Sergej Prokofjew
Sonate Nr. 1 f-moll op. 80 für Violine und Klavier
Sergej Prokofjew begann die Arbeit an seiner ersten Violinsonate im Jahr 1938, konnte sie aber erst nach Kriegsende 1946 fertigstellen. Hierzu ermutigte ihn der Geiger David Oistrach, der zwei Jahre zuvor schon an der Umarbeitung von Prokofjews Flötensonate op. 94 zur Violinsonate mitgewirkt hatte. Die repressive politische Situation in der Sowjetunion und die harten Kriegsjahre hinterließen ihre Spuren im sehr düsteren Gesamtcharakter der Violinsonate op. 80: So beschrieb Prokofjew die gespenstischen Pianissimo-Läufe der Geige im 1. Satz als „abendlichen Herbstwind, der über verlassene Gräber streicht“.
Herausgeberin der neuen Henle-Urtextausgabe ist die Geigerin und Musikwissenschaftlerin Viktoria Zora, die seit vielen Jahren zu Prokofjews Violinsonaten forscht und publiziert. Sie hat alle originalen Quellen in russischen und internationalen Archiven untersucht. So ist erstmals eine quellenkritische Edition der Violinsonate op. 80 möglich, die viele Irrtümer und Unklarheiten früherer Ausgaben beseitigt. Das informative Vorwort des weltweit führenden Prokofjew-Spezialisten Simon Morrison beleuchtet die Entstehungsgeschichte und frühe Rezeption dieses ausdrucksstarken Werks.
Inhalt/Details
Über den Komponisten
Sergej Prokofjew
Zusammen mit Schostakowitsch bedeutendster
Komponist der Sowjetunion. Er hinterließ ein breitgefächertes Œuvre von
modernsten zu neoklassizistisch schlichten Werken, von propagandistischen
Auftragswerken bis zu Kompositionen, die die KPdSU als formalistisch ablehnte.
| 1891 | Er wird am 23. April in Sonzowka (Ukraine) als Sohn eines Landwirts geboren. |
| 1904–14 | Studium am St. Petersburger Konservatorium. |
| seit 1908 | Gehört zum Kreis um Sergej Diaghilew, der sich intensiv mit zeitgenössischer Musik auseinandersetzt. |
| 1911–18 | Avantgardistische Kompositionen wie „Sarcasmen“, 1. und 2. Klavierkonzert, „Visions fugitives“, „Skythische Suite“ werden als futuristisch abgelehnt. |
| 1916–17 | „Symphonie classique“ im Rekurs auf klassische Modelle bringt ihm internationalen Ruhm. |
| 1918 | Prokofjew verlässt die Sowjetunion und reist in die USA, wo in Chicago seine Oper „Die Liebe zu den drei Orangen“ aufgeführt wird, und 1922 nach Paris. Enge Zusammenarbeit mit Diaghilew, Ballettkompositionen. |
| 1919–23 | Komposition der Oper „Der feurige Engel“, die erst postum 1954 in Venedig aufgeführt wird. |
| 1923–25 | Weiterentwicklung seiner avantgardistischen Musiksprache, z. B. in der 2. Sinfonie. |
| 1927 | Erfolgreiche Konzertreise durch die Sowjetunion. |
| 1929 | Uraufführung von „Der Spieler“ in Brüssel. |
| 1936 | Rückkehr in seine Heimat. Kompositionen im Sinne der Kulturideologie der Sowjetunion. Hinwendung zu einer einfacheren Musik bereits seit Beginn der 1930er-Jahre. Komposition von „Peter und der Wolf“. |
| 1946 | Aufführung von „Die Verlobung im Kloster“ in Prag und „Krieg und Frieden“ in Leningrad. |
| 1948 | Er wird des Formalismus beschuldigt. |
| 1953 | Prokofjew stirbt am 5. März in Moskau.
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