr aufschlussreichen Überblick über all die Violinwerke im Katalog des G. Henle Verlags.
Ernst Schliephake © 2013
Die Schwierigkeitsgrade der Musik für Flöte im G. Henle Verlag
„Zwar ist es leicht, doch ist das Leichte schwer"
lässt Goethe im „Faust II" seinen Mephisto sagen und damit die Einteilung von Musikstücken nach Schwierigkeitsgrad im höchsten Grad relativieren! Relativ - sowohl aus der Perspektive eines Lehrers, eines Schülers oder Interpreten wird hier versucht, mit Hilfe der Henle-Kriterien nach bestem Wissen und Gewissen zu unter- und entscheiden, inwiefern ein Stück leicht, mittel oder schwer sei. Möge eine solche Klassifizierung als Orientierung dienen und eine Hilfe bei der Suche nach geeigneter Literatur unter den hervorragenden Urtextausgaben sein. Als Empfehlung, auch vor Stücken mit Schwierigkeitsgrad 9 nicht zurückzuschrecken, darf gewiss subjektiv die Behauptung erlaubt sein, dass mit Üben die Umkehrung des Goethe-Zitats auch stimmen kann: „Zwar ist es schwer, doch das Schwere [kann] leicht [werden]!"
András Adorján © 2013